Markt
03.12.2019

Monatsbericht November 2019: Rapspreise auf hohem Niveau, Engpässe in 2020?, Kaufinteresse an Ölschroten etwas belebt, Mischfutterbetriebe fragen mehr Sojaschrot mit 49 % Pro-Fettgehalt nach

Am Rapsmarkt sind die Erzeugerpreise kräftig gestiegen. In KW 47 erreichten sie mit 375 EUR/t frei Lager des Erfassers das bisher höchste Niveau 2019/20.

Rapspreise auf hohem Niveau
Am Rapsmarkt sind die Erzeugerpreise kräftig gestiegen. In KW 47 erreichten sie mit 375 EUR/t frei Lager des Erfassers das bisher höchste Niveau 2019/20. Auftrieb bringt die zunehmende Sorge um eine knappere Rapsversorgung in der zweiten Wirtschaftsjahreshälfte 2019/20. Bislang hatten vor allem ukrainische Herkünfte die Versorgungslücken deutscher Ölmühlen geschlossen, sodass diese bis Jahresende gut gedeckt sind. Die Rohstoffversorgung in der zweiten Saisonhälfte gilt derweil als unsicher. Gleichzeitig wird erwartet, dass Lieferungen aus der Ukraine ab Januar an Fahrt verlieren. In der Vergangenheit war das Angebot dann aus Australien gekommen, doch aufgrund der Dürre wird von dort kaum etwas nach Europa exportiert werden können. Das fokussiert die Nachfrage 2020 auf Raps aus Deutschland und den EU-Nachbarn, aber gerade hierzulande dürfte nicht mehr viel da sein. Nach Angaben des Handels gab es zuletzt mehr Rapsofferten aus der Landwirtschaft, da es nicht unüblich ist, dass Rapserzeuger vor Weihnachten Teilmengen verkaufen. Die hohen Rapspreise kurbeln dies zusätzlich an.

Engpässe in 2020?
Das Angebot an Inlandsraps ist nach Einschätzung des Handels mittlerweile stark geschrumpft. Außerdem dürften die ukrainischen Importe nach dem Jahreswechsel deutlich an Fahrt verlieren. In der ersten Jahreshälfte 2020 könnten damit Angebotsengpässe entstehen. Ölmühlen hatten in der Vorwoche begonnen sich darauf einzustellen und einige Kaufkontrakte für Termine im neuen Jahr abgeschlossen, aber ihre Versorgung bis Wirtschaftsjahresende 2019/20 ist damit noch nicht gesichert.

Kaufinteresse an Ölschroten etwas belebt
Die Rapsschrotpreise wurden zu Beginn des Monats zunächst deutlich belastet. Ölmühlen waren mit Druckpartien am Markt, fanden dafür aber nur wenig Käufer und wenn dann nur mit großen Preiszugeständnissen. Das überreichliche Angebot konnte dann aber im Laufe des Monats weitestgehend abgebaut werden. Zuletzt ist dann sogar das Kaufinteresse der Mischfutterbetriebe etwas aufgeflammt, auch die Exportgeschäfte Richtung Frankreich sind gestiegen und haben das Angebot an den Hafenstandorten leicht abgebaut. Von reger Nachfrage ist aber nicht zu sprechen. Die Rapsschrotpreise sind gegenüber Oktober um 2 auf 189 EUR/t gesunken.

Mischfutterbetriebe fragen mehr Sojaschrot mit 49 % Pro-Fettgehalt nach
Die Forderungen für Sojaschrot sind im Vormonatsvergleich um 1 EUR/t gesunken. Sojaschrot mit 49 % Pro-Fettgehalt kostete zuletzt 318 EUR/t, für 44er Ware wurde 293 EUR/t verlangt. Die Nachfrage nach Sojaschrot mit 44 % Pro-Fettgehalt war zu Novemberbeginn gering, dafür ist das Kaufinteresse der Mischfutterindustrie an 49er Ware aufgelebt. Da sich die Sojaschrotpreise aber momentan auf einem attraktiven Preisniveau befinden, kommt auch der Handel mit 44er Ware immer mehr in Schwung. Für das Preisniveau am hiesigen Kassamarkt werden die Entwicklungen der Anbauflächen in Südamerika und die Witterungsbedingungen im Vegetationsverlauf entscheidend sein. Von dort kommt ein Großteil des Sojaschrotes hierzulande bzw. eine große Menge Sojabohnen, die in Deutschland zu Sojaschrot verarbeitet werden. Die Entwicklungen Südamerika haben großen Einfluss auf Sojabohnen- und Sojaschrotkurse in Chicago, die wiederum die Forderungen am hiesigen Kassamarkt bestimmen. Ölmühlen haben sich in KW 48 mit Sojaschrot aus Brasilien eingedeckt, da der brasilianische Real gegenüber dem US-Dollar momentan sehr schwach ist. Das macht das Sojaschrot für Käufer aus dem Ausland attraktiv.

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