Markt
03.05.2019

Monatsbericht April: Rapspreise niedrig aber fester, Was machen die Erzeuger?, Rapsimporte 10 % unter Vorjahr, Dem Markt fehlt es an Schwung, Preisdruck aus Südamerika?

Im April konnten sich die Rapserzeugerpreise mit Unterstützung vom Terminmarkt weiter befestigen, liegen mit unter 350 EUR/t aber deutlich unter den Vorstellungen der Erzeuger. Die Abgabebereitschaft bleibt gering und das Hoffen auf deutliche Preissteigerungen geht weiter.

Rapspreise niedrig aber fester
Im April konnten sich die Rapserzeugerpreise mit Unterstützung vom Terminmarkt weiter befestigen, liegen mit unter 350 EUR/t aber deutlich unter den Vorstellungen der Erzeuger. Die Abgabebereitschaft bleibt gering und das Hoffen auf deutliche Preissteigerungen geht weiter. Ölmühlen kaufen bei guter Importversorgung nach wie vor nur sporadisch. Seit März richtet sich ihr Kaufinteresse eher auf Termine ex Ernte 2019, was sich im Preisverlauf widerspiegelt.

Was machen die Erzeuger?
Noch immer gibt es Rapserzeuger die vergleichsweise große Restmengen alterntiger Ware vor sich herschieben, da sie in den vergangenen Monaten vergeblich auf Hausse gehofft hatten. Diese Mengen jetzt zu guten Preisen oder wenigstens kostendeckendend zu verkaufen, gestaltet sich schwierig. Der Auslagerungsdruck wächst, doch die Ölmühlen sind zumeist gut über Importe versorgt. Damit sitzen die Verarbeiter in Preisverhandlungen am längeren Hebel. Für Rapserzeuger gibt es nun verschiedene Möglichkeiten: Zugeständnisse machen und die Ware jetzt verkaufen, um die Lager zu räumen, weiter auf Preissteigerungen bis zur Ernte 2019 spekulieren und bis dahin allenfalls kleinere Teilmengen losschlagen oder die alterntige Ware durchlagern, in der Hoffnung, dann endlich höhere Preise zu erzielen.

Rapsimporte 10 % unter Vorjahr
Im bisherigen Verlauf des Wirtschaftsjahres 2018/19 (Juli bis Februar) wurde vor dem Hintergrund einer kleinen deutschen Ernte 2018 überraschend wenig Raps importiert, mit 3,9 Mio. t gut 10 % weniger als im Vorjahr. Zwar kam bislang mehr Raps aus der Ukraine und Russland, aber wegen ebenfalls kleinerer Ernten deutlich weniger aus EU-Staaten und Australien zu uns. Exportiert hat Deutschland im Betrachtungszeitraum bislang rund 55.600 t Raps. Das entspricht einem Rückgang von 42 % sowohl gegenüber Vorjahreszeitraum als auch gegenüber dem Fünfjahresmittel. Ausschlaggebend ist auch hier die kleine Rapsernte, die sehr viel geringere Überschüsse lässt.

Dem Markt fehlt es an Schwung
Im Prinzip ist die Lage am Ölschrotmarkt in Deutschland unverändert zum Vormonat. Beim Rapsschrot ist das Angebot auf den vorderen Positionen äußerst begrenzt, tendenziell sogar noch etwas knapper als vor 4 Wochen. Preisunterstützung bringt das allerdings nicht, denn die Mischfutterbetriebe bleiben dem Markt als Käufer zumeist fern. Auch Sojaschrot wurde im April weiterhin nur sporadisch gehandelt. Denn Mischfutterhersteller beobachten die Erntefortschritte in Südamerika und setzen auf weitere Preisnachlässe.

Preisdruck aus Südamerika?
Mischfutterhersteller sind zumeist noch gut mit Proteinkomponenten versorgt, sodass sie im April weiterhin nur sporadisch Ölschrote kauften. Die geringe Nachfrage zeigt sich in rückläufigen Preisen, sowohl für Sojaschrot, als auch für Rapsschrot. Sojaschrot mit einem Proteingehalt von 44 % kostete im Durchschnitt für den Monat April 284 EUR/t und hat sich damit gegenüber dem Vormonatsmittel um 4 EUR/t vergünstigt. 49er Ware hat sich weniger deutlich um 3 auf 308 EUR/t ermäßigt. Rapsschrot kostete im April im Schnitt 217 EUR/t und damit 3 EUR/t weniger als zuvor, hat damit also den relativ stärksten Rückgang verzeichnet, rund 1,4 %. Gegenüber Sojaschrot hat Rapsschrot damit auch wieder preislich an Attraktivität gewonnen, was die Nachfrage bislang aber nicht in Gang setzte. Die zurückhaltende Nachfrage für Sojaschrot aus der Mischfutterindustrie lässt sich vor allem mit der laufende Sojabohnenernte in Südamerika erklären. Je nachdem, wie groß die südamerikanische Ernte ausfällt, entscheidet sich, wie umfangreich die Sojaschrotlieferungen von dort sein werden. Aktuell sieht alles nach großen Sojaernten aus, sowohl in Argentinien als auch in Brasilien. Das befeuert die Aussicht auf weitere Preisnachlässe für Sojaschrot hierzulande und solange die Mischfutterhersteller nicht kaufen müssen, warten sie genau darauf.

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