Aktuelle Marktberichte

  • Marktbericht KW 21 / 2019


    Am Rapsmarkt überwog in den vergangenen Tagen feste Preistendenz. Nicht nur am Terminmarkt befestigten sich die Kurse in Anlehnung an steigende Notierungen in Chicago, Kuala Lumpur und Winnipeg, auch auf Großhandels- und Erzeugerstufe wurden höhere Gebote aufgerufen. Dabei kam es allerdings nur sehr selten zu Umsätzen, denn an der Marktlage hat sich nicht viel verändert. Alterntig werden vereinzelt von den Erzeugern Restpartien offeriert, die der Markt jetzt etwas schneller aufnimmt als noch in der Vorwoche, sogar zu höheren Preisen. Die Einkaufspreise der Ölmühlen zeigen gegenüber Vorwoche ein Plus von 4-5 EUR/t und dass über alle Termine. Verarbeiter und Handel konzentrieren sich mit ihrem Einkauf aber hauptsächlich auf das Kontraktgeschäft ex Ernte und darüber hinaus, finden aber keine Abgeber. Bislang wurde von den Erzeugern vergleichsweise wenig Raps verkauft, zum einen, weil die Vegetationsbedingungen nicht stimmten und sie sich sehr unsicher hinsichtlich des Ertragspotenzials waren, zum anderen waren die Gebote unattraktiv. In der aktuellen Woche wurden zwar auch die Kontraktpreise wieder angehoben, die ermittelten 352 EUR/t bleiben aber unter dem Niveau von Mitte November, als es schon einmal 354 EUR/t gab. Aus Sicht der Erzeuger hat das aber alles wenig Zugkraft. In der Erwartung einer 17 % kleineren Ernte in Deutschland, sollten die Preise dieses Minus wenigstens ausgleichen. Das wären rein rechnerisch auf Basis des Durchschnittspreises für Raps frei Erfasserlager Saison 2018/19 rund 413 EUR/t. Dass das eine sehr einseitige Betrachtung der Rapspreiskalkulation ist, zeigt der Durchschnittspreise von 2018/19. Die Ernte 2018 war bereits 14 % kleiner als 2017, der sich daraus ergebende theoretische Rappreise hätte 390 EUR/t sein müssen, nicht 353 EUR/t. Einfluss auf den Rapspreise hat im geringsten Maße das Rapsangebot in Deutschland. Denn – obwohl 2016 die Rapsernte 4,6 Mio. t erreichte, erzielte deutsche Landwirte im Durchschnitt über die ganze Saison 376 EUR/t und damit sogar 7 % mehr als in der Saison zuvor.

    Am Rapsschrotmarkt ging der Kontrakthandel in den vergangenen 7 Tagen rege weiter, aber auch die Nachfrage nach physischer Ware ist etwas gewachsen und es gibt sogar Umsätze. Da die Mischfutterhersteller bis Saisonende gut gedeckt sind, konzentriert sich die Nachfrage nach Rapsschrot momentan hauptsächlich auf August/Oktober. Für prompte Ware warten die Mischfutterbetriebe weitere Vergünstigungen ab, da die Preise seit Wochen eine leicht schwächere Tendenz gezeigt hatten. Am Sojaschrotmarkt konzentrieren sich die Geschäfte ebenfalls auf die Termine August bis Oktober. Mischfutterhersteller sind bis Ende des Sommers offensichtlich noch gut gedeckt. Das Angebot aus Übersee dürfte angesichts der guten Sojaernten in Südamerika nicht knapp werden. Die Sojaschrotpreise hierzulande werden von den sprunghaft gestiegenen Sojakursen in Chicago mit nach oben gezogen. Die Pflanzenölmärkte tendieren fester. Sie bekommen kräftig Unterstützung von den sprunghaft gestiegenen Börsennotierungen in Chicago. Rapsöl legte zur Vorwoche um 13 auf 740 EUR/t zu und setzt damit seinen latenten Aufwärtstrend, der Anfang März begann, fort. Unterstützt werden die Rapsölpreise weiterhin von der Aussicht auf eine kleine EU-Rapsernte 2019 und den steigenden Sojaölpreisen. Zum gleichen Zeitpunkt 2018 lagen die Rapsölpreise mit 700 EUR/t rund 40 EUR/t niedriger, 2017 765 EUR/t. Vergleicht man indes die saisonalen Durchschnittpreise so ergibt sich kurioserweise für 2017/18 und 2018/19 gleichermaßen 730,50 EUR/t.

    Die Kurse in Chicago gaben auch den Sojaölpreisen kräftig Auftrieb. Diese stiegen aktuell um 44 auf 685 EUR/t. Raps-, Sonnenblumen- und Palmöl haben sich dagegen im Schnitt nur um 14 EUR/t erhöht. Auslöser für das kräftige Plus sind die stark gestiegenen Sojakurse. Im Vergleich zum 5-Jahresschnitt von 715,20 EUR/t liegen die Sojapreise damit aber auf einem eher niedrigen Niveau. Die hohen Lagerbestände in den USA und die reichliche Sojaversorgung 2018/19 haben die Preise gedrückt.

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    Dateigröße: 89 KDatum: 23.05.2019

  • Marktbericht KW 20 / 2019


    Die Kursschwäche in Paris ist zwar vorerst gestoppt, den Kassamarkt kann das aber nicht beleben. Die ohnehin bereits lahmen Umsätze wurden von der Schwäche an den Vortagen vollständig gebremst. Die vereinzelten Partien, die Erzeuger jetzt verkaufen, um ihre Lager für die kommende Ernte vorbereiten zu können, werden nur mühsam und mit Abschlägen untergebracht. Ölmühlen zeigen Kaufinteresse nur auf Lieferpositionen in der nächsten Saison. Und auch dafür ist das Interesse vorerst erlahmt. Im Vergleich zur Vorwoche haben die Großhandelspreise für alterntigen Raps durchweg 5 EUR/t nachgegeben, wobei am Niederrhein mit 370 EUR/t noch am meisten genannt wird, franko Rostock sind 361 EUR/t im Gespräch. Hinsichtlich der kommenden Ernte haben Großhandelspreise nicht ganz so stark verloren, gaben aber immerhin auch um 3 EUR/t zur Vorwoche nach. Damit wird die Differenz zwischen den Preisen etwas geringer, aber Raps der Ernte 2019 wird auf Großhandelsebene weiterhin etwas niedriger bewertet. Anders auf Erzeugerstufe, hier stehen die ex Ernte-Preise weiterhin über denen für alterntige Partien, allerdings hat sich der Abstand etwas verringert, weil teilweise die Gebote für neuerntige Ware deutlich zurückgenommen wurden. Die wenigen alterntigen Partien, die noch verfügbar sind, werden mit 345,60 EUR/t bewertet und damit 2,50 EUR/t unter Vorwochenlinie. Ex Ernte werden 349 EUR/t genannt. Erzeuger sind weiterhin in Sorge um ihre Rapsfeldbestände und gehen daher kaum auf Offerten ein. Deutschlandweit geht die Rapsblüte zu Ende. In einigen Regionen mit knapper Wasserversorgung haben die Pflanzen, wie schon im Vorjahr, ein Teil ihrer Blüten abgeworfen. Vor diesem Hintergrund hat der DRV seine Ertragsschätzung auf 34,3 dt/ha zurückgenommen. Dies würde das schwache Vorjahresergebnis von 30 dt/ha zwar deutlich übertreffen, bliebe aber dennoch weit unter dem Durchschnitt von 38 dt/ha. Das und die reduzierte Anbauflächenschätzung des Statistischen Bundesamtes von nur noch 0,89 Mio. ha würde gegenwärtig eine Rapsernte in Höhe von 3 Mio. t ergeben. Damit wurde die Vormonatsschätzung um 0,2 Mio. t gekürzt, das Vorjahresergebnis liegt bei 3,7 Mio. t, der langjährige Durchschnitt bei 5,1 Mio. t.

    Am Rapsschrotmarkt war es zu Beginn der Woche noch ruhig. Dann kam aber etwas Leben in den Markt, weil das Interesse an Kontrakten stark gestiegen ist. Bei physischer Ware sieht die Lage allerdings anders aus. Da diese etwas teurer ist als Rapsschrot auf dem Papier, wird hier weniger gehandelt, obwohl die Preise schwächeln. Mit durchschnittlich 202 EUR/t wurde am 14.05.2019 das niedrigste Niveau seit Juli 2018 erreicht. Mischfutterbetriebe haben bisher zu höheren Preisen gekauft und werden gerade deshalb nun auf Vergünstigungen warten. Am Sojaschrotmarkt gaben die Preise zunächst innerhalb der vergangenen 7 Tage nach. Zuletzt sind sie gestiegen, dabei nutzten die Ölmühlen die festeren Kurse der Nachtbörse in Chicago, um ein paar Euro gut zu machen. Sojaschrot dürfte bei dem aktuell niedrigen Preisniveau unverändert solide nachgefragt werden. Diese knackten fast die 270 EUR/t, das war in den vergangenen 7 Jahren nur 4 Mal der Fall.

    Die Geschäfte an den Pflanzenölmärkten laufen in dieser Woche schleppend. Die Rapsölpreise haben im Vergleich zur Vorwoche um 2 auf 727 EUR/t zugelegt. Gestützt werden die Rapsölpreise von einer soliden Nachfrage, die zwar nicht gerade lebhaft ist, aber wenigstens vorhanden. Sojaöl ist durch die Anhebung der Zölle, auf US-amerikanischer und auf chinesischer Seite, in Chicago stark unter Druck geraten. Am europäischen Sojaölmarkt spiegelt sich dieser Kursverlauf allerdings nicht wider. Die Sojaölpreise haben um 8 auf 641 EUR/t zugelegt.

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    Dateigröße: 88 KDatum: 16.05.2019

  • Marktbericht KW 19 / 2019


    Die rückläufigen Terminnotierungen für Raps sowie der Druck vom schwachen Sojamarkt lassen den Rapspreisen wenig Spielraum. Das geringe Kaufinteresse, aber auch das bereits sehr ausgedünnte Angebot führen allerdings regional zu sehr großen Preisunterschieden und in dieser Woche sogar zu uneinheitlichen Tendenz. So legen in einigen Regionen die Rapspreise um bis zu 5 EUR/t zu, in anderen gaben sie um bis zu 5 EUR/t nach. Insgesamt schwächelten die Rapspreise für alterntige Ware und gaben auf rund 348 EUR/t frei Erfasserlager nach, deutschlandweit wurden 330-378 EUR/t gemeldet, Geschäft steht da allerdings kaum dahinter. Erzeuger verkaufen kaum, denn sie stehen sehr skeptisch vor ihren Rapsfeldbeständen. Zwar hat es in vielen Teilen Deutschlands etwas geregnet, für Entspannung in den von Trockenheit betroffenen Gebieten hat das aber kaum gesorgt. Zudem ist es für die Blüte zu kalt. Örtlich soll es sogar zu Nachtfrösten gekommen sein. Das steigert die Furcht vor Ertragseinbußen. Daher schließen Erzeuger keine neuen Kontrakte ex Ernte ab, zumal die Offerten aus ihrer Sicht wenig attraktiv sind. Im Schnitt wurden 351,90 EUR/t genannt, etwas weniger als in der Vorwoche. Die Spanne reicht von 338 bis 360 EUR/t.

    Am Rapsschrotmarkt werden nur geringe Mengen gehandelt. Die Nachfrage ist relativ gering und deutlich beruhigt. Besonders auf den vorderen Terminen ist das Kaufinteresse sehr gering. Mischfutterhersteller sind immer noch gut gedeckt und warten weitere Preisnachlässe ab. Alle Augen sind weiterhin auf die Entwicklung der Rapskulturen gerichtet, die momentan von den verbesserten Witterungsbedingungen profitieren. Das könnte auf eine doch nicht so schlechte Rapsernte in diesem Jahr hindeuten. Die Nachfrage am Sojaschrotmarkt belebt sich langsam aber sicher. Großen Einfluss hatte die Kampfansage des US-Präsidenten, in deren Folge sowohl die Soja- als auch die Getreidekurse in Chicago kräftig sanken. Auch die Sojaschrotpreise gingen in diese Richtung, sodass auf dem aktuellen niedrigen Preisniveau einiges in die Bücher kommt. Zudem ist die Differenz des Proteinwerts zwischen Soja- und Rapsschrot deutlich geschrumpft. Sollte sich der Preisunterschied zwischen Soja- und Rapsschrot weiter verkleinern, könnte sich das Kaufinteresse verstärkt auf Sojaschrot richten.

    Die Rapsölpreise verloren in den vergangenen 7 Tagen 11 EUR/t. Rapsöl fob Hamburg kostete zuletzt 725 EUR/t. Sie werden von den Terminkursen für den Rohstoff Raps belastet, die nach ihrem starken Anstieg in den vergangenen 4 Tagen wieder deutlich nachgaben. Auslöser sind die verbesserten Witterungsbedingungen in Westeuropa, die die Befürchtungen einer geringen Rapsernte 2019 sinken lässt. Sojaöl ist erstmals seit 3 Wochen wieder günstiger als Sonnenblumenöl und hat sich leicht um 1 EUR/t auf 633 EUR/t vergünstigt.

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    Dateigröße: 86 KDatum: 09.05.2019

  • Marktbericht KW 18 / 2019


    Feste Terminkurse in Paris stützen auch die Kassapreise hierzulande. Sollten sich die Hoffnungen der Erzeuger, im Übergang auf die Ernte 2019 höhere Forderungen durchsetzen zu können, nun doch noch erfüllen? Zumindest im Moment sieht es danach aus, immerhin liegen die Preise mit aktuell 349 EUR/t im Bundesmittel rund 2 EUR/t über Vorwochenniveau, vor allem aber 23 EUR/t höher als vor einem Jahr, Tendenz weiter steigend. Vor allem, wenn es in Teilen Europas zu trocken bleibt und sich Ertragseinbußen bewahrheiten. Die Umsätze am Rapsmarkt werden durch die Preissteigerungen der vergangenen Wochen bislang aber noch nicht nennenswert belebt. Denn trotz der festen Tendenz liegt das Preisniveau immer noch weit unter den Vorstellungen der Erzeuger, außerdem weckt der Verlauf die Hoffnung auf weitere Befestigungen. Solange die Preise steigen, werden alterntige Restmengen zurückgehalten. Feste Terminkurse in Paris stützen auch die Kassapreise hierzulande. Sollten sich die Hoffnungen der Erzeuger, im Übergang auf die Ernte 2019 höhere Forderungen durchsetzen zu können, nun doch noch erfüllen? Zumindest im Moment sieht es danach aus, immerhin liegen die Preise mit aktuell 349 EUR/t im Bundesmittel rund 2 EUR/t über Vorwochenniveau, vor allem aber 23 EUR/t höher als vor einem Jahr, Tendenz weiter steigend. Vor allem, wenn es in Teilen Europas zu trocken bleibt und sich Ertragseinbußen bewahrheiten. Die Umsätze am Rapsmarkt werden durch die Preissteigerungen der vergangenen Wochen bislang aber noch nicht nennenswert belebt. Denn trotz der festen Tendenz liegt das Preisniveau immer noch weit unter den Vorstellungen der Erzeuger, außerdem weckt der Verlauf die Hoffnung auf weitere Befestigungen. Solange die Preise steigen, werden alterntige Restmengen zurückgehalten.

    Die Lage am Rapsschrotmarkt ist zum einen durch die kurze Handelswoche bedingt außerordentlich ruhig, aber auch durch die schwache Nachfrage der Mischfutterbetriebe. Diese sind weiterhin gut gedeckt und kaufen wenn überhaupt kleine Mengen. Besonders auf den vorderen Terminen wird Rapsschrot kaum noch nachgefragt und ist für Händler sehr schwer zu verkaufen. Sojaschrot wird zwar in dieser Handelswoche vereinzelt nachgefragt, aber insgesamt ist der Markt immer noch sehr ruhig und kaum verändert gegenüber der Vorwoche. Mischfutterhersteller spekulieren auf sinkende Preise. Die schwächer tendierenden Sojaschrotkurse in Chicago belasten die Kassamarktpreise hierzulande zusätzlich. Die steigenden Schweinepreise sprechen allerdings dafür, dass die Nachfrage nach Futtermitteln steigen könnte und infolgedessen die Nachfrage der Mischfutterhersteller nach Proteinkomponenten wie Sojaschrot.

    Die Rapsölpreise tendieren fester, Unterstützung erhalten sie vom Rohstoff Raps. Der hat sich kräftig verteuert, in Paris sind die Terminkurse im Wochenverlauf deutlich gestiegen. Auslöser der Kursbefestigung sind die geringeren Rapsernteschätzungen für die EU-28. Rapsöl fob Hamburg kostete zuletzt 736 EUR/t und damit 16 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Währenddessen hat sich Sojaöl um 8 auf 635 EUR/t vergünstigt.

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    Dateigröße: 86 KDatum: 02.05.2019

  • Marktbericht KW 17 / 2019


    In den Wochen nach der Ernte 2018 waren viele Erzeuger, besonders solche, die eine enttäuschende Rapsernte eingefahren hatten, kaum bereit, Ware abzugeben. Das Warten, Hoffen und Spekulieren auf Preissteigerungen begann, sodass nur geringe Mengen verkauft wurden und Lieferungen vor allem im Rahmen bestehender Kontrakte erfolgten. Normalerweise machen die Preise unmittelbar nach der Ernte erst einmal einen Knick nach unten, um dann aber in den Folgemonaten beständig nach oben zu klettern. Einen solchen Preisverlauf hat es zuletzt 2016/17 gegeben, 2017/18 war das trotz kleiner Ernte, nicht der Fall. Bei noch kleinerer Ernte 2018 waren sich Anbieter sicher, dass die Preise steigen würden. Das taten sie zunächst auch und im August waren frei Erfasserlager über 360 EUR/t zu erzielen. Einige werden wohl bereuen, damals zu diesem Preis nicht mehr verkauft zu haben und auf weitere Befestigungen gesetzt zu haben, denn die sollten nicht kommen. In den Folgemonaten dümpelten die Preise impulslos vor sich hin, die Vorgaben vom Terminmarkt waren nicht richtungsweisend. Das änderte sich ab Mitte Februar, doch legte Raps nicht zu, sondern geriet massiv unter Druck und verlor im Monatsverlauf rund 5 % an Wert. Seitdem tendieren die Preise zwar leicht fester, liegen jedoch unter 350 EUR/t und damit weit unter den Vorstellungen der Anbieter. Noch immer gibt es Rapserzeuger die vergleichsweise große Vorräte alterntiger Ware vor sich herschieben, da sie in den vergangenen Monaten vergeblich auf Hausse gehofft hatten. Diese Mengen jetzt zu guten Preisen oder wenigstens kostendeckendend zu verkaufen, gestaltet sich schwierig. Der Auslagerungsdruck wächst, aber die Ölmühlen sind zumeist gut über Importe versorgt. Damit sitzen die Verarbeiter in Preisverhandlungen am längeren Hebel. Für Rapserzeuger gibt es nun verschiedene Möglichkeiten: Zugeständnisse machen und die Ware jetzt verkaufen, um die Lager zu räumen, weiter auf Preissteigerungen bis zur Ernte 2019 spekulieren und bis dahin allenfalls kleinere Teilmengen losschlagen oder die alterntige Ware durchlagern, in der Hoffnung, dann endlich höhere Preise zu erzielen.

    Am Rapsschrotmarkt wird in dieser Woche kaum Ware bewegt. Die Wetterentwicklung zum Wochenende hin, für das Niederschläge prognostiziert werden, steht im Fokus für viele Marktteilnehmer. Die deutschen Rapsbestände benötigen Wasser, damit eine gute Ernte 2019 erreicht werden kann. Mischfutterhersteller spekulieren deshalb auf Regenfälle am Wochenende, höhere Rapsertragsschätzungen und demzufolge Preisnachlässe beim Rapsschrot. Am Sojaschrotmarkt wurde wenig gehandelt. Die Nachfrage der Mischfutterhersteller ist gering, was sich in den Preisen widerspiegelt. In den vergangenen 4 Monaten hat Sojaschrot beider Qualitäten 10 % an Wert verloren. Das bestätigt die Käufer in ihrer abwartenden Haltung – sie hoffen auf weitere Vergünstigungen. Zudem orientieren sich die hiesigen Kassamarktpreise stark an den Sojaschrotkursen in Chicago. Diese befinden sich ebenfalls seit dem Jahreswechsel in einer langsamen, aber stetigen Abwärtsbewegung.

    Am Pflanzenölmarkt geht es feiertagsbedingt sehr ruhig zu. Nur wenige Käufer sind überhaupt am Markt aktiv, dennoch gibt es preisliche Veränderungen. Rapsöl hat sich gegenüber der Vorwoche um 12 auf 720 EUR/t verteuert. Das ist durchaus überraschend, da die Nachfrage aus der Biodieselindustrie saisonal rückläufig ist. Zur Monatsmitte sind Beimischer von Rapsmethylester, sogenannter Winterware, auf Sommerware, also auf Soja- und Palmmethylester, umgestiegen. Reichliches Importangebot schafft dabei eine komfortable Versorgungslage. Sojaöl fob Hamburg ist um 16 auf 643 EUR/t gestiegen.

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    Dateigröße: 89 KDatum: 25.04.2019

  • Marktbericht KW 16 / 2019


    Marktteilnehmer in Deutschland berichten von einem nach wie vor sehr ruhigen Geschäftsverlauf, doch so langsam geraten Rapserzeuger, zumindest die, die noch größere Mengen alterntige Ware vor sich herschieben, unter Zugzwang. Der Auslagerungsdruck wächst von Woche zu Woche, schließlich wollen die Lager bis zum Erntebeginn geräumt sein. Gleichzeitig sinken die Hoffnungen auf Preissteigerungen im Übergang auf die neue Ernte, vor allem unter Berücksichtigung jüngster Preisentwicklung. Inlandsraps vom Erzeuger ist auf Wochensicht um 10 auf 335 EUR/t abgerutscht und hat sich dem schwachen Vorjahresniveau damit von oben her deutlich angenähert habe. Vom Terminmarkt kommt keine Unterstützung und die Verarbeiter sitzen, dank guter Versorgung mit Raps aus dem Ausland in den Preisverhandlungen am längeren Hebel. Kontrakte ex Ernte 2019 werden dem Vernehmen nach kaum besprochen, Abschlüsse haben noch Seltenheitswert. Grund ist dabei vor allem die Zurückhaltung der Erzeuger. Niemand will sich verkalkulieren und vertraglich festgelegte Mengen am Ende nicht liefern können oder zu früh zu günstig verkaufen. Das Extremjahr 2018 scheint viele vorsichtiger agieren zu lassen.

    Das Angebot an Rapsschrot ist auf den vorderen Terminen sehr begrenzt, Ölmühlen sind beinahe ausverkauft und jene, die unbedingt kaufen müssen bezahlen zum Teil überdurchschnittlich hohe Preise, um noch an Ware zu kommen. Ansonsten sind die meisten Mischfutterhersteller bis Juli noch gut gedeckt, weshalb Rapsschrot der alten Ernte kaum nachgefragt wird. Dafür ist Rapsschrot der neuen Ernte ab August immer mehr im Gespräch, die Nachfrage von Mischfutterbetrieben etwas reger. Einerseits müsste das Kaufinteresse steigen und andererseits die Preise zulegen, damit die Ölmühlen wieder Geschäfte eingehen und der Markt in Schwung kommt, meinen Marktteilnehmer. Am Sojaschrotmarkt werden zwar hier und da immer mal wieder kleine Mengen nachgefragt, aber diese Umsätze sind kaum nennenswert. Das Sojaschrotangebot dürfte nach jetzigem Stand nicht knapp werden. Käufer warten deshalb weiterhin ab und spekulieren auf Vergünstigungen.

    Die Rapsölpreise zeigen sich stabil, mit 708 EUR/t fob Hamburg wird genau so viel wie in der Vorwoche verlangt. Marktteilnehmern zufolge gibt es derzeit keine eindeutigen Impulse, was sich auch am Terminmarkt in mal festeren, mal schwächeren Rapskursen zeigt, die letztlich aber Nahe der Marke von 360 EUR/t bleiben – und das schon seit Wochen. Reichliche Rapsvorräte in der Ukraine und das avisiert steigende Angebot aus Kanada am EU-Markt heben die Aussicht auf eine äußert komfortable Importversorgung bzw. Angebots- und damit Preisdruck aus diesen beiden Ländern. Dem steht jedoch die geringere Versorgung mit eigenem Raps und die Aussicht auf erneut kleine Ernten in manchen EU-Staaten – darunter Frankreich und Deutschland als bedeutendste Rapserzeuger der Gemeinschaft – entgegen. Steigender Angebotsdruck aus Drittstaaten ja, steigender Importbedarf aber ebenfalls ja – beides könnte sich Marktteilnehmern zufolge nahezu aufheben. Was für den Rohstoffmarkt gilt, lässt sich auch auf die Nachprodukte übertragen: Das Fehlen richtungsweisender Impulse hält die Preise stabil und lässt die Märkte weiter abwarten. Eine deutliche Preisbewegung hat es indes beim Sojaöl gegeben, dass sich auf Wochensicht um 18 auf 627 EUR/t vergünstigt hat. Festere Vorgaben von den Sojaschrotkurse in Chicago konnten den Rückgang nicht stoppen.

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    Dateigröße: 87 KDatum: 18.04.2019

  • Marktbericht KW 15 / 2019


    Das niedrige Preisniveau für Inlandsraps bremst das Geschäft, Erzeuger sind kaum bereit Ware abzugeben. Selbst die, die noch größere Mengen unverkauft im Lager haben, warten weiterhin ab. Vielleicht lassen sich im Übergang auf die neue Ernte ja doch noch höhere Forderungen durchsetzen, so die Hoffnung vieler. Andere haben bereits den Großteil verkauft, sodass wirklich nur noch Restmengen vorhanden sind, mit denen sie ohne Not auf Preissteigerungen spekulieren. Mancher hat die Hoffnung aber auch begraben und wird die Ware wohl durchlagern. Die Ernte 2019 gerät zunehmend in den Fokus der Verarbeiter, während alterntige Ware kaum noch Beachtung findet. Nur sehr vereinzelt wird Raps auf vorderen Terminen umgesetzt und dann zu Preisen um 345 EUR/t im Bundesdurchschnitt. Ex Ernte wird Rapserzeugern schon seit 5 Wochen mehr geboten als für alterntige Ware, zuletzt 351 EUR/t im Bundesmittel. Das animiert erst recht zum Durchlagern. Das Kontraktgeschäft verläuft dennoch in ruhigen Bahnen, denn bis zur Ernte sind es noch einige Wochen hin und keiner möchte sich verkalkulieren und zu früh zu viel verkaufen. Zudem legt der jüngste Preisverlauf weitere Befestigungen nahe. Auch die nach wie vor knappen Wasserressourcen im Boden fördern die Zurückhaltung der Verkäufer. Zwar sind die Feldbestände gut entwickelt, aber in den kommenden Wochen könnte die Wasserversorgung ohne neue Niederschläge regional durchaus kritisch werden.

    Am Rapsschrotmarkt wird kaum physische Ware gehandelt, da es weiterhin an frischen Impulsen mangelt. Mischfutterbetriebe fragen kaufen nur kleinste Mengen für den direkten Bedarf. Käufer spekulieren wegen der leicht rückläufigen Preise auf weitere Vergünstigungen und warten deshalb ab. Marktteilnehmer berichten, dass die Umsätze in diesem Jahr bisher geringer sind als im Vorjahr, was aber darauf schließen lässt, dass Mischfutterbetriebe für Mai bis Juli bald neue Ware benötigen dürften. Sojaschrot wird aktuell etwas stärker nachgefragt als in der vorangegangenen Woche. Die Mischfutterhersteller wollen sich vor den näher rückenden Osterfeiertagen eindecken, da sie während der Feiertage nicht beliefert werden können. Dieser Nachfrageanstieg dürfte aber nur kurzzeitig anhalten. Marktteilnehmer berichten zudem von einer etwas regeren mittelfristigen Nachfrage zum Sommer. Im Preisverlauf spiegelt sich die leicht höhere Nachfrage allerdings nicht wider.

    Die geringere Rapsölnachfrage der Biodieselhersteller macht sich bemerkbar. Während andere Pflanzenöle fester tendieren, wurden die Rapsölpreise weiter zurückgenommen. Mit 708 EUR/t fob Hamburg werden 2 EUR/t weniger als in der Vorwoche verlangt. Ab dem 16.04.2019 werden Biodieselbeimischer von Raps- auf Soja- und Palmmethylester umstellen. Und auch sonst findet Rapsöl keine Preisunterstützung. Die Rapsterminkurse rutschten zuletzt wieder unter 360 EUR/t, eine Marke, um die sie nun schon seit Wochen impulslos herumdümpeln. Sojamethylester steht bei Biodieselbeimischern nun hoch im Kurs und lässt Sojaöl einen kräftigen Preissprung hinlegen. Mit 645 EUR/t fob Hamburg werden 15 EUR/t mehr als in der Vorwoche verlangt.

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    Dateigröße: 87 KDatum: 11.04.2019

  • Marktbericht KW 14 / 2019


    Die Lage am Rapsmarkt ändert sich nicht. Ölmühlen sind nach wie vor gut gedeckt oder stopfen die Lücken mit Importware, zudem sei Rapsöl ist schwer zu vermarkten, was den Bedarf der Verarbeiter drosselt. Interesse am Zukauf inländischer Rapspartien zeigen die meisten nicht. Die Ölmühle in Mannheim soll sich vorerst sogar komplett vom Rapsmarkt zurückgezogen haben. Anbietern ist es damit kaum möglich, höhere Forderungen durchzusetzen. Die Erzeugerpreise bleiben auf niedrigem Niveau, zuletzt wurden 344 EUR/t im Bundesdurchschnitt festgestellt, bloß 1 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Mindestens 360 EUR/t frei Erfasserlager wollen Erzeuger für ihren alterntigen Raps aber sehen, doch selbst die scheinen vorerst nicht erreichbar. So werden Restmengen aus der Ernte 2018 und teilweise sogar noch aus 2017 weiter vor sich hergeschoben. Importdruck aus Ukraine und Kanada deckelt die Rapskurse in Paris, auch wenn die Terminkurse zuletzt gestiegen sind, bleiben sie in Ermangelung richtungsweisender Impulse doch nahe der Marke von 360 EUR/t. In der EU haben trockenere Witterung in weiten Teilen Frankreichs, Deutschlands und Polens die Ertragsaussichten für Winterraps etwas geschmälert, besonders aber in der Ukraine, wo Marktteilnehmer von Wachstumsverzögerungen berichten. In Deutschland haben sich die Feldbestände in den vergangenen Tagen zügig entwickelt. Inwieweit das Wasser für eine gute weitere Entwicklung reichen wird, ist nicht vorhersehbar.

    Mischfutterhersteller kaufen in dieser Woche kaum Rapsschrot und sind immer noch so gut gedeckt, dass sie bestenfalls für Mai und Juni kleine Mengen nachkaufen. Rapsschrot der alten Ernte wird derzeit quasi gar nicht mehr gehandelt, Rapsschrot der kommenden Saison wird immerhin besprochen. Ware geht also kaum über den Tisch und der Kontrakthandel war auch schon einmal reger. Sogar auf Monatssicht ist die Lage am Rapsschrotmarkt einschläfernd ruhig. Die Preise bewegen sich in einem Rahmen von 3 EUR/t, mal rauf, mal runter und pendeln damit relativ stabil um 220 EUR/t. Am Sojaschrotmarkt wurde diese Woche noch weniger umgesetzt als eine Woche zuvor. Die Nachfrage ist gering, das Angebot reichlich. Auch der gesunkene Eurokurs bremst die Geschäfte hierzulande. Die Preise sanken zwar zwischenzeitlich um 11 EUR/t und stiegen zuletzt wieder um 5 EUR/t, aber wo keine Nachfrage ist, können auch diese Preisbewegungen nichts ausrichten.

    Am Pflanzenölmarkt herrscht Flaute. Die Nachfrage ist Marktteilnehmern zufolge äußerst gering, was sich besonders im Rückgang der Sojaölpreise widerspiegelt. Mit 630 EUR/t fob Hamburg wurden diese zuletzt 20 EUR/t unter Vorwochenniveau festgestellt – so niedrig hatten die Preise zuletzt Anfang Januar gelegen. Doch auch die Forderungen für Rapsöl wurden gekürzt, 710 EUR/t fob Hamburg sind 5 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Der Biodieselmarkt stellt von Winter- auf Sommerware um, RME gerät mehr und mehr aus dem Fokus. Ansonsten mangelt es dem Markt an Impulsen. Die Terminkurse für Raps in Paris dümpeln weiter knapp um 360 EUR/t vor sich hin.

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    Dateigröße: 87 KDatum: 04.04.2019

  • Marktbericht KW 13 / 2019


    Rapsanbieter in Deutschland hoffen weiter auf Preissteigerungen im Übergang auf die Ernte 2019. Angefacht werden die Spekulationen durch die jüngsten Kursbefestigungen für Raps an der Börse in Paris. Seit Wochenbeginn tendieren die Rapskurse leicht fester und der Fronttermin konnte zuletzt immerhin wieder die Marke von 360 EUR/t erreichen. Doch vor allem die Kurssteigerungen ex Ernte machen Anbietern und vor allem Erzeugern, die noch überdurchschnittlich große Mengen alterntiger Ware unverkauft vor sich herschieben, Hoffnung. Der August-Kontrakt hat sich auf über 363 EUR/t befestigt und damit ein 6- Wochenhoch erreicht. Es ist zu erwarten, dass Raps vielerorts durchgelagert, also mit in die Saison 2019/20 genommen wird. Während Rapserzeuger auf Preissteigerungen setzen und deshalb nur verhalten Ware auf den vorderen Positionen anbieten, bleibt die Nachfrage der Ölmühlen zurückhaltend. Immerhin haben sie ihre Prämien auf die wieder festeren Notierungen nicht gekürzt. Offerten lassen sich damit zwar kaum mobilisieren, aber es könnte ein erster Schritt Richtung Marktbelebung sein. Jüngste 343 EUR/t im Bundesdurchschnitt liegen gut 1 EUR/t über Vorwoche.

    Eine weitere Woche bleibt die Lage am Rapsschrotmarkt ruhig. Die Nachfrage ist sehr gering, da Mischfutterhersteller weiter auf Preisrückgänge spekulieren. Das Angebot auf den vorderen Positionen ist begrenzt, März-Ware wird kurz vor dem Monatswechsel kaum noch offeriert, aber auch für April ist nicht viel im Angebot – die Abgabebereitschaft der Ölmühlen ist verhalten. Der lahme Handel hat die Preise zuletzt unter Druck gesetzt, auf Wochensicht bleibt aber ein Plus von 5 auf 222 EUR/t im Bundesdurchschnitt. Zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr lagen die Preise mit 248 EUR/t allerdings noch deutlich höher. Auch am Sojaschrotmarkt fehlen richtungsweisende Impulse, die Lage ist im Vergleich zur Vorwoche unverändert. Die Geschäfte verlaufen sehr ruhig, es bräuchte Kaufimpulse aus der Mischfutterindustrie um den Markt zu beleben. Doch die decken sich nur mit dem Nötigsten ein und warten fortgesetzt auf Preisnachlässe.

    Die meisten Pflanzenölpreise haben sich gegenüber der Vorwoche kaum verändert. Rapsöl kostet nach wie vor 715 EUR/t fob Hamburg. Kaum veränderte Rapsterminkurse, die sich weiterhin nahe der 360 EURMarke bewegen, sind nicht richtungsweisend. Die Nachricht, dass China für den Rest der Saison keinen Raps aus Kanada mehr kaufen will, sorgte nur kurzzeitig für Wirbel, die Kurse in Paris reagierten kaum. Auch am Biodieselmarkt gibt es nichts Neues: Leichte Preisschwäche ist mit der näher rückenden Umstellung von Winter- auf Sommerware zu erklären. Die bedeutendste Preisänderung hat es beim Sojaöl gegeben, das mit 650 EUR/t fob Hamburg zuletzt 5 EUR/t weniger kostete als vor einer Woche. In einem sonst impulslosen Markt sind dafür wohl die auf Wochensicht leicht schwächeren US-Sojaölkurse verantwortlich.

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    Dateigröße: 87 KDatum: 28.03.2019

  • Marktbericht KW 12 / 2019


    Von der Terminbörse in Paris erhält der hiesige Kassamarkt keine Unterstützung mehr. Ihre Gewinne haben die Rapskurse größtenteils wieder abgegeben, das Niveau von 360 EUR/t ist längst wieder unterschritten. Die Branche rechnet mit hohen Importen aus Kanada und der Ukraine in den kommenden Monaten, das setzt die Terminkurse weiter unter Druck und lässt auch am Kassamarkt keine großen Preissteigerungen zu. Denn Ölmühlen sehen wegen des absehbar steigenden Importangebots keinen Grund, heimischen Raps zu kaufen. Erzeuger, die teilweise noch große Mengen aus der alten Ernte vor sich herschieben, sind verzweifelt. Mancher bereut sogar die 360 EUR/t, die ihm vor sechs Wochen geboten wurden, nicht akzeptiert zu haben. Sich jetzt mit 343 EUR/t zufriedengeben, ist keine Alternative. Doch die Hoffnung auf Preissteigerungen im Übergang auf die Ernte 2019 dürfte sich mit der Aussicht auf steigende Importe ein ganzes Stück weit zerschlagen haben – sie öffnen den Preisspielraum weiter nach unten.

    Die Lage am Rapsschrotmarkt ist nach wie vor eher ruhig, mit geringen Umsätzen. Es besteht kaum Kaufinteresse aus der Mischfutterindustrie. Wenn überhaupt, wird auf den vorderen Positionen gehandelt, spätere Liefertermine werden fast gar nicht nachgefragt. Die Preise haben sich nicht großartig verändert und liegen mit 220 EUR/t für prompte Ware auf dem Niveau von vor zweieinhalb Wochen. Solange die Preise nicht steigen oder sogar zurückgehen, kaufen Mischfutterhersteller so gut wie nichts und warten auf weitere Vergünstigungen. Am Sojaschrotmarkt sieht es ähnlich aus. Die Nachfrage ist weiterhin gering, weshalb nur kleine Mengen umgesetzt werden. Mischfutterhersteller sind immer noch so gut gedeckt, dass sie weitere Preisnachlässe abwarten können. Erst wenn die Preise stark ansteigen schlagen die Käufer zu, weil dann keine weiteren Vergünstigungen mehr in Aussicht stehen.

    Die Rapsölpreise haben sich gegenüber der Vorwoche kaum verändert, mit 715 EUR/t fob Hamburg wurde 1 EUR/t weniger verlangt. Dem Einfluss schwacher Rapsterminkurse konnten sich die Preise damit weitgehend widersetzen, das liegt auch an der lebhafteren Nachfrage. Die wurde durch den Preisrückgang vor zwei Wochen entfacht. Der Spielraum für weitere Preisanpassungen nach oben ist nun allerdings begrenzt. Das liegt an der schwächeren Tendenz der anderen Pflanzenöle, aber auch daran, dass Biodieselkäufer allmählich auf Sommerware (Soja- und Palmmethylester) umstellen, die ab Mitte April den Markt für die kommenden sechs Monate bestimmen wird. Für Sojaöl wurden mit 655 EUR/t fob Hamburg zuletzt 5 EUR/t weniger verlangt als in der Vorwoche. Den internationalen Sojanotierungen fehlen richtungsweisende Impulse, insbesondere Sojaöl zeigt sich unentschlossen. Lediglich börsentechnische Einflüsse bestimmen den Kursverlauf, während die Verhandlungen zwischen China und den USA ein großer Unsicherheitsfaktor am Markt bleiben.

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    Dateigröße: 86 KDatum: 21.03.2019

  • Marktbericht KW 11 / 2019


    Am deutschen Rapsmarkt beginnt sich die Lage zu wandeln. Wochenlang war es dasselbe Lied: Gut gedeckte Ölmühlen kauften fast nichts, schwache Terminkurse setzen die Preise zusätzlich unter Druck, Erzeuger beklagten unzureichende Erlöse und hielten die Ware unter Verschluss. Mit den Kurssteigerungen in Paris der vergangenen Handelstage kommt nun endlich Leben in den Markt. Manche Ölmühle fühlt sich durch die Trendwende animiert zu kaufen und hat ihre Prämien auf die steigenden Rapsterminkurse unverändert gehalten, bietet damit also mehr als in der Vorwoche. Die Talfahrt scheint beendet, sodass sich einige Verarbeiter eindecken wollen, bevor die Preise weiter steigen. Kaufinteressenten finden zu den etwas festeren Kassapreisen auch Offerten aus der Landwirtschaft. Zwar ist das Preisniveau aus Erzeugersicht nach wie vor zu niedrig, doch viele glauben mittlerweile nicht mehr an die großen Preissteigerungen im Übergang auf die Ernte 2019. Lieber jetzt zu 342 EUR/t verkaufen, bevor in der nächsten Woche wieder weniger geboten wird. Neben den nun festeren Preisen bringt auch der wachsende Auslagerungsdruck Rapsofferten an den Markt. Denn bei einzelnen Rapserzeugern liegen noch immer fast zwei Drittel der Ernte im Lager, während sie normalerweise Ende Januar schon komplett verkauft ist.

    Der Rapsschrotmarkt tendiert gegenüber der Vorwoche leicht schwächer. Zuletzt lagen die Preise bei 218 EUR/t, zuvor waren es 5 EUR/t mehr. Wegen der Preisrückgänge spekulieren Käufer auf weitere Vergünstigungen. Sie werden deshalb erst zuschlagen, wenn es einen plötzlichen Preisanstieg gibt. Das bedeutet aber auch, dass die Verarbeiter keinen drängenden Bedarf an Rapsschrot haben und noch immer gut gedeckt sind. Am Rapsschrotmarkt wird deshalb momentan kaum physische Ware gehandelt, sondern hauptsächlich Kontrakte für spätere Liefertermine geschlossen. Die Lage am Sojaschrotmarkt ist geradezu einschläfernd ruhig. Es gibt nur wenig Käufe und kaum Interesse am vorderen Geschäft, Abnehmer sind immer noch gut gedeckt. Sie sind bärisch gestimmt und warten auf Preisrückgänge. Marktteilnehmer berichten von geringen Termingeschäften in der Berichtswoche. Die Sojaschrotpreise sind zwar seit der Vorwoche leicht gesunken – beide Qualitäten um 9 EUR/t – das reicht aber nicht aus, um die Käufer zum Handel zu animieren. Im vergangenen Jahr lagen die Preise zum jetzigen Zeitpunkt rund 50 EUR/t höher.

    Nach den eher schleppenden Vorwochen bewegt sich der Rapsölmarkt wieder etwas. Das Angebot ist vorne knapp, was sich in höheren Preisen für den Fronttermin März widerspiegelt. Dieser ist um 23 auf 716 EUR/t fob Hamburg gestiegen. Für April werden ebenfalls 716 EUR/t fob Hamburg genannt, das sind 24 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Marktteilnehmer berichten von einer regen Nachfrage, die sich hauptsächlich auf die Monate Mai bis Oktober konzentriert. Unterstützt werden die festeren Rapsölpreise außerdem von den gestiegenen Rapskursen in Paris. Diese haben ihren Abwärtstrend beendet und sind seit der Vorwoche von 357,50 auf 359 EUR/t gestiegen. Demgegenüber steht der Sojaölmarkt weiterhin unter Druck. Sojaöl kostete zuletzt 660 EUR/t fob Hamburg und damit genau so viel wie in der Vorwoche. Die Forderungen für spätere Liefertermine ab August 2018 sind sogar 10 EUR/t günstiger als zuvor.

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    Dateigröße: 84 KDatum: 14.03.2019

  • Marktbericht KW 10 / 2019


    Am Rapsmarkt kennen die Preise kein Halten mehr. Zuletzt sind die Erzeugerpreise weiter deutlich abgerutscht, mit 341 EUR/t werden im Bundesdurchschnitt noch einmal 7 EUR/t weniger als in der Vorwoche genannt. Sogar das Niveau ex Ernte 2019 wird damit nun um 2 EUR/t unterschritten. Von oben her nähern sich die Erzeugerpreise dem Niveau des Vorjahres an. Von der Preislinie 2016/17 entfernen sie sich zunehmend. Am Rapsmarkt wird nach wie vor kaum etwas umgesetzt, Ölmühlen halten sich mit Käufen weiterhin zurück. Viele hatten zum Jahresende 2018 bedeutende Mengen Raps aus der Ukraine gekauft, von denen sie immer noch zehren. Doch die Zurückhaltung liegt auch an der geringen Nachfrage aus der Biodieselindustrie für Rapsöl und dem dürftigen Kaufinteresse für Rapsschrot aus der Mischfutterindustrie – beide Nachprodukte bringen nicht die gewünschten Erlöse. Das geringe Kaufinteresse der Ölmühlen gekoppelt mit den schwächeren Kursen am Terminmarkt setzen die Rapspreise weiterhin unter Druck. Einige Rapserzeuger sind verzweifelt, sie haben immer noch große Mengen Raps aus der Ernte 2018 im Lager, einzelne sogar noch etwa zwei Drittel, während sie in anderen Jahren häufig schon im Januar komplett ausverkauft waren. So langsam steigt der Druck die Ware zu verkaufen, um die Läger für die kommenden Saison zu räumen, aber auf aktuellem Preisniveau will das eigentlich niemand, denn das wäre ein Verlustgeschäft. Selbst unmittelbar nach der Ernte 2018 lagen die Preise noch deutlich höher als jetzt. Von einem Niveau von über 400 EUR/t wie zu gleichen Zeit im Wirtschaftsjahr 2016/17 können Landwirte nur träumen. Die Hoffnung stirbt zuletzt, wenigstens im Übergang auf die Ernte 2019 Preisaufschläge durchsetzen zu können.

    Mischfutterhersteller fragen nur geringe Mengen Rapsschrot nach, sind gut gedeckt und hoffen auf Preisnachlässe. Im Wochenverlauf haben sich die Rapsschrotpreise kaum verändert. Mit 224 EUR/t im Bundesdurchschnitt lagen sie zuletzt nur 1 EUR/t unter Vorwochenniveau. Die Rapsterminkurse in Paris haben seit der Vorwoche weitere 2 % auf 351,50 EUR/t an Wert verloren und ziehen die Rapsschrotpreise hierzulande weiter mit nach unten. Der Sojaschrotmarkt wird von lahmen Umsätzen bestimmt. Käufer gehen kaum Geschäfte ein, sodass nur kleine Mengen für den direkten Bedarf gehandelt werden. Sie sind verunsichert, da sie die Entwicklung des Marktes nur schwer einschätzen können. Die Sojaschrotpreise dümpeln seit Wochen vor sich hin. Für Sojaschrot mit 49 % ProFett-Gehalt liegen die Preise mit 321 EUR/t genau auf Vorwochenniveau. Bei den Forderungen für Sojaschrot mit 44 % ProFett-Gehalt hat sich ebenfalls nicht viel getan. Im Vorwochenvergleich liegen diese mit 298 EUR/t gerade mal 1 EUR/t höher.

    Die Rapsölpreise stehen fortgesetzt unter Druck. Zuletzt wurden 693 EUR/t fob Hamburg festgestellt, womit die Preise auf Wochensicht um weitere 5 EUR/t nachgegeben haben. Die Biodieselnachfrage ist rückläufig bzw. konzentriert sich nun langsam stärker auf die sogenannte Sommerware, Soja- und Palmmethylester, während Rapsmethylester aus dem Fokus rutscht. Zusätzlich belasten die schwachen Rapsterminkurse. In Paris sank der Fronttermin zum Wochenauftakt auf 351,50 EUR/t und damit auf den tiefsten Stand seit Juni 2018. Während die Forderungen für Rapsöl weiter zurückgenommen wurden, haben sich die übrigen Pflanzenölpreise kaum verändert, womit sich Rapsöl den anderen Pflanzenölen im Preis von oben her weiter angenähert hat, damit also zumindest an Wettbewerbsfähigkeit gewinnt. Sojaöl kostete zuletzt 660 EUR/t fob Hamburg und damit 1 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Es ist damit nur noch 23 EUR/t günstiger als Rapsöl, vor einem Monat lag die Differenz noch bei 75 EUR/t.

    © AMI GmbH 2019

    Dateigröße: 88 KDatum: 07.03.2019