Markt
03.09.2019

Monatsbericht August 2019: Schwache Ernte stützt Rapspreise, Importe ergänzen die Versorgung, Nachfrage nach Ölschroten nur kurzzeitig belebt, Deutschland kauft mehr Sojaschrot aus den USA

Im August haben sich die Rapspreise in Deutschland weiter nach oben entwickelt. Zur Monatsmitte erhielten sie zwar einen Dämpfer, aber in den vergangenen zwei Wochen ging es dann wieder aufwärts und die Erzeugerpreise kletterten über 360 EUR/t im Bundesdurschnitt und über die Vorjahreslinie.

Schwache Ernte stützt Rapspreise
Im August haben sich die Rapspreise in Deutschland weiter nach oben entwickelt. Zur Monatsmitte erhielten sie zwar einen Dämpfer, aber in den vergangenen zwei Wochen ging es dann wieder aufwärts und die Erzeugerpreise kletterten über 360 EUR/t im Bundesdurschnitt und über die Vorjahreslinie. Die nötige Unterstützung kam vom Terminmarkt, wo die Kurse wieder ins Plus drehten und damit auf dem hohen Niveau von 380 EUR/t blieben. Weiteren Auftrieb lieferte eine lebhafte Biodieselnachfrage.

Importe ergänzen die Versorgung
An der kleinen EU- und herausragend schwachen deutschen Rapsernte 2019 besteht mittlerweile kein Zweifel mehr. Am Terminmarkt scheint dies nun eingepreist, weiteren Kursauftrieb gab es nicht, aber die Kurse halten das erreichte hohe Niveau von 380 EUR/t. Die knappere Rapsversorgung steigert den Importbedarf immens; das belegen die aktuellen EU-Außenhandelsdaten. Die Gemeinschaft hat in den ersten sechs Wochen des Wirtschaftsjahres 2019/20 die Gesamtmenge von 227.665 t Raps importiert und damit 73 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Wie zu erwarten, kam der Großteil davon, 127.575 t oder 56 %, aus der Ukraine, die aufgrund einer deutlichen Flächenerweiterung ein kräftiges Ernteplus zum Vorjahr verzeichnet. Da die Ukraine selbst kaum Raps verbraucht, gehen die zusätzlichen Mengen in den Export. Der knapp versorgten EU, die Hauptabnehmer für Raps aus der Ukraine ist, kommt das zugute. Auf diese Weise können Versorgungslücken geschlossen werden. Neben der Ukraine lieferten bislang auch Kanada und Moldawien beachtliche Mengen.

Nachfrage nach Ölschroten nur kurzzeitig belebt
An den Ölschrotmärkten hielt sich das Kaufinteresse der Mischfutterbetriebe im August überwiegend in Grenzen. Zwar belebte sich die Nachfrage der Mischfutterbetriebe nach Sojaschrot in KW 32 aufgrund attraktiver Preisen und umfangreicherer Käufe seitens der Veredelungsbetriebe kurzzeitig, flachte dann aber wieder ab. Der Rapsschrotmarkt steht schon seit Beginn des Jahres 2019 unter großem Angebotsdruck. Mühlen wollen vordere Ware unbedingt los werden, wodurch es in KW 33 auch zu einigen Geschäftsabschlüssen kam, aber schon eine Woche danach fanden sich kaum noch Käufer. So entstand ein Angebotsüberhang, der die Preise schwächeln ließ. Gegenüber Vormonat gaben die Preise für Sojaschrot im Schnitt um 5,50 EUR/t nach. Rapsschrot kostete zuletzt 194 EUR/t und damit 6 EUR/t weniger.

Deutschland kauft mehr Sojaschrot aus den USA
Deutschland hat im Wirtschaftsjahr 2018/19 die größten Mengen Sojaschrot aus Brasilien und Argentinien bezogen. Auch aus den Niederlanden kam viel Sojaschrot, aber nur weil dort viele Schiffe aus der ganzen Welt anlaufen und die Ware von dort weiter verteilt wird. Insgesamt importierte Deutschland 2018/19 rund 2,3 Mio. t Sojaschrot. Davon stammen allein 1,1 Mio. t aus Brasilien und 136.361 t aus Argentinien. Obwohl das schon fast die Hälfte ausmacht, kamen im Jahr davor mit 1,7 Mio. t rund 26 % mehr Sojaschrot aus Südamerika. Stattdessen hat Deutschland im Jahr 2018/19 mehr Sojaschrot aus den USA gekauft. Wurden 2017/18 nur knapp 415 t von dort geordert, waren es 2018/19 mit 60.092 t fast 150 Mal so viel. Grund dafür ist der Handelskonflikt zwischen China und den USA, der sich auf die internationalen Warenströme ausgewirkt hat. Da China keine Sojabohnen und -schrot mehr aus den USA kauft, müssen für diese Mengen andere Absatzwege gefunden werden. Ein Weg führt in die EU.

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