Aktuelle Marktberichte

  • Marktbericht KW 11 / 2019


    Am deutschen Rapsmarkt beginnt sich die Lage zu wandeln. Wochenlang war es dasselbe Lied: Gut gedeckte Ölmühlen kauften fast nichts, schwache Terminkurse setzen die Preise zusätzlich unter Druck, Erzeuger beklagten unzureichende Erlöse und hielten die Ware unter Verschluss. Mit den Kurssteigerungen in Paris der vergangenen Handelstage kommt nun endlich Leben in den Markt. Manche Ölmühle fühlt sich durch die Trendwende animiert zu kaufen und hat ihre Prämien auf die steigenden Rapsterminkurse unverändert gehalten, bietet damit also mehr als in der Vorwoche. Die Talfahrt scheint beendet, sodass sich einige Verarbeiter eindecken wollen, bevor die Preise weiter steigen. Kaufinteressenten finden zu den etwas festeren Kassapreisen auch Offerten aus der Landwirtschaft. Zwar ist das Preisniveau aus Erzeugersicht nach wie vor zu niedrig, doch viele glauben mittlerweile nicht mehr an die großen Preissteigerungen im Übergang auf die Ernte 2019. Lieber jetzt zu 342 EUR/t verkaufen, bevor in der nächsten Woche wieder weniger geboten wird. Neben den nun festeren Preisen bringt auch der wachsende Auslagerungsdruck Rapsofferten an den Markt. Denn bei einzelnen Rapserzeugern liegen noch immer fast zwei Drittel der Ernte im Lager, während sie normalerweise Ende Januar schon komplett verkauft ist.

    Der Rapsschrotmarkt tendiert gegenüber der Vorwoche leicht schwächer. Zuletzt lagen die Preise bei 218 EUR/t, zuvor waren es 5 EUR/t mehr. Wegen der Preisrückgänge spekulieren Käufer auf weitere Vergünstigungen. Sie werden deshalb erst zuschlagen, wenn es einen plötzlichen Preisanstieg gibt. Das bedeutet aber auch, dass die Verarbeiter keinen drängenden Bedarf an Rapsschrot haben und noch immer gut gedeckt sind. Am Rapsschrotmarkt wird deshalb momentan kaum physische Ware gehandelt, sondern hauptsächlich Kontrakte für spätere Liefertermine geschlossen. Die Lage am Sojaschrotmarkt ist geradezu einschläfernd ruhig. Es gibt nur wenig Käufe und kaum Interesse am vorderen Geschäft, Abnehmer sind immer noch gut gedeckt. Sie sind bärisch gestimmt und warten auf Preisrückgänge. Marktteilnehmer berichten von geringen Termingeschäften in der Berichtswoche. Die Sojaschrotpreise sind zwar seit der Vorwoche leicht gesunken – beide Qualitäten um 9 EUR/t – das reicht aber nicht aus, um die Käufer zum Handel zu animieren. Im vergangenen Jahr lagen die Preise zum jetzigen Zeitpunkt rund 50 EUR/t höher.

    Nach den eher schleppenden Vorwochen bewegt sich der Rapsölmarkt wieder etwas. Das Angebot ist vorne knapp, was sich in höheren Preisen für den Fronttermin März widerspiegelt. Dieser ist um 23 auf 716 EUR/t fob Hamburg gestiegen. Für April werden ebenfalls 716 EUR/t fob Hamburg genannt, das sind 24 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Marktteilnehmer berichten von einer regen Nachfrage, die sich hauptsächlich auf die Monate Mai bis Oktober konzentriert. Unterstützt werden die festeren Rapsölpreise außerdem von den gestiegenen Rapskursen in Paris. Diese haben ihren Abwärtstrend beendet und sind seit der Vorwoche von 357,50 auf 359 EUR/t gestiegen. Demgegenüber steht der Sojaölmarkt weiterhin unter Druck. Sojaöl kostete zuletzt 660 EUR/t fob Hamburg und damit genau so viel wie in der Vorwoche. Die Forderungen für spätere Liefertermine ab August 2018 sind sogar 10 EUR/t günstiger als zuvor.

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    Dateigröße: 84 KDatum: 14.03.2019

  • Marktbericht KW 10 / 2019


    Am Rapsmarkt kennen die Preise kein Halten mehr. Zuletzt sind die Erzeugerpreise weiter deutlich abgerutscht, mit 341 EUR/t werden im Bundesdurchschnitt noch einmal 7 EUR/t weniger als in der Vorwoche genannt. Sogar das Niveau ex Ernte 2019 wird damit nun um 2 EUR/t unterschritten. Von oben her nähern sich die Erzeugerpreise dem Niveau des Vorjahres an. Von der Preislinie 2016/17 entfernen sie sich zunehmend. Am Rapsmarkt wird nach wie vor kaum etwas umgesetzt, Ölmühlen halten sich mit Käufen weiterhin zurück. Viele hatten zum Jahresende 2018 bedeutende Mengen Raps aus der Ukraine gekauft, von denen sie immer noch zehren. Doch die Zurückhaltung liegt auch an der geringen Nachfrage aus der Biodieselindustrie für Rapsöl und dem dürftigen Kaufinteresse für Rapsschrot aus der Mischfutterindustrie – beide Nachprodukte bringen nicht die gewünschten Erlöse. Das geringe Kaufinteresse der Ölmühlen gekoppelt mit den schwächeren Kursen am Terminmarkt setzen die Rapspreise weiterhin unter Druck. Einige Rapserzeuger sind verzweifelt, sie haben immer noch große Mengen Raps aus der Ernte 2018 im Lager, einzelne sogar noch etwa zwei Drittel, während sie in anderen Jahren häufig schon im Januar komplett ausverkauft waren. So langsam steigt der Druck die Ware zu verkaufen, um die Läger für die kommenden Saison zu räumen, aber auf aktuellem Preisniveau will das eigentlich niemand, denn das wäre ein Verlustgeschäft. Selbst unmittelbar nach der Ernte 2018 lagen die Preise noch deutlich höher als jetzt. Von einem Niveau von über 400 EUR/t wie zu gleichen Zeit im Wirtschaftsjahr 2016/17 können Landwirte nur träumen. Die Hoffnung stirbt zuletzt, wenigstens im Übergang auf die Ernte 2019 Preisaufschläge durchsetzen zu können.

    Mischfutterhersteller fragen nur geringe Mengen Rapsschrot nach, sind gut gedeckt und hoffen auf Preisnachlässe. Im Wochenverlauf haben sich die Rapsschrotpreise kaum verändert. Mit 224 EUR/t im Bundesdurchschnitt lagen sie zuletzt nur 1 EUR/t unter Vorwochenniveau. Die Rapsterminkurse in Paris haben seit der Vorwoche weitere 2 % auf 351,50 EUR/t an Wert verloren und ziehen die Rapsschrotpreise hierzulande weiter mit nach unten. Der Sojaschrotmarkt wird von lahmen Umsätzen bestimmt. Käufer gehen kaum Geschäfte ein, sodass nur kleine Mengen für den direkten Bedarf gehandelt werden. Sie sind verunsichert, da sie die Entwicklung des Marktes nur schwer einschätzen können. Die Sojaschrotpreise dümpeln seit Wochen vor sich hin. Für Sojaschrot mit 49 % ProFett-Gehalt liegen die Preise mit 321 EUR/t genau auf Vorwochenniveau. Bei den Forderungen für Sojaschrot mit 44 % ProFett-Gehalt hat sich ebenfalls nicht viel getan. Im Vorwochenvergleich liegen diese mit 298 EUR/t gerade mal 1 EUR/t höher.

    Die Rapsölpreise stehen fortgesetzt unter Druck. Zuletzt wurden 693 EUR/t fob Hamburg festgestellt, womit die Preise auf Wochensicht um weitere 5 EUR/t nachgegeben haben. Die Biodieselnachfrage ist rückläufig bzw. konzentriert sich nun langsam stärker auf die sogenannte Sommerware, Soja- und Palmmethylester, während Rapsmethylester aus dem Fokus rutscht. Zusätzlich belasten die schwachen Rapsterminkurse. In Paris sank der Fronttermin zum Wochenauftakt auf 351,50 EUR/t und damit auf den tiefsten Stand seit Juni 2018. Während die Forderungen für Rapsöl weiter zurückgenommen wurden, haben sich die übrigen Pflanzenölpreise kaum verändert, womit sich Rapsöl den anderen Pflanzenölen im Preis von oben her weiter angenähert hat, damit also zumindest an Wettbewerbsfähigkeit gewinnt. Sojaöl kostete zuletzt 660 EUR/t fob Hamburg und damit 1 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Es ist damit nur noch 23 EUR/t günstiger als Rapsöl, vor einem Monat lag die Differenz noch bei 75 EUR/t.

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    Dateigröße: 88 KDatum: 07.03.2019

  • Marktbericht KW 09 / 2019


    Die Lage am deutschen Rapsmarkt ist im Prinzip unverändert zu den vergangenen Wochen, hat sich allerdings noch einmal deutlich verschärft. Es wird berichtet, dass die Ölmühlen aktuell fast überhaupt keinen Raps der alten Ernte mehr kaufen und auch für Termine ex Ernte 2019 ist die Nachfrage noch ungewöhnlich ruhig. Bei den Verarbeitern kommt keinerlei Hektik auf, denn sie sind gut gedeckt und füllen die Lücken mit Importware. Die Erzeugerpreise setzt das unter Druck und lässt auch die Hoffnung der Landwirte schwinden, im Übergang auf die neue Ernte höhere Forderungen gegenüber den Mühlen durchsetzen zu können. Die Ernte 2019 soll aktuell erst zu 10 % kontrahiert sein, während es normalerweise schon bis zu 30 % sind. Doch die Zurückhaltung geht von beiden Seiten des Marktes aus: Ölmühlen wollen nicht zu früh zu teuer einkaufen, Erzeuger die Ware nicht zu günstig abgeben oder sich verkalkulieren und Kontraktmengen am Ende nicht liefern können. Marktteilnehmer sind unsicher, was die kommende Rapsernte betrifft. Bisher war der Witterungsverlauf mit ungewöhnlich milden Temperaturen zwar günstig, aber andererseits mangelt es dem Raps dadurch an Winterhärte. Deshalb ist die Auswinterungsgefahr noch hoch. Doch solange die Temperaturen über dem Gefrierpunkt bleiben, besteht keine Gefahr. Anderseits fördert das milde Wetter die Ausbreitung des Rapsglanzkäfers, die Befallsmeldungen häufen sich. Die meisten werden Wetterverlauf und Pflanzenentwicklung abwarten, um so die potenzielle Erntemenge besser einschätzen zu können. Solange dürften die Umsätze am Rapsmarkt gering bleiben.

    Im Vergleich zur Vorwoche hat sich am Rapsschrotmarkt nicht viel getan. Rapsschrot aus der Ernte 2018 wird wenig bis gar nicht nachgefragt. Das deutet darauf hin, dass Mischfutterhersteller immer noch gut versorgt sind. Sie warten ab und spekulieren auf Vergünstigungen. Das wiederum erzeugt Druck, der die Preise noch weiter nachgeben lässt, eine Abwärtsspirale entsteht. Zuletzt kostete Rapsschrot in Deutschland im Schnitt 221 EUR/t und damit gut 8 EUR/t weniger als einer Woche zuvor. Neben dem aktuellen Nachfrageflaute belasten schwächere Rapsterminkurse in Paris. Ende Januar lagen diese für den Fronttermin noch bei 380 EUR/t, sind aber mittlerweile auf unter 360 EUR/t verfallen. Die Stimmung am Sojaschrotmarkt ist gedämpft. Die Umsätze sind gering, da Käufer nur kleine Mengen für den kurzfristigen Bedarf ordern. Immerhin sind die Preise nicht weiter gesunken, Ware beider Qualitäten konnte das Vorwochenniveau halten.

    Am Pflanzenölmarkt haben die Rapsölpreise kräftig nachgegeben. Zuletzt wurden 698 EUR/t fob Hamburg genannt, das waren 35 EUR/t weniger als noch vor einer Woche. Das ist außerdem das niedrigste Preisniveau seit Juni 2018. Grund sind die schwächeren Rapsterminkurse in Paris, die mit 360 EUR/t zuletzt 3,50 EUR/t unter Vorwoche lagen. Doch vor allem spiegelt sich in dem Preisrückgang die saisonal schwächere Biodieselnachfrage wider. Die ist nicht nur insgesamt rückläufig, sondern konzentriert sich nun auch schon stärker auf sogenannte Sommerware, also auf Soja- und Palmmethylester (SME, PME) anstelle von Rapsmethylester (RME). Ab Mitte April erfolgt die Umstellung auf Sommerware, doch schon jetzt stellen sich Einkäufer darauf ein. Das Kaufinteresse für RME lässt bereits spürbar nach und zieht die Rapsölpreise mit nach unten. Im Wochenvergleich nur wenig verändert haben sich die Sojaölpreise. Fob Hamburg kostete es zuletzt 661 EUR/t und damit 5 EUR/t weniger als zuvor.

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    Dateigröße: 88 KDatum: 01.03.2019

  • Marktbericht KW 08 / 2019


    Ölmühlen in Deutschland sind nach wie vor gut gedeckt. Viele haben ihren Bedarf Ende 2018 mit Importen aus der Ukraine gedeckt und müssen vorerst noch nichts zukaufen. Das wegen schwacher Ernte voraussichtlich kleinere Exportangebot aus Australien verunsichert Käufer offenbar nicht. Das verdeutlicht einmal mehr, dass die Versorgungslage der Ölmühlen weiterhin gut ist. In einem fallenden Markt finden Rapserzeuger nach wie vor keine Gründe zu verkaufen, sodass es kaum Offerten über Restmengen der Ernte 2018 gibt. Auch die Ernte 2019 wird noch nicht besprochen, für das Abschließen von Kontrakten scheint es noch zu früh. Erst einmal warten Marktteilnehmer ab, wie sich die Feldbestände in den kommenden Wochen entwickeln. Käufer wollen nicht zu viel zahlen, Landwirte nicht zu wenig erlösen oder, schlimmer noch, sich verkalkulieren und Kontraktmengen nicht liefern können. Zündstoff bergen aktuell Diskussionen über die deutsche Rapsernte 2019. Die überdurchschnittlich warmen Temperaturen spalten den Markt. Die einen setzten bereits jetzt auf eine gute, frühe Ernte, während die anderen, aufgrund mangelnde Winterhärte, beim Raps die Gefahr von Auswinterung und Ertragseinbußen sehen. Diese Spekulationen um die Ernte 2019 liefern den Rapskursen in Paris keine richtungsweisenden Impulse, in kleinen Schritten geht es an der Börse seit nunmehr 8 Handelstagen abwärts – zusammen mit der schwachen Nachfrage belastet das auch die Kassapreise in Deutschland.

    In der vergangenen Woche hat sich auf dem Rapsschrotmarkt nicht viel getan, die Lage ist nach wie vor ruhig. Marktteilnehmer berichten, dass Mischfutterhersteller kaum Gebote machen, obwohl einzelne Ölmühlen Rapsschrot zur sofortigen Lieferung im Angebot haben. Das Angebot ist vorne trotzdem eher gering und die Nachfrage verhalten, was den Markt insgesamt schwächer tendieren lässt. Außerdem deutet die geringe Nachfrage darauf hin, dass Mischfutterbetriebe vorne immer noch gut gedeckt sind. Der Sojaschrotmarkt ist im Vergleich zur vergangenen Woche immer noch ruhig. Es werden nur kleine Mengen gehandelt und die Umsätze sind gering. Marktteilnehmer warten ab, ob die Preise noch weiter sinken. Bevor es keine Bewegung nach oben gibt, was für die nahe Zukunft nicht absehbar ist, decken sich Käufer nur mit knappen Mengen für den direkten Bedarf ein. Kaufkontrakte werden hauptsächlich für den Sommer 2019 geschlossen, spätere Termine finden noch keine Beachtung.

    Die seit dieser Woche verhaltenere Nachfrage aus der Biodieselindustrie macht sich am Rapsölmarkt bemerkbar. In den vergangenen Wochen seit dem Jahreswechsel war diese noch ungewöhnlich lebhaft gewesen, aber das Winterende rückt näher und damit auch der Termin, ab dem Beimischer von Winter- auf Sommerware, also von Raps- auf Soja- und Palmmethylester umstellen. Die Rapsölpreise setzte das unter Druck, mit 733 EUR/t fob Hamburg kostete es zuletzt 7 EUR/t weniger als vor einer Woche. Sojaöl findet ebenfalls keine Unterstützung. Von der Börse in Chicago kamen zuletzt keine richtungsweisenden Impulse. Schwächere Ernteprognosen für Brasilien sind eingepreist, nun rückt der Handelskonflikt zwischen den USA und China wieder in den Fokus. Zwar waren die Töne zwischen den beiden zuletzt wieder freundlicher und optimistischer, aber das ist nicht das erste Mal. Der Handelskonflikt bleibt ein Unsicherheitsfaktor. Auf Wochensicht verzeichnet Sojaöl einen kräftigen Preisrückgang von 690 auf 666 EUR/t fob Hamburg.

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    Dateigröße: 87 KDatum: 21.02.2019

  • Marktbericht KW 07 / 2019


    Am Rapsmarkt hat sich die Lage im Prinzip nicht verändert, einer geringen Abgabebereitschaft aus der Landwirtschaft steht eine schwache Nachfrage der Ölmühlen gegenüber. Umgesetzt wird deshalb nicht viel. Die Rapsterminkurse in Paris sind seit drei Handelstagen rückläufig und einige Ölmühlen haben jüngst ihre Prämien gekürzt, da die Margen bei der Vermahlung anderer Ölsaaten attraktiver sind. Das niedrige und aus Erzeugersicht ohnehin schon unzureichende Preisniveau sinkt deshalb weiter. Forderungen für Raps, wie sie zur gleichen Zeit vor zwei Jahren durchgesetzt werden konnten, wirken unerreichbar. Immerhin liegen die Rapserzeugerpreise weiterhin über Vorjahreslinie, aber vor dem Hintergrund einer noch knapperen Rapsversorgung als damals ist das ein schwacher Trost. Das Hoffen aus Preissteigerungen im Übergang auf die Ernte 2019 geht weiter. Aber ob es die geben wird, ist unklar. Auf der einen Seite ist die Rapsversorgung derzeit knapper als in den Vorjahren und auch die Zufuhrmöglichkeiten aus dem Ausland, beispielsweise aus Australien, sind limitiert. Hinzu kommen deutlich kleinere Winterrapsflächen in Deutschland und Frankreich. Selbst wenn 2019 normale Erträge realisiert werden können, wird das die Erzeugung begrenzen. Auf der anderen Seite ist die Rapsnachfrage der Ölmühlen zurückhaltend und ab April könnte sie weiter nachlassen, denn dann wird am Biodieselmarkt Soja und Palmmethylsteher den Rapsmethylester ersetzen, der dann erst ab September wieder zum Zug kommt.

    Am Sojaschrotmarkt ist die Lage weiterhin unverändert, die Umsätze sind ruhig und überschaubar. Seit Monaten schon werden nur geringe Mengen für den kurzfristigen Bedarf gehandelt. Langfristige Kontrakte für Lieferungen im Sommer möchte niemand so recht eingehen, zu unsicher ist die weltpolitische Lage und der Ernteausgang in Südamerika. Auch am Rapsschrotmarkt geht es weiterhin ruhig zu. Mischfutterbetriebe sind vorerst noch gut versorgt, sodass die Nachfrage auf den vorderen Terminen gering ist. Marktteilnehmer berichten, dass viele eher als Verkäufer von Mischfutter, statt als Käufer von Rapsschrot agieren, was die gute Versorgungslage der Betriebe noch einmal unterstreicht. Die geringe Nachfrage setzt die Rapsschrotpreise unter Druck, mit 336 EUR/t im Bundesdurchschnitt werden aktuell 4 EUR/t weniger als in der Vorwoche genannt.

    Während alle anderen Pflanzenöle fester tendieren, haben nur die Rapsölpreise nachgegeben. Mit 740 EUR/t fob Hamburg kostet es 20 EUR/t weniger als in der Vorwoche und wieder so viel wie vor 14 Tagen. Die stetige und für dieses Zeit im Jahr sogar leicht überdurchschnittliche Biodieselnachfrage kann das nicht verhindern und auch die Knappheit von Raps und Nachprodukten verfehlt ihre Preiswirkung am Kassamarkt in der aktuellen Berichtswoche. Allerdings nähert sich Rapsöl damit preislich von oben her an die übrigen Pflanzenöle an, gewinnt an Konkurrenzkraft und könnte deshalb die Nachfrage künftig wieder stärker an sich binden. Der Preisverlauf beim Rapsöl war in den vergangenen Wochen sehr volatil, ein Trend ist bis jetzt nicht zu erkennen.

    Für Sojaöl werden mit 690 EUR/t fob Hamburg 5 EUR/t mehr als in der Vorwoche verlangt. Marktteilnehmer behalten die Entwicklungen im Handelsstreit zwischen China und den USA weiterhin im Blick.

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    Dateigröße: 86 KDatum: 14.02.2019

  • Marktbericht KW 06 / 2019


    Die jüngste Hausse ist bereits wieder Geschichte, mit den rückläufigen Notierungen in Paris hat sich auch das Geschäft am Kassamarkt hierzulande spürbar beruhigt. Ohnehin hatten Erzeuger gezögert, sich von ihren Restmengen zu trennen, ihnen waren die gebotenen 360 EUR/t, wobei regional bis zu 370 EUR/t für alterntige Ware genannt wurde, nicht genug. So wurden in der Vorwoche nur geringe Mengenbewegungen verzeichnet. Mit den derzeit rückläufigen Geboten ist wieder Ruhe am Rapsmarkt eingekehrt. Insgesamt bleibt das Angebot aus der Landwirtschaft aufgrund der kleinen Ernte 2018 gering.Regional wird nicht mehr viel freie Ware in Erzeugerhand vermutet. Wer noch Raps auf Lager hat, wartet ohne Druck auf höhere Preise. Hinsichtlich der kommenden Ernte hat sich zuletzt wenig getan. Zwar zeigen die Ölmühlen Kaufinteresse, aber zu Geboten, die von Erzeugern nicht akzeptiert werden. Sie sind mit ihren Rapsfeldbeständen nicht immer zufrieden und sehen auch im weiteren Jahresverlauf noch großes Potenzial für Ertragsrückgänge. Mit der erzwungenen Anbauflächenreduzierung wird in der nächsten Saison nach Meinung der Landwirte genau so wenig Raps zur Verfügung stehen wie in dieser Saison und daher sind die gebotenen Höchstpreise von 350 EUR/t eindeutig zu wenig. Vor einem Jahr lagen die Vorkontraktpreise bei 315-330 EUR/t. Damals hatte noch niemand absehen können wie desaströs die Erträge ausfallen würden. Schon Anfang 2018 hatten Landwirte nur sehr verhalten Kontrakte abgeschlossen und sahen sich auch in der späteren Preisentwicklung bestätigt. Aus dieser Erfahrung heraus wird auch jetzt wenig verkauft.

    Es bleibt beim alten Spiel, Mischfutterhersteller kaufen überschaubare Mengen mit kurzen Lieferfristen. Das längerfristige Kontraktgeschäft wird vernachlässigt, denn es rechnet sich so oder so nicht. Das spiegelt sich auch in den Forderungen wider, die bis Oktober keine Veränderung aufweisen. Aktuell wird 44er Sojaschrot zur Lieferung von Februar bis Oktober mit 295 EUR/t ab Hamburg bewertet und 48er mit 316 EUR/t. So warten viele Käufer ab, ob sich mit Ankunft der ersten Schiffe aus Brasilien etwas an den Preisen ändert. Das Rapsschrotangebot auf den vorderen Positionen hat sich trotz steigender Verarbeitung von Raps nicht preiswirksam vergrößert. Es können immer noch Aufgelder gegenüber den Folgemonaten durchgesetzt werden. Allerdings schwinden diese, mit Ausnahme von Mannheim, wo noch immer 10 EUR/t Aufgelder verlangt werden. Mühlen im Norden und Westen kalkulieren mit 2-3 EUR/t. In Ostdeutschland ist davon allerdings nichts zu spüren, hier werden Februar- und März-Lieferung preisidentisch bewertet.

    Das Angebot an Rapsöl auf den vorderen Positionen bis April ist sehr überschaubar, so dass teils deutlich Aufgelder durchgesetzt werden können. Vor allem die Angebotsengpässe am Rhein aufgrund von technischen Problemen hat zu einer kurzfristigen Verknappung geführt, die die Preise nach oben schnellen lässt. Sogar bis in die Niederlande schwappt das schnelle Geschäft und treibt dort den Preis für Rapsöl zur Lieferung im Februar um 20 EUR/t nach oben. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage zur Biodieselherstellung der treibende Faktor, der, wenn es um die Sommerware geht, keine Preiswirkung mehr erzielen kann. Das zeichnet sich auch in dem großen Preisabstand zwischen vorderer Ware und April-Terminen von 25 EUR/t wider. Bis April ist auch nur Nachfrage vorhanden, auf den späteren Terminen macht sich, genau wie bei den anderen Pflanzenölen abwartende Haltung bemerkbar. Der Markt erwartet neue Impulse am Freitag vom USDA-Bericht und geht daher vorher keine nennenswerten Verpflichtungen mehr ein

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    Dateigröße: 87 KDatum: 08.02.2019

  • Marktbericht KW 05 / 2019


    Schnell hat sich der Rapsmarkt in Deutschland wieder abgekühlt. Feste Notierungen hatten in der vergangenen Woche Preissteigerungen am Kassamarkt ausgelöst und den einen oder anderen Erzeuger zum Verkauf animiert. Große Mengen wurden zwar nicht gehandelt, aber immerhin überhaupt mal etwas nach der langen Zurückhaltung. Doch nun herrscht wieder Ruhe. Die Ölmühlen sind gut versorgt und Erzeuger halten die Ware nun wieder in der Hoffnung auf deutliche Preisaufschläge im Übergang auf die Rapsernte 2019 zurück. Wegen der knappen EU-Rapsversorgung, begrenzter Importmöglichkeiten und kleinerer Anbauflächen in Deutschland, Frankreich und Großbritannien könnte das Angebot knapp werden, sodass die Chancen auf Preisbefestigung gar nicht so schlecht stehen. Die Rapsterminkurse in Paris jedenfalls unterbrachen ihren Anstieg zum Auftakt der aktuellen Handelswoche nur kurz, um zuletzt weiter der Marke von 380 EUR/t entgegenzustreben. Das gilt allerdings nur für den bald auslaufenden Februarkontrakt, spätere Termine stehen indes unter Druck.

    Am Rapsschrotmarkt gibt es seit der vergangenen Woche keine neuen Impulse, die Preise tendieren schwächer. Zuletzt wurden 234 EUR/t im Bundesdurchschnitt festgestellt, was einem Rückgang von 3 EUR/t zur Vorwoche entspricht. Marktteilnehmer berichten, dass das Angebot der Ölmühlen auf den vorderen Terminen nach wie vor knapp ist, dennoch lassen sich höhere Forderungen nicht durchsetzen. Für Sojaschrot mit einem ProFett-Gehalt von 49 % wurden zuletzt 321 EUR/t genannt, für 44er Ware waren es 298 EUR/t, womit sich beide Qualitäten auf Wochensicht um 6 EUR/t vergünstigt haben. Es mangelt an Nachfrageimpulsen aus der Mischfutterindustrie, zudem haben die Sojaschrotnotierungen in Chicago, anders als die Sojabohnenkurse, auf Wochensicht an Wert verloren – das geht am Kassamarkt nicht spurlos vorüber.

    Marktteilnehmer berichten von einem sehr ruhigen Pflanzenölmarkt. Nach wie vor hält die Mehrheit der Ein- und Verkäufer wegen des Handelskonflikts zwischen den USA und China den Atem an. Jede noch so kleine Entwicklung wird offenbar auf die Goldwaage gelegt, Optimismus und Pessimismus wechseln sekündlich. Zuletzt waren die meisten Marktteilnehmer wohl wieder etwas optimistischer gestimmt. Neue Gespräche zwischen Washington und Peking stehen an, die, so die Hoffnung, nun vielleicht endlichen den ersehnten Durchbruch bringen. Die wachsende Zuversicht hat, neben der Aussicht auf Ertragsrückgänge in Südamerika, die Notierungen für Sojabohnen in Chicago und auch deren Nachprodukte gestützt. Sojaöl befindet sich seit nunmehr 8 Handelstagen durchgängig in der Aufwärtsbewegung und hat zuletzt das höchste Kursniveau seit Juni 2018 erreicht. Am hiesigen Kassamarkt geht diese Entwicklung nicht spurlos vorüber, die Forderungen für Sojaöl wurden um 8 auf 678 EUR/t fob Hamburg angehoben. Rapsöl konnte vom festen Sojaöl, das Marktteilnehmern zufolge derzeit eine Leitfunktion unter den Pflanzenölen zukommt, kaum profitieren. Mit 738 EUR/t fob Hamburg wurden zuletzt 4 EUR/t weniger verlangt als vor einer Woche. Die schwächeren Palmölpreise erzeugen eine starke Sogwirkung. Die auf Wochensicht gestiegenen Rapsterminkurse in Paris und die stetige Biodieselnachfrage hierzulande, die sich saisonbedingt auf UCOME-Ware und Rapsmethylester konzentriert, konnten den Preisrückgang nicht abwenden.

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    Dateigröße: 88 KDatum: 08.02.2019

  • Marktbericht KW 04 / 2019


    Seit drei Handelstagen tendieren die Rapsterminkurse in Paris fester und sind auf Wochensicht um 3 auf 371,75 EUR/t gestiegen. Marktteilnehmern zufolge hat das auch die Umsätze am hiesigen Kassamarkt belebt. Offenbar konnten jüngste Preisbefestigungen etwas Ware für Liefertermine im Februar und März aus Erzeugerhand mobilisieren. Eigentlich hieß es in den vergangenen Wochen stets, dass Erzeuger erst zu deutlich festeren Preisen abgabebereit wären, aber das scheint sich nun doch geändert zu haben und man ist eher bereit, sich preislich entgegenzukommen. Sämtliche Ware in der Hoffnung auf Preissteigerungen im Übergang auf die Ernte 2019 zurückzuhalten, muss sich nicht unbedingt auszahlen, wie das Vorjahr gezeigt hat, als die erhofften Befestigungen ausblieben. Doch mit der stark reduzierten Herbstaussaat stehen die Chancen darauf vielleicht gar nicht so schlecht. Auch wenn Erzeuger aktuell etwas Platz im Lager schaffen, werden sie weiterhin Restmengen zurückhalten, für den Fall, dass dann doch noch die Preisexplosion kommt.

    Die Umsätze am Rapsschrotmarkt sind schleppend und daran dürfte sich im Verlauf der aktuellen Handelswoche nach Einschätzung von Marktteilnehmer wohl auch nichts mehr ändern. Lebhaft war der Rapsschrotmarkt in das neue Jahr gestartet und in den ersten beiden Januarwochen wurden durchaus nennenswerte Mengen gehandelt. Doch nun sind die meisten Mischfutterhersteller für Januar und Februar vollständig gedeckt und auch für März/April soll die Versorgung bis auf einzelne Lücken schon gut sein. Erst ab Mai klaffen dann noch größere Lücken in der Eiweißversorgung der Futtermittelproduzenten, teilweise sind hier noch bis zu 50 % der benötigten Mengen einzukaufen, schätzen Marktteilnehmer. Während sich Rapsschrot trotz schwächerer Nachfrage im Preis stabil zeigt und zuletzt mit 237 EUR/t das Vorwochenniveau um 1 EUR/t sogar leicht übertraf, setzt Sojaschrot seinen Rückwärtsgang fort. Feste Sojanotierungen in Chicago konnten nicht verhindern, dass sich Sojaschrot um 4-5 EUR/t vergünstigte.

    Für Rapsöl werden aktuell 742 EUR/t fob Hamburg genannt, das waren 4 EUR/t mehr als vor einer Woche, womit Rapsöl im Vergleich zu den anderen Pflanzenölen aber den geringsten Preisanstieg verzeichnet. Zwar stützen festere Terminkurse, Druck erzeugt allerdings die ruhigere Nachfrage aus der Biodieselindustrie. Beimischer sind zwar als Käufer aktiv, aber Hektik kommt kurz nach dem Jahreswechsel nicht auf. Schließlich haben sie jetzt wieder bis Jahresende Zeit die Biodieselquote zu erfüllen. Die Sojaölnotierungen in Chicago haben sich im Fahrwasser gestiegener Sojabohnenkurse in den vergangenen vier Handelstagen nach oben entwickelt. Die Aussicht auf Ernteeinbußen in Südamerika bleibt ein starker Kurstreiber. Die feste Tendenz überträgt sich auch auf den hiesigen Kassamarkt. So kostete Sojaöl fob Hamburg zuletzt 670 EUR/t und damit 30 EUR/t mehr als noch vor einer Woche. Das ist außerdem das höchste Preisniveau seit Oktober 2018.

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    Dateigröße: 88 KDatum: 24.01.2019

  • Marktbericht KW 03 / 2019


    An der Terminbörse in Paris geht es impulslos zu, leichte Kursan- und -abstiege wechseln sich fast täglich ab, eine klare Richtung fehlt. Mit 368,75 EUR/t schlossen die Kurse zuletzt nur marginal um 0,25 EUR/t über Vorwochenlinie. Damit liefern die Terminkurse keine Impulse für den hiesigen Kassamarkt, an dem vor allem die Erzeuger unzufrieden mit dem Preisniveau sind und auf Befestigung warten. Doch auch von den Ölmühlen kommen weiterhin keine Impulse, da sie sich mit dem Rohstoffeinkauf eher zurückhalten, zumal sie nur wenig Rapsschrot an die Mischfutterindustrie absetzen können. Nur vereinzelt treten sie daher auf den vorderen Terminen als Käufer in Erscheinung. Die Ernte 2019 ist bei den meisten ebenfalls noch kein Thema. Grund für die Zurückhaltung soll auch die immer noch gute Abdeckung vieler Verarbeiter auf den vorderen Positionen sein. Immerhin hat sich die Situation auf den Flüssen wieder entspannt, denn die Pegel sind gestiegen und der Schiffsverkehr hat sich normalisiert. Doch auch wenn nun wieder geringere Frachtkosten erhoben werden, kann das die Kaufbereitschaft der Ölmühlen offenbar nicht wecken. Hatte man das verhaltene Geschäft der vergangenen Monate vor allem auf die Kleinwasserproblematik zurückgeführt, müssen Anbieter nun erkennen, dass die Nachfrage grundsätzlich gering ist. Ohne Unterstützung vom Terminmarkt und bei fortgesetzter Zurückhaltung der Ölmühlen werden die Erzeuger auch weiterhin den Fuß auf der Bremse halten. Sie hoffen wenigstens im Übergang auf die Ernte 2019 höhere Forderungen durchzusetzen, wenn sich bei dem einen oder anderen Verarbeiter kurzfristige Versorgungslücken auftun könnten. Überraschend ist die Haltung der Landwirte nicht, da die Erzeugerpreise kurz nach der Ernte 2018 im Schnitt noch rund 10 EUR/t höher lagen als aktuell. Wer zum damaligen Preisniveau eingelagert hat, hält die Ware nun zurück, um keinen Verlust zu machen.

    Die Sojaschrotpreise konnten das Vorwochenniveau nicht halten. Für Ware mit einem ProFett-Gehalt von 49 % wurden zuletzt im Schnitt 332 EUR/t gefordert. 44er Ware wurde bei 308 EUR/t festgestellt. Ware beider Qualitäten hat sich damit um 11 EUR/t gegenüber Vorwoche vergünstigt. Vor allem die Vorgaben aus Chicago bestimmen die Preisentwicklung. Dort haben die Schrotkurse im Wochenverlauf 2,6 % an Wert verloren und dieser Rückgang überträgt sich auch auf den hiesigen Markt. Die Rapsschrotpreise befinden sich weiterhin in der Rückwärtsbewegung. Zuletzt wurden die Forderungen im Bundesdurchschnitt auf 236 EUR/t gekürzt und verfehlen die Vorwochenlinie damit um 4 EUR/t und den Vormonat sogar um 23 EUR/t. Die meisten Mischfutterbetriebe sind auf den vorderen Positionen ausreichend mit Ware versorgt und müssen keine ergänzenden Mengen zukaufen, zumal sich die Mischfutternachfrage vor Weihnachten deutlich beruhigte und bislang noch nicht wieder angezogen hat.

    In der vergangenen Handelswoche hatten die Rapsölpreise aufgrund des knappen Angebotes auf den vorderen Lieferterminen noch kräftig zugelegt und 750 EUR/t fob Hamburg erreicht. Die Lücken, die das Niedrigwasser im Dezember gerissen hatte, sind noch nicht wieder gefüllt. Aktuell wird das Rapsölangebot aber vor allem durch die geringere Verarbeitung der Ölmühlen limitiert, weil sich Rapsschrot nur schwer verkaufen lässt, aber auch weil die Rohstoffanlieferung an die Ölmühlen überschaubar bleibt. Hier macht sich die kleine Rapsernte 2018 in Kombination mit Zurückhaltung auf Erzeugerseite bemerkbar. Auch wenn die Rapsölpreise zuletzt nur noch bei 738 EUR/t fob Hamburg und damit 12 EUR/t unter Vorwochenlinie festgestellt wurden ist dies aber immer noch ein Plus von 26 EUR/t gegenüber dem Niveau von vor zwei Wochen. Die Sojaölpreise haben sich um weitere 10 auf aktuell 640 EUR/t fob Hamburg befestigt, was zugleich einem 6-Wochenhoch entspricht. Vom internationalen Terminmarkt kam zuletzt jedoch keine Unterstützung mehr. Obwohl größere Sojaölgesuche aus Ägypten und dem Iran sowie die Aussicht auf Ertragseinbußen in Brasilien eigentlich Kursauftrieb bringen müssten, bewegen sich die US-Notierungen für Sojaöl sogar leicht unter Vorwochenlinie.

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    Dateigröße: 89 KDatum: 18.01.2019

  • Marktbericht KW 02 / 2019


    Am deutschen Rapsmarkt geht es in der zweiten Januarwoche noch ruhig zu, erst allmählich kehren die Marktteilnehmer aus dem Weihnachtsurlaub zurück. Bei geringen Umsätzen zeigt sich der Markt zumindest preisstabil, was auf gestiegenen Rapsterminkursen in Paris fußt. Viele Destinationen sind bereits ausverkauft oder soweit geschrumpft, dass abzuwarten bleibt, wo sich der Rapsmarkt ab Mai 2019 bedienen wird. Aus Australien wird nicht viel kommen, das Baltikum ist nahezu leergefegt, Erzeuger in Frankreich und Polen haben zwei Drittel bis drei Viertel ihrer Rapsernte 2018 vermarktet. In Deutschland wurden aufgrund der kleinen Ernte in der ersten Wirtschaftsjahreshälfte schätzungsweise 2,4 Mio. t Raps verkauft. Damit halten Erzeuger aber mehr zurück als im Vorjahr. 2017 waren 71 % der Ernte bis Jahresende verkauft worden, 2018 nur 65 %. Vielleicht schwenken die Ölmühlen wieder stärker auf Sojaverarbeitung um, wenn sich der vergleichsweise teure Raps nicht mehr rechnet. Schon jetzt beklagen die Ölmühlen unbefriedigende Margen und halten ihre Prämien stabil. Da kommt den Erzeugern zu Gute, dass an der Terminbörse die Rapskurse seit Weihnachten stetig gestiegen sind. Allerdings nur in kleinen Schritten, so dass die aktuellen 368,50 EUR/t gerade einmal das immense Minus vor Weihnachten ausgleichen können. Und mit gebotenen 357 EUR/t frei Erfasserlager für alterntige Ware lässt sich kein Angebot hervorlocken. So verwundert der zögerliche Start in das neue Jahr nicht, denn den meisten Erzeugern liegt das Niveau immer noch viel zu niedrig, als dass sie bereit wären, die knappe Ware zu veräußern. Die meisten setzen auf Preissteigerungen im Übergang auf die Ernte 2019. Die ist bei vielen Erzeugern noch kaum ein Thema. Ungewöhnlich wenige ex Ernte-Kontrakte wurden bislang abgeschlossen. Die beiderseitige Zurückhaltung am Markt lähmt die Umsätze.

    Am Sojaschrotmarkt geht es in der ersten vollen Handelswoche nach dem Jahreswechsel bereits recht lebhaft zu. Schon seit Dezember ist die Nachfrage rege. Das hatte unter anderem mit den Weihnachts- und Neujahrsfeiertagen zu tun. Um ihre Vorräte aufzustocken, Engpässe zu vermeiden und gut versorgt in das neue Jahr zu starten, hatten einige Ölmühlen vor den Feiertagen etwas mehr gekauft, doch auch im neuen Jahr reißt die Nachfrage bislang nicht ab. Anbieter berichten von regelmäßigen Geschäftsabschlüssen und zufriedenstellenden Erlösen. Und auch aus Chicago kommt Unterstützung. Am Rapsschrotmarkt wird kaum Ware zur sofortigen Lieferung gehandelt, denn die meisten Mischfutterbetriebe sind versorgt. Sie haben sich bereits im Vorfeld der Weihnachtsfeiertage gut eingedeckt. Nun zehren sie noch von den so aufgebauten Vorräten und müssen in der Regel prompt nichts mehr ordern. Dem Vernehmen nach sind aktuell deutlich mehr Käufer als Verkäufer am Markt, das Angebot ist ausgesprochen knapp. Daher werden häufig Aufgelder gefordert und auch bezahlt. Während die Umsätze mit vorderer Ware überschaubar sind, brummt das Termingeschäft.

    Der Rapsölmarkt ist geprägt von knappem Angebot an vorderem Raps- und Palmöl bei gleichzeitig reichlicher Versorgung mit Soja- und Sonnenblumenöl. Das spiegelt sich auch in den Preisen wider. Vorderes Rapsöl ist ausverkauft und für Februar-Lieferungen werden Aufgelder verlangt. Fob Niederlande wird von 706 EUR/t gesprochen. Damit bleibt Rapsöl das teuerste Öl in unserer Liste. Die Lücken, die das Niedrigwasser gerissen hat, sind noch immer nicht geschlossen. Zwar wurde im Dezember reichlich nachgeliefert, aber jetzt ist es die Versorgungslücke, die die Ölmühlen hervorrufen, die das Rapsölangebot begrenzen. Die unzureichende Belieferung mit Rohstoff und der stockende Abzug vor allem vom Rapsschrot hatten im November/Dezember die Verarbeitung gedrosselt. Daher stehen nun weniger Nachprodukte zur Verfügung. Rapsöl wird damit auch fester bewertet als in der Vorwoche. Das Plus beträgt 8 EUR/t. Das Niedrigwasser hat auch dazu geführt, dass an den Seewasserhäfen die Tanklager gut gefüllt sind und vordere Positionen günstig offeriert werden. Sojaöl ist ebenfalls ausreichend verfügbar und kostet aktuell 620 EUR/t fob Niederlande. Damit hat es sich um 10 EUR/t gegenüber Vorwoche befestigt.

    © AMI GmbH 2019

    Dateigröße: 89 KDatum: 10.01.2019

  • Marktbericht KW 01 / 2019


    Am heimischen Kassamarkt bleibt es nach wie vor sehr ruhig. Der Kreis der Marktteilnehmer ist noch klein, viele Erzeuger haben noch Urlaub und Handelshäuser haben sich mit eingeschränkter Besetzung darauf eingestellt. Die genannten Preise, welche für die Abgeber wenig Anlass zum Verkauf bieten, sind meist nominell und zeigen zu den vorweihnachtlichen Niveaus wenig Unterschied. Zum Teil wurden die Kassapreise trotz der festeren Entwicklung an der Börse in Paris leicht zurückgenommen, denn die Nachfrage ist sehr gering. An den fundamentalen Daten hat sich jedoch nichts geändert. Es fehlen durchschlagende Impulse von den Terminmärkten! Die Kassapreise bewegen sich seit Oktober in sehr engem Rahmen. Das Statistische Bundesamt bestätigte kurz vor Weihnachten die bereits von der UFOP in Aussicht gestellte, sehr kleine Winterrapsfläche zur Ernte 2019. Wiesbaden nennt jetzt 917.100 ha und damit ein Viertel weniger als im Vorjahr.

    Während die Anbieter für Rapsschrot ab Werk etwas höher bewertet als noch vor Weihnachten, haben die Käufer ihre Kaufideen zurückgenommen. So stehen sich aktuell am Niederrhein Briefkurse von 228 EUR/t Geldkursen von 224 EUR/t gegenüber. Da kommt wenig Geschäft zustande. Mischfutterhersteller zeigen auf den vorderen Positionen geringes Kaufinteresse, was die zugrückgenommenen Gebote widerspiegeln, bleiben aber auf Lieferterminen ab Februar interessiert. Rapsschrot aus Raps der neuen Ernte wird derzeit 20 EUR/t günstiger bewertet. Rapsexpeller sind zur Lieferung im Januar 2019 ausverkauft, für Ware ab Februar werden 244 EUR/t verlangt und damit 1 EUR/t mehr als noch vor Weihnachten.

    Die Rapsölpreise konnten das Niveau von 700 EUR/t nicht halten und beginnen das neue Jahr mit 698 EUR/t fob Niederlande. Das Kaufinteresse ist sehr verhalten und von den Terminmärkten kommen ebenfalls wenig Impulse. Am Sojaölmarkt warten die Teilnehmer noch immer auf die Entscheidungen hinsichtlich der möglichen Steuererleichterung für Sojaöl in den USA.

    © AMI GmbH 2019

    Dateigröße: 43 KDatum: 04.01.2019

  • Marktbericht KW 51 / 2018


    Die Terminkurse in Paris haben kaum auf die Meldungen über reduzierte Winterrapsflächen in Deutschland und Frankreich reagiert. Und auch die Ölmühlen heben ihre Prämien nicht an. Vorne sind die meisten längst gut gedeckt und verabschieden sich nun bereits in die Weihnachtsferien. Derweil ist die Ernte 2019 bei den meisten noch kein Thema, sodass auch hier die Gebote nicht steigen. Rapserzeuger finden deshalb nach wie vor keine Verkaufsanreize. Restmengen der Ernte 2018 werden zurückgehalten, Gespräche über die Ernte 2019 finden so gut wie nicht statt, das Neugeschäft insgesamt verläuft sehr ruhig. Rapserzeuger hoffen nun, dass sich die Aussicht auf knappere Rapsernten 2019 bald in steigenden Notierungen zeigt oder die Nachfrage der Ölmühlen im neuen Jahr ankurbeln wird und so die Preise steigen lässt. Bis dahin werden die Erzeuger dem Markt auch weiterhin fernbleiben. Wie bereits erwartet, wird der deutsche Rapsmarkt das Jahr 2018 ruhig ausklingen lassen. Marktteilnehmer rechnen damit, dass sich die Rapspreise bis Jahresende 2018 kaum noch verändern werden. Sie dürften weiterhin um 360 EUR/t liegen. Am Kassamarkt stehen aber erst ab 385 EUR/t franko wieder erste Mengen zum Verkauf bereit, heißt es. Ab 390 EUR/t sind dann auch größere Mengen zu bekommen. Doch so lange die Terminkurse nicht deutlich zulegen oder die Ölmühlen ihre Prämien kräftig anheben oder am besten beides, sind solche Preise nicht zu erzielen und die Verkaufsbereitschaft gleich Null.

    Am Rapsschrotmarkt geht es in der Woche vor Weihnachten sehr ruhig zu. Käufer sind kaum noch aktiv, denn die meisten Mischfutterbetriebe haben den Bedarf bis in den Januar hinein längst gedeckt. Die Preise tendieren dennoch fester. Zuletzt stiegen sie auf 259 EUR/t im Bundesdurchschnitt, das sind 11 EUR/t mehr als noch vor einer Woche. Grund ist das sehr knappe Angebot auf den vorderen Positionen. Am Sojaschrotmarkt sind die Umsätze weiterhin verhalten, die Forderungen liegen so gut wie unverändert auf dem Niveau der Vorwoche. Anbieter gehen davon aus, dass sich die Preise für 44er Sojaschrot auch in den kommenden Wochen stabil um 300 EUR/t bewegen werden. Das Kaufinteresse ist ruhig aber stetig. Die meisten Käufer warten ab, denn der Handelskonflikt zwischen den USA und China bleibt ein Unsicherheitsfaktor. Zwar sind zuletzt einige Partien Sojabohnen aus den USA nach China geflossen, aber das bedeutet noch lange nicht, dass sich die Geschäfte jetzt wieder normalisieren.

    Die Rapsölpreise sind unter Druck geraten. Zuletzt wurden 724 EUR/t fob Hamburg gefordert. Das waren 20 EUR/t weniger als noch vor einer Woche und das niedrigste Preisniveau seit etwa drei Monaten. Die schleppende Rapsölnachfrage aus der Biodieselindustrie ist einer der Hauptgründe dafür. In diesem Jahr währte die Nachfragebelebung im vierten Quartal nur kurz. Rasant steigende Preise, die durch niedrige Pegel auf den Flüssen noch zusätzlich nach oben getrieben wurden, ließen das Kaufinteresse schnell wieder abflauen. Und auch vom Terminmarkt kommt keine Unterstützung, wo die Rapskurse zuletzt auf 368 EUR/t sanken. Das waren 1,50 EUR/t weniger als vor sieben Tagen und ein 3-Wochentief. Entgegen den Erwartungen von Marktteilnehmern stützen die Meldungen über reduzierte Winterrapsflächen in Deutschland und Frankreich und die dementsprechend bereits geringeren Erntewartungen 2019 die Kurse nicht oder zumindest nicht nachhaltig. Sojaöl zeigte sich mit 630 EUR/t fob Hamburg zuletzt preisstabil, wobei es an richtungsweisenden Impulsen mangelt. Die kommen auch nicht vom internationalen Parkett.

    © AMI GmbH 2018

    Dateigröße: 88 KDatum: 20.12.2018