Markt
04.06.2019

Monatsbericht Mai 2019: Feste Preistendenz, aber Marktlage kaum verändert, Umsätze bleiben verhalten, Reger Kontrakthandel am Rapsschrotmarkt, Sojanotierungen in Chicago geben kräftig Auftrieb

Feste Kurstendenz, besonders für Sojabohnen in Chicago, aber auch für Raps in Paris, geht am hiesigen Kassamarkt nicht spurlos vorüber. Die Preise konnten sich in der zweiten Maihälfte etwas befestigen. Auf Erzeugerebene wurden zuletzt 354 EUR/t im Bundesmittel gefordert und damit etwa 2 EUR/t mehr als vor vier Wochen.

Feste Preistendenz, aber Marktlage kaum verändert

Feste Kurstendenz, besonders für Sojabohnen in Chicago, aber auch für Raps in Paris, geht am hiesigen Kassamarkt nicht spurlos vorüber. Die Preise konnten sich in der zweiten Maihälfte etwas befestigen. Auf Erzeugerebene wurden zuletzt 354 EUR/t im Bundesmittel gefordert und damit etwa 2 EUR/t mehr als vor vier Wochen. Nicht nur die Preise sind gestiegen auch der Markt hat sich dem Vernehmen nach leicht gewandelt, zumindest zeigen sich Anbieter gesprächsbereiter.

Umsätze bleiben verhalten

Am physischen Markt findet alterntige Ware weiterhin kaum Käufer. Regional ist von Erzeugerseite die Abgabebereitschaft für die kommende Ernte gestiegen. Denn die kühle Witterung und ab und zu Regenschauer sorgen derzeit für gute Bedingungen für die Pflanzenentwicklung. Insgesamt bleibt der Rapsmarkt in Deutschland aber von einem ruhigen Handelsverlauf gekennzeichnet. Was die Vorräte in den Erzeugerlagern betrifft, so dürfte das meiste geräumt sein, vielleicht etwas weniger als in Normaljahren, da einzelne noch größere Mengen in der Hoffnung auf Preissteigerungen im Juni dem Markt vorenthalten. Schwächere Rapsernteprognosen für die EU-28 schüren diese, aber größere Bedarfslücken und deutliche Preisaufschläge sind bei guter Importversorgung der Ölmühlen fraglich.

Jüngste leichte Preissteigerungen haben wenig Zugkraft. In der Rückschau auf Ernteergebnisse und Rapspreise seit 2015 zeigt sich, dass diese beiden Parameter kaum (mehr) korreliert sind. Denn obwohl die Rapsernten von Jahr zu Jahr kleiner ausfielen, blieben größere Preissteigerungen aus. Betrachtet man die Durchschnittspreise für die erste Wirtschaftsjahreshälfte seit 2015/16 wirken diese fast wie zementiert. Der kleineren Ernte 2016 war in der ersten Wirtschaftsjahreshälfte immerhin noch ein Preisanstieg um 10 auf 364 EUR/t gefolgt, während dem noch schwächeren Ergebnis 2017 keine Preissteigerungen, sondern Rückgänge im Vergleich zur Vorsaison folgten. Nach der Ernte 2018 ging es preislich zwar etwas nach oben, aber angesichts des besonders enttäuschenden Ergebnisses aus Erzeugersicht viel zu wenig.

Reger Kontrakthandel am Rapsschrotmarkt

An den deutschen Ölschrotmärkten haben sich die Preise für Raps- und Sojaschrot im Mai in unterschiedliche Richtungen bewegt. Während die Rapsschrotpreise weiter einem sinkenden Trend folgten, legte Sojaschrot deutlich zu. Der Handel mit Rapsschrot konzentrierte sich im Mai hauptsächlich auf den Kontrakthandel. Physische Ware wurde größtenteils für August/Oktober nachgefragt. Mischfutterhersteller sind für die kommenden zwei Monate noch ausreichend mit Ware gedeckt.

Die Abgabebereitschaft der deutschen Ölmühlen an Rapsschrot ist verhalten, da ihre Margen vergleichsweise gering sind. Deswegen ist es für sie momentan nicht attraktiv genug, mehr Raps zu Rapsschrot zu verarbeiten. Das begrenzt das Rapsschrotangebot, weshalb es öfter an Offerten als an
Geboten mangelt.

Sojanotierungen in Chicago geben kräftig Auftrieb

Die Sojaschrotpreise waren bis Mitte Mai stark gesunken und erreichten sogar knapp die
Marke von 270 EUR/t fob Hamburg, was in den vergangenen sieben Jahren nur vier Mal der Fall war.
Das hatte die Nachfrage nach Sojaschrot deutlich angekurbelt, da es schon lange nicht mehr so
günstig war. In den vergangenen zwei Wochen legten die Sojaschrotpreise am hiesigen Kassamarkt
dann stark zu. Sojaschrot mit 44 % Pro-Fettgehalt hat sich in diesem Zeitraum um 32 auf zuletzt
317 EUR/t, Sojaschrot mit 49 % Pro-Fettgehalt ebenfalls um 32 auf 346 EUR/t fob Hamburg verteuert.
Grund dafür waren die immer wieder sprunghaft gestiegenen Sojabohnenkurse in Chicago. Starke,
anhaltende Niederschläge sorgen für Aussaatverzögerungen in den USA, wodurch die US-Ernte 2019
geschmälert werden könnte. War die Nachfrage nach Sojaschrot vor den starken Preissprüngen
lebhaft, dürfte sie infolge der starken Preissteigerungen nun erstmal abflachen, da Käufer auf
Gegenbewegungen hoffen und abwarten.

 

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