Grundlagen-Rinder, Grundlagen-Schweine
01.07.2019

BLE sucht Innovationen zur Digitalisierung in der Nutztierhaltung

Die Digitalisierung bietet der Nutztierhaltung große Chancen, stellt Sie aber gleichzeitig vor ebenso große Herausforderungen. Einerseits hilft die Digitalisierung Ressourcen zu schonen, die Effizienz, Flexibilität und Wirtschaftlichkeit zu steigern und die Tiergesundheit sowie das Tierwohl zu verbessern. Darüber hinaus kann durch eine transparentere Tierhaltung die gesellschaftliche Akzeptanz gesteigert werden. Projektideen können bis zum 09. Oktober 2019 beim Projektträger Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (ptble) eingereicht werden.

Der Einsatz von Sensoren zur Ermittlung des Tierverhaltens und der Tiergesundheit ist in der Tierhaltung keine Seltenheit mehr, wenn man beispielsweise an automatische Melksysteme und Fütterungsroboter denkt. Durch Einsatz von digitaler Technik können schon heute nicht nur einzelne Prozessschritte, sondern ganze Wertschöpfungsketten miteinander vernetzt werden.

Andererseits sind die Einhaltung des Datenschutzes, der Datenhoheit und der Betriebssicherheit wichtige Aspekte und erfordern die aktive Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren in der Nutztierhaltung. Nur dann ist die optimale Ausnutzung der Möglichkeiten durch eine weitere Digitalisierung möglich. Darüber hinaus müssen die besonderen Ansprüche der Landwirtschaft (z. B. biologische und ökologische Faktoren, langfristige Planungsprozesse) beachtet und insbesondere der Nutzen für die einzelnen Betriebe einbezogen werden, damit eine Akzeptanz auf dem Markt gewährleistet werden kann.

Die Funktionalität und Flexibilität der Entwicklungen haben hier eine besondere Bedeutung für den späteren Markterfolg. Dabei muss auch der Einfluss der Digitalisierung auf unterschiedliche Betriebsstrukturen und Wirtschaftsweisen Beachtung finden.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) verfolgt das Ziel, die großen Potenziale der Digitalisierung für Landwirtschaft, Umwelt und Gesellschaft zu nutzen und gleichzeitig ihre Risiken zu minimieren. Da kostenintensive moderne Technik wirtschaftlicher in Großbetrieben einsetzbar ist, ist es das erklärte Ziel des BMEL, insbesondere die Hindernisse für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) abzubauen. Auch sollte die Nutzung digitaler Technik möglichst einfach und schnell erlernbar sein.

Mit der neuen Bekanntmachung sollen Projekte gefördert werden, die durch Digitalisierung ermöglichen, die Tiergesundheit und das Tierwohl zu verbessern, die arbeitswirtschaftliche Belastung der Landwirte zu verringern und die Rückverfolgbarkeit entlang der Wertschöpfungskette „Nutztierhaltung“ zu erhöhen. Folgende Förderbereiche stehen dabei im Fokus:

Erstens die Entwicklung innovativer Ansätze zur Verbesserung der Schnittstellenkompatibilität in der Nutztierhaltung (Smart Farming), zweitens die Datenvernetzung, Aufbereitung und intelligente Datenverarbeitung zur Verbesserung der Nachhaltigkeit und zur Ressourceneinsparung, drittens das Farm Management in Stall- und Außenbereich, viertens Digitale Informations-, Beratungs- und Weiterbildungsangebote zur Steigerung der zielgruppenorientierten Wissensvermittlung in der Nutztierhaltung, und schließlich die Entwicklung innovativer Lösungen zur Verbesserung von Datensicherheit und -hoheit in der Nutztierhaltung, wie z.B. bei Cloud-Lösungen oder der Weitergabe innerbetrieblicher Daten an Dritte.

Bewerbung bis zum 09. Oktober 2019 

Projektskizzen können bis zum 09. Oktober 2019, 24:00 Uhr, beim Projektträger Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (ptble) eingereicht werden.

Weitere Informationen enthält die Förderrichtlinie des BMEL.

 

Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung


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