Markt
23.12.2019

Monatsbericht Dezember 2019: Rapspreise klettern weiter, Verkaufsbereitschaft der Erzeuger könnte zunehmen, Ruhiges Vorweihnachtsgeschäft am Ölschrotmarkt, Sojaschrot zum Dezemberbeginn gefragt

Am Rapsmarkt haben die Preise im Dezember nochmals deutlich zugelegt. Sie lagen zuletzt bei 385 EUR/t und damit auf dem höchsten Stand seit Mai 2017.

Rapspreise klettern weiter
Am Rapsmarkt haben die Preise im Dezember nochmals deutlich zugelegt. Sie lagen zuletzt bei 385 EUR/t und damit auf dem höchsten Stand seit Mai 2017. Im Streckengeschäft in Ostdeutschland wurde die Marke von 400 EUR/t in der 51. KW überschritten. In den meisten Regionen haben die Erzeuger nur noch Restmengen auf Lager und verkaufen entsprechend verhalten. Sie spekulieren für die verbliebenen Mengen auf Preissteigerungen und hoffen auf 400 EUR/t oder mehr. So ist das Angebot knapp bemessen. Die Nachfrage nach Raps war zu Beginn des Monats weiterhin groß, sodass die Ölmühlen hohe Prämien zur Bedarfsdeckung zahlten. Das hat die Kassamarktpreise neben den deutlich festeren Terminkursen in die Höhe getrieben.

Verkaufsbereitschaft der Erzeuger könnte zunehmen
Nicht nur für die restlichen Lagermengen ist die Verkaufsbereitschaft der Landwirte eher gering, sondern auch für Ware aus der kommenden Ernte 2020. Die milden Temperaturen schüren die Sorge um die Frosthärte der Winterkulturen, zudem sind die Ertragserwartungen durch die Einschränkung der Stickstoffgaben infolge der Düngeverordnung eher gering. Nach den Weihnachtsund Silvesterfeiertagen könnte die Verkaufsbereitschaft aus der Landwirtschaft leicht zunehmen. Einige Marktteilnehmer rechnen Mitte bis Ende Februar mit Rapsimporten aus Australien und Kanada. Um mit ihren Restmengen von den festen Preisen zu profitieren, könnten deshalb einige Erzeuger bereits im Januar ihre gelagerten Mengen verkaufen. Bisher wird die Ernte 2020 nur wenig besprochen, das dürfte sich zu Beginn des neuen Kalenderjahres mit fortschreiten der Vegetationsperiode ebenfalls ändern.

Ruhiges Vorweihnachtsgeschäft am Ölschrotmarkt
Die Ölschrotpreise haben sich im Dezember nach oben entwickelt. Besonders Rapsschrot hat deutlich zugelegt, seine Schwächephase beendet und damit die ohnehin lahmen Umsätze weiter beruhigt. Mischfutterhersteller kaufen bis Jahresende nur noch das Nötigste. Gleichzeitig ist auch das Angebot knapp geworden. Das, und die deutlich gestiegenen Ölsaatenkurse trieben die Rapsschrotpreise in die Höhe. Im Schnitt wurden im Dezember 208 EUR/t verlangt und damit 18,60 EUR/t mehr als im Vormonat. Damit hat Rapsschrot seinen Preisabstand zum Sojaschrot wieder etwas verkürzt.

Sojaschrot zum Dezemberbeginn gefragt
Am Sojaschrotmarkt wurde zu Beginn des Monats von Mischfutterherstellern noch rege Ware nachgefragt, die sich über die Weihnachts- und Neujahrsfeiertage versorgen wollten. Üblicherweise treibt nämlich das zunehmende Kaufinteresse im Weihnachtsgeschäft die Preise in jedem Jahr etwas nach oben. Die meisten Mischfutterbetriebe versuchen daher schon vorher ihren Bedarf zu decken, um noch von den niedrigeren Preisen zu profitieren. Mögliche Versorgungsengpässe stützten den Markt zusätzlich. In Argentinien, dem weltweit größten Sojaschrotlieferanten, gab es Probleme bei einer großen Ölmühle, die daraufhin kaum noch Sojabohnen verarbeitete. Zwar hat der Warenstrom von dort noch nicht abgenommen, aber die Angst davor, ließ die Nachfrage am hiesigen Kassamarkt deutlich steigen. So kurz vor Weihnachten hat sich das Geschäft mit Sojaschrot aber nun auch langsam gelegt. Es wird zwar noch immer vereinzelt Ware nachgefragt, der Fokus liegt aber eher auf der Beschaffung von Transportkapazitäten. Die Sojaschrotkurse in Chicago unterstützten zusätzlich, sodass die Preise für Sojaschrot mit 49 % Pro-Fettgehalt im Vergleich zum Vormonat um 2,60 auf 321 EUR/t zulegte, 44er Ware hat sich um 2 auf 294 EUR/t verteuert.

© AMI GmbH 2019