Markt
02.10.2019

Monatsbericht September 2019: Feste Tendenz ungebrochen, Unterstützung aus dem Biodieselsektor, Rapsschrot fortgesetzt unter Druck, Leichter Preisanstieg für Sojaschrot

Die Rapserzeugerpreise sind im September weiter nach oben geklettert. Zuletzt erreichten sie rund 368 EUR/t im Bundesmittel, womit sie den Vormonat um fast 5 EUR/t übertreffen. Noch wesentlich deutlicher ist der Preisunterscheid gegenüber dem Vorjahr.

Feste Tendenz ungebrochen
Die Rapserzeugerpreise sind im September weiter nach oben geklettert. Zuletzt erreichten sie rund 368 EUR/t im Bundesmittel, womit sie den Vormonat um fast 5 EUR/t übertreffen. Noch wesentlich deutlicher ist der Preisunterscheid gegenüber dem Vorjahr. Während sich die Preise 2019/20 bisher nahezu durchgängig nach oben entwickelt haben, war der Verlauf im Vorjahr ein ganz anderer. Damals waren die Preise zunächst sprunghaft gestiegen, dann aber wieder fast ebenso deutlich zurückgefallen. Vor genau einem Jahr hatten die Rapserzeugerpreise kräftig nachgegeben und auf 349 EUR/t gerutscht. Damit haben die Preise zuletzt ihren Vorsprung gegenüber dem Vorjahr auf 19 EUR/t ausgebaut.

Unterstützung aus dem Biodieselsektor
Unterstützung fanden die Kassapreise im Monatsverlauf durch feste Notierungen für Raps in Paris, zwischenzeitlich sprunghaft gestiegene Rohölkurse sowie lebhafte Biodieselnachfrage: Rapsmethylester zur Beimischung ab Oktober ist gefragt. Die Rapsölpreise profitieren und auch auf der Rohstoffseite kommt die feste Tendenz an. Was die Rapsgeschäfte anbelangt, so sind die Meldungen je nach Region uneinheitlich. Insgesamt laufen die Umsätze zwar eher ruhig, aber regional flammt die Verkaufsbereitschaft dann doch immer wieder auf. Den einen oder anderen Erzeuger motivieren die Preissteigerungen zur Abgabe, andere warten lieber noch ab und setzen auf weitere Befestigung. Ölmühlen sind derweil zumeist ausreichend versorgt, dabei in großen Teilen auch mit Importware. Aber vereinzelt gibt es dann doch Aktivität.

Rapsschrot fortgesetzt unter Druck
Die Rapsschrotpreise haben im September kräftig an Wert verloren; 180 EUR/t im Bundesdurchschnitt entsprechen einem Rückgang von 7 % zum Vormonat. Der Rückstand zum Vorjahr vergrößert sich dadurch auf 25 %. Grund für den weiteren deutlichen Preisrückgang im September ist die hohe Rapsölproduktion der Ölmühlen, bei der entsprechend viel Rapsschrot anfällt. Angetrieben wird die Verarbeitung vom gestiegenen Bedarf der Biodieselproduzenten, aber auch vom diesjährigen niedrigen Ölgehalt der Rapssaat, der die Ausbeute schmälert und entsprechend größere Mengen Rohstoff erfordert, um auf die gleiche Mengen Öl zu kommen. Mancherorts soll Rapsschrot zudem häufig substituiert werden, vor allem GVO-freies Sojaschrot wird immer häufiger im regionalen Handel gelistet. Das bringt zusätzlichen Preisdruck. Käufer sind aber auch sonst zurückhaltend. Gerade beim Rapsschrot sind die Lagerräume beim Handel noch gut gefüllt. Landwirte warten derweil mit Geschäftsabschlüssen und setzten auf weitere Preisnachlässe. Einziger Lichtblick: Aufgrund der deutlichen Preisnachlässe für Rapsschrot in den vergangenen Wochen ist mittlerweile ein Niveau erreicht, das käuferseitig Anreize schafft, längerfristige Kontrakte einzugehen.

Leichter Preisanstieg für Sojaschrot
Das Kaufinteresse für Sojaschrot ist unverändert, obgleich im September Preise stiegen. Auslöser waren Kurssprünge in den USA, die im Monatsschnitt allerdings nur zu geringfügig höherem Niveau führten. Die Aussicht auf eine kleinere Sojaernte in den USA ließ die Notierungen nach dem monatlichen USDA-Bericht kurzfristig stark steigen. Gegen Ende des Monats lag der Fokus auf dem Handelspartner China. Die Hoffnung auf zunehmendes Kaufinteresse öffnete an der Börse in Chicago den Kursspielraum nach oben. Die Sojaschrotpreise in Europa reagierten allerdings vergleichsweise verhalten, obgleich der schwache Euro die Preiserhöhungen sogar noch verstärkte. Im September wurden mit 292 EUR/t für 44er Sojaschrot und 317 EUR/t für 48er Sojaschrot 1-2 % mehr verlangt als im Vormonat. Anders indes die GVO-freie Ware; diese blieb im Vergleich zum Vormonat mit 368 und 404 EUR/t nahezu preisstabil.

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