Aktuelle Marktberichte

  • Marktbericht KW 23 / 2020


    Am deutschen Rapsmarkt bleiben die Geschäftsaktivitäten verhalten. Alterntige Ware spielt keine Rolle mehr, weder gibt es Angebot noch Nachfrage. Das Handelsinteresse hat sich schon vor Wochen auf Termine ex Ernte 2020 umgestellt. Doch von lebhaftem Kontraktgeschäft kann auch keine Rede sein, da sich Rapserzeuger angesichts besorgniserregender Trockenheit und unerfüllter Preisvorstellungen momentan mit Geschäftsabschlüssen sehr zurückhalten. In manchen Regionen weisen die Rapsfeldbestände sehr heterogene Entwicklung auf. Viele setzen auf die, zum Wochenende angekündigten, Regenfälle und hoffen, dass Nachzügler Entwicklungsrückstände dadurch aufholen können. Die Rapserzeugerpreise liegen aktuell bei 356 EUR/t im Bundesdurchschnitt, was einem Rückgang von 0,50 EUR/t zur Vorwoche entspricht. Ex Ernte 2020 werden 360 EUR/t veranschlagt, die das Vorwochenniveau um 1,30 EUR/t verfehlen.

    Am deutschen Ölschrotmarkt geht es in der 23. Kalenderwoche ausgesprochen ruhig zu. Es mangelt an Kaufinteresse der Mischfutterhersteller, die sich im März und April 2020, als sich Covid-19 auch in Deutschland ausbreitete, ergiebig mit Mischfutterkomponenten bevorratet hatten. Der Nachfragemangel zieht vor allem die Rapsschrotpreise nach unten, zuletzt wurden 218 EUR/t im Bundesdurchschnitt festgestellt, was einem Rückgang von 9 EUR/t zur Vorwoche entspricht. Aktuelle pessimistische Prognosen für die EU-Rapserzeugung 2020, die grundsätzlich Preisauftrieb bringen, verfehlen ihre Wirkung am Rapsschrotmarkt. Im Vergleich zum Rapsschrot fallen die Preisrückgänge beim Sojaschrot geringer aus. Für Ware mit einem ProFett-Gehalt von 49 % werden aktuell 329 EUR/t im Bundesdurchschnitt gefordert, was einem Rückgang von 4 EUR/t zur Vorwoche entspricht. 44er Ware kommt auf 298 EUR/t und kostet damit 9 EUR/t weniger als zuvor. Neben schwacher Nachfrage erzeugen das reichliche Sojaangebot aus Südamerika und die hohen US-Ernteerwartungen Preisdruck.

    Rapsöl kostete zuletzt 746 EUR/t fob Hamburg und damit 6 EUR/t mehr als vor einer Woche. Marktteilnehmer begründen dies mit der zuletzt leicht festeren Tendenz der Rapsterminkurse in Paris, die es wieder über die Marke von 370 EUR/t schafften, denn schwächere EU-Rapsernteschätzung bringt Unterstützung. Sowohl das französische Beratungsunternehmen Strategie Grains als auch die EU-Kommission haben ihre Erwartungen aufgrund der fortgesetzten Trockenheit und teilweise kritische Bodenwassergehalte in bestimmten Regionen weiter zurückgenommen. Kleine Rapsernten stellen eine knappe Rohstoffversorgung in Aussicht und bringen so auch den Nachprodukten grundsätzlich Unterstützung. Ein weiterer Grund für die Befestigung der Rapsölpreise dürfte dich Lockerung der Corona-Maßnahmen sein. Das öffentliche Leben beginnt sich zu normalisieren, was sich auch im Verkehrsaufkommen zeigt. Es wird wieder mehr Kraftstoff verbraucht und entsprechend auch mehr Biokraftstoff zur Beimischung eingesetzt. Die Nachfrage nach Pflanzenölen zur Biodieselproduktion steigt. Auf diese Weise kommen die Corona-Lockerungen auch den anderen Pflanzenölpreisen zugute, nur Sojaöl zieht nicht mit. Zu stark ist offenbar der Druck eines großen südamerikanischen Rohstoffangebots, positiver US-Ernteaussichten und neuer Handelsspannungen zwischen China und den USA. Die US-Notierungen für Sojabohnen geben nach und ziehen die Kassapreise hierzulande mit nach unten: Sojaöl fob Hamburg hat sich zur Vorwoche um 5 auf 635 EUR/t vergünstigt.

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    Dateigröße: 88 KDatum: 04.06.2020

  • Marktbericht KW 22 / 2020


    Am deutschen Rapsmarkt zeichnet sich schon seit Wochen das gleiche Bild ab: Die meisten Erzeuger sind alterntig längst ausverkauft oder bieten hier und da nur noch Restmengen an. Ex Ernte wird kaum Ware offeriert, da die Ertragsaussichten zu unsicher sind. Die jüngsten Niederschläge haben zwar die Situation auf den Feldern etwas entspannt, in vielen Regionen können sie das Wasserdefizit aber nicht nachhaltig mindern. Zum einen möchte sich keiner an Verträge binden, die nachher nicht erfüllt werden können, zum anderen ist das Preisniveau ex Ernte unattraktiv. Es mangelt aber auch am Kaufinteresse der Ölmühlen. Der Nachfrageeinbruch beim Biodiesel im Zuge der Corona-Krise hat schon im März und April den Bedarf an Rapsöl deutlich verringert. Der stockende Absatz von Rapsöl hat den Bedarf der Ölmühlen am Rohstoff Raps infolgedessen reduziert. Im ersten Quartal 2020 wurden durchschnittlich 703.800 t Raps von deutschen Ölmühlen verarbeitet. Das waren rund 8 % weniger als im Vorjahresquartal. Alleine im März 2020 sank die Verarbeitung im Vergleich zum Vorjahresmonat um rund 10 %. Die Anlieferung von Raps belief sich im ersten Quartal 2020 auf 713.800 t, im Vorjahr waren es 100.000 t mehr. Dabei ist vor allem das Volumen aus dem Ausland gesunken. Von dort kamen von Januar bis März diesen Jahres 351.300 t, im gleichen Zeitraum im Vorjahr waren es 121.100 t mehr. Der Zugang von inländischem Raps ist in diesem Zeitraum gegenüber 2019 dagegen um 28.000 auf 362.500 t gestiegen. Zwar hoffen Marktteilnehmer, dass die Nachfrage nach Biodiesel durch die Lockerungsmaßnahmen der Corona-bedingten Kontaktbeschränkungen wieder anspringt, bisher ist davon aber noch nicht viel von zu spüren. Daher steht der Rapshandel seit Wochen still.

    Am Rapsschrotmarkt haben die Preise weiter nachgegeben. Die große Kaufwelle von Ende März, Anfang April ist längst vorbei. Sowohl auf vorderen als auch auf späterenTerminen zeigen Mischfutterhersteller kaum Kaufinteresse, Neugeschäfte bleiben so gut wie aus. Verarbeiter spekulieren auf weitere Preisnachlässe. Marktteilnehmern zufolge ist dieser Monat unüblich ruhig und es ist schwer abzuschätzen, wann der Markt wieder in Schwung kommt.

    Bei Sojaschrot sieht es ähnlich aus. Mischfutterhersteller lassen sich stetig ihre Kontraktware anliefern, aber schließen kaum Neugeschäfte ab. Auch sie sind gut versorgt und warten auf weitere Preiskorrekturen nach unten. Das Angebot an Sojaschrot am hiesigen Kassamarkt ist aufgrund der großen Ernten in Brasilien, Argentinien und voraussichtlich auch in den USA. Mischfutterhersteller müssen daher nur die nötigsten Käufe tätigen. Preisdruck übt auch der festere Euro aus, der Importware attraktiver gegenüber Inlandsware macht.

    Das Kaufinteresse an Rapsöl hält sich in der Berichtswoche besonders auf vorderen Terminen in Grenzen. Käufer sind bis September gut gedeckt und konzentrieren sich eher auf das vierte Quartal 2020 oder das erste Quartal 2021. So erzeugt die geringe Nachfrage und die abwartende Haltung der Käufer für prompte Ware Druck auf die Preise. Dagegen hält aber die unsichere Versorgung im kommenden Wirtschaftsjahr. Es scheint sicher, dass 2020 in der EU-27 erneut eine kleine Rapsernte eingefahren wird. Auch in der Ukraine, dem wichtigsten Rapslieferant für die EU-27, dürfte nicht soviel zusammenkommen wie 2019. Menge und Qualität des Rohstoffangebots wirkt sich damit auch auf das Angebot an Rapsöl im kommenden Wirtschaftsjahr aus. Die preisdrückenden und preistreibenden heben sich auf, sodass Rapsöl mit 740 EUR/t zuletzt genau soviel kostete wie in der Vorwoche.

    Sojaöl hat sich auf Wochensicht deutlich um 15 auf 640 EUR/t vergünstigt. Wie an den anderen Märkten für Pflanzenöle, läuft der Handel hier eher schleppend und bietet wenig Preisunterstützung. Preisdruck kommt zudem von den Sojaölkursen in Chicago. Diese haben im Vorwochenvergleich um umgerechnet 18 EUR/t nachgegeben. Sie werden von den Sojabohnenkursen mit nach unten gezogen, die durch die verbesserten Witterungsbedingungen in den USA kräftig unter Druck geraten sind.

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    Dateigröße: 90 KDatum: 28.05.2020

  • Marktbericht KW 21 / 2020


    Am deutschen Rapsmarkt haben sich zwar die Preise etwas befestigt, der Handel bleibt aber weiter impuls-los. Restmengen der alten Ernte sind verkauft und spielen keine Rolle mehr, mit Verkäufen der kommenden Ernte halten sich die Erzeuger in vielen Regionen komplett zurück. Meldungen zufolge werden weniger Vorkontrakte abgeschlossen als im Vorjahr, da die Preisvorstellungen zu weit auseinander gehen und die Ertragserwartungen unsicher sind. Die Ölmühlen versorgen sich teilweise mit mehr Importware als im Vorjahr und fragen dementsprechend weniger Inlandsraps nach. Preisauftrieb bringt die niedrigere Ertragsschätzung des DRV. In seiner jüngsten Prognose geht der DRV davon aus, dass 2020 etwas weniger Raps in Deutschland zusammenkommen soll als im April noch erwartet. Der Verband kürzte seine Schätzung im Vergleich zum Vormonat um rund 98.600 t auf 3,25 Mio. t. Zwar dürfte die Rapsfläche in Deutschland mit 953.000 ha doch etwas größer ausgefallen sein als im Vormonat gedacht, dafür sollen aber die Erträge um 1 auf 34,1 dt/ha gegenüber Vormonat zurückgehen und fallen stärker ins Gewicht. Die Preise sind auf Wochensicht um 0,80 auf 354 EUR/t gestiegen. Die Vorkontraktpreise haben um 0,50 auf 358 EUR/t zugelegt.

    Am Rapsschrotmarkt ist es in der Berichtswoche unüblich ruhig. Das ist zum einen auf die Feiertagswoche zurückzuführen, zum anderen aber darauf, dass Mischfutterhersteller gut gedeckt sind. Sie haben sich Ende März, Anfang April so umfangreich mit Hamsterkäufen eingedeckt und mehr als nötig eingekauft, sodass sie momentan keinen Bedarf haben. Marktteilnehmer gehen aber davon aus, dass sich diese Situation nach den Feiertagswochen ändern wird. Üblicherweise kommen dann die Geschäfte mit Rapsschrot wieder in Schwung. Das Angebot ist zwar eher dünn, kann die geringe Nachfrage aber ohne Probleme decken.

    Die Sojaschrotpreise am hiesigen Kassamarkt orientieren sich an den Schrotkursen in Chicago, die im Vorwochenvergleich deutlich nachgegeben haben. Die deutschen Sojaschrotpreise für 49er und 44er Ware sind im gleichen Zeitraum ebenfalls gesunken. Das spiegelt auch die ruhige Marktlage wider.

    Die Rapsölpreise haben im Vorwochenvergleich leicht um 2 auf 740 EUR/t zugelegt. Gestützt werden sie von der jüngsten Ertragsschätzung der EU-Kommission. Diese korrigierte ihre EU-Ertragsprognose für Raps um 1,9 auf 29,5 dt/ha nach unten, was sowohl das Vorjahresergebnis als auch den langjährigen Schnitt verfehlen dürfte. Die Unsicherheit über Qualität und Menge der Rapsernte 2020 schürt die Sorge um die Rohstoffverfügbarkeit und damit um das Rapsölangebot. Zusätzlichen Auftrieb bringt das leicht gestiegene Kaufinteresse an Rapsöl. Marktteilnehmern zufolge decken sich Käufer momentan vor allem für das erste und zweite Quartal 2021 ein.

    Sojaöl konnte sich gegenüber Vorwoche deutlich befestigen. Zuletzt wurden 655 EUR/t festgestellt, was einem Anstieg von 60 EUR/t zur Vorwoche entspricht. Dies ist hauptsächlich auf die Steigerung der Sojaölnotierungen in Chicago und der Palmölkurse in Kuala Lumpur zurückzuführen. Sie legten beide innerhalb von einer Woche um umgerechnet rund 23 EUR/t zu. Die Nachfrage nach Sojaöl ist eher gering, obwohl sich die Sojaölpreise auf einem vergleichsweise geringen Niveau befinden. In den ersten drei Maiwochen 2019 lagen sie bei durchschnittlich 636 EUR/t, in diesem Jahr bewegen sie sich im Schnitt im gleichen Zeitraum bei 614 EUR/t. Mit dem jüngsten Anstieg haben sich die Sojaölpreise wieder den Sonnenblumenölpreise angenähert. Lag die Preisdifferenz in der Vorwoche noch bei fast 90 EUR/t, hat sie sich auf 44 EUR/t verkürzt.

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    Dateigröße: 88 KDatum: 22.05.2020

  • Marktbericht KW 20 /2020


    In den meisten Regionen Deutschlands haben die Niederschläge in den vergangenen zwei Wochen, den Zustand der Rapsfeldbestände etwas verbessert. Das Wasserdefizit ist zwar noch nicht ausgeglichen, aber zumindest etwas gemildert. Dünge- und Pflanzenschutzmaßnahmen sind zudem nun möglich. Ebenfalls positiv wirken sich die kühleren Temperaturen auf die Entwicklung der Pflanzen aus, da sie die Verdunstung verringern. Da vielerorts dennoch mit bleibenden Schäden durch den Frost und die Trockenheit gerechnet wird, bleiben die Ertragserwartungen höchstens durchschnittlich. In Schleswig-Holstein und im Rheinland wird eher mit unterdurchschnittlichen gerechnet.

    Die Unsicherheit über die Höhe und Menge der kommenden Ernte lässt Erzeuger nach wie vor verhalten agieren. Mit den nicht optimalen Vegetationsbedingungen, möchte sich noch keiner umfangreich Kontrakte binden. Dort wo der Raps noch blüht, werden die regionalen Nachtfröste mit Sorge betrachtet. Die Restmengen aus der alten Ernte sind verkauft und spielen deshalb nur noch eine untergeordnete Rolle. Da die Ölmühlen kaum Kaufinteresse zeigen, steht der Rapshandel weiterhin so gut wie still. Alterntiger Raps kostete zuletzt 353 EUR/t und damit 1 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Raps ex Ernte hat sich um 3 auf 358 EUR/t verteuert. Seit Ende April hat sich damit der Abstand zwischen den alt- und neuerntigen Preise wieder etwas verkleinert.

    Am Rapsschrotmarkt sind die Preise auf Wochensicht weiter zurückgegangen, zuletzt wurden mit 232 rund 23 EUR/t weniger festgestellt. Es gibt zwar Kaufinteresse der Mischfutterbetriebe für Ware zur sofortigen Lieferung, sie ordern, in der Hoffnung auf weitere Preisnachlässe, aber nur sporadisch. Marktteilnehmern zufolge zeichnet sich aber allmählich eine Trendwende ab. Das Angebot der Ölmühlen wird weniger und Rapsschrot zur Lieferung bis August wird nur noch hier und da offeriert. Grund dafür ist, dass viele Ölmühlen in Deutschland aufgrund des schwierigen Absatzes von Rapsöl bereits jetzt anfangen Reparaturen vorzunehmen. Die Preise auf Lieferterminen von August bis Oktober haben sich im Verhältnis weniger vergünstigt. Diese stehen aktuell aber noch nicht im Fokus der Mischfutterhersteller.

    Das große Sojaschrotangebot aus den laufenden Ernten in Südamerika drückt auf den deutschen Kassamarkt und lässt keine Luft nach oben. Dabei könnten die Sojaschrotkurse in Chicago Auftrieb geben.

    Die Preise für Rapsöl haben auf Wochensicht um 23 auf 738 EUR/t zugelegt. Damit vergrößert sich der Abstand zum Palmöl weiter. Ende März lag er bei 121 EUR/t und hat sich mittlerweile auf 262 EUR/t ausgedehnt. Der Rapsölmarkt hat sich in der Berichtswoche etwas belebt. Die Biodieselnachfrage ist Marktteilnehmern zufolge vor allem auf Terminen ab August, aufgrund der Lockerungsmaßnahmen weltweit, wieder angesprungen. Gleichzeitig stellt die EU-Kommission eine Rapsernte 2020 in Aussicht, die zwar größer als im vergangenen Jahr ausfallen dürfte, aber trotzdem unterdurchschnittlich. Das schürt die Sorge um die Rohstoffverfügbarkeit ab August.

    Bei Sojaöl lassen sich vergleichsweise kleinere Preisaufschläge verzeichnen. Zuletzt wurden 595 EUR/t genannt und damit 4 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Viel Geschäft steht aber nicht dahinter. Vielmehr folgen die Sojaölpreise den festeren Notierungen in Chicago. Dort hatte China nach einer angespannten Auseinandersetzung mit den USA jüngst zugesichert, seinen im Phase-1 Handelsabkommen zugesicherten Käufe von Agrargütern nachzukommen.

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    Dateigröße: 88 KDatum: 14.05.2020

  • Marktbericht KW 19 / 2020


    Die Regenfälle, die in vielen Regionen Deutschlands, über das vergangene Wochenende niedergingen, konnten die Lage in den Rapsanbaugebieten nur wenig bzw. nicht nachhaltig entspannen. Denn sie waren zumeist nicht ausreichend, die in den vergangenen Monaten aufgebauten Bodenwasserdefizite auszugleichen. Erzeuger sind daher weiterhin sehr verunsichert über Rapserträge und Erntemengen 2020. Mancherorts sind sie sogar äußerst pessimistisch, melden Schäden infolge Trockenheit und frostiger Temperaturen und haben die Hoffnung bereits aufgegeben, dass sich die Feldbestände bis zur Ernte noch erholen und Ertragsrückstände aufholen können. Entsprechend gering ist die Abgabebereitschaft für Raps ex Ernte 2020 nach wie vor, der Rapshandel ruht.

    Die Erzeugerpreise haben sich in der 19. Kalenderwoche leicht befestigt und werden dabei durch die pessimistischen Ernteprognosen und festeren Terminkurse in Paris, die zuletzt wieder an 370 EUR/t herankamen, unterstützt. Alterntig werden 352 EUR/t im Bundesdurchschnitt aufgerufen, was einer Steigerung von 1 EUR/t zur Vorwoche entspricht. Ex Ernte 2020 werden 355 EUR/t genannt und damit ebenfalls 1 EUR/t mehr als zuvor.

    Die großen Sojaernten in und das reichliche Angebot aus Südamerika nehmen jeglichen Preisspielraum am hiesigen Sojaschrotmarkt. Ölmühlen können höhere Forderungen gegenüber der Mischfutterindustrie nicht durchsetzen. Mischfutterbetriebe sitzen aber nicht nur wegen der avisiert komfortablen Marktversorgung in den kommenden Monaten in Preisverhandlungen am längeren Hebel, sondern auch weil sich viele von ihnen im März und April, wohl auch Corona-bedingt, stark mit Ware bzw. Kontrakten eingedeckt haben. Unter dem Strich müssen Mischfutterhersteller nicht kaufen und können es sich deshalb leisten, weitere Preisnachlässe abzuwarten.

    Etwas anders sieht die Lage am Rapsschrotmarkt aus, wo Mischfutterhersteller zumindest für den vorderen Bedarf immer wieder mal kleinere Partien, also wenigstens stetig etwas abrufen. Neben stetiger Nachfrage bringt das begrenzte Angebot den Rapsschrotpreisen Unterstützung.

    Optimistischere Stimmung am Rapsölmarkt hat die Preise in dieser Woche etwas nach oben getrieben. Zuletzt wurden 715 EUR/t fob Hamburg festgestellt und damit 20 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Unterstützung brachten die festeren Rohölkurse, deren Wert sich auf Wochensicht verdoppelt hat und zuletzt mit 24,60 USD/bbl wieder das Niveau von Anfang April erreichte. Zudem rechnen Marktteilnehmer damit, dass sich mit der stufenweisen Lockerung der Kontaktbeschränkungen auch die Nachfrage nach Rapsöl aus dem Biodieselsektor allmählich beleben wird. Eine Ralley dürfte wohl ausbleiben, aber zumindest sollte das zunehmende Kaufinteresse an Rapsöl die Preise unterstützen. Es wird zudem davon berichtet, dass momentan wenig Sojamethylester aus Argentinien kommt, das steigert hierzulande die Attraktivität von Rapsöl zur Biodieselherstellung. Obwohl sich die Sojabohnen- und -ölnotierungen in Chicago auf Wochensicht leicht befestigt haben, sind die Sojaölpreise fob Hamburg um 20 auf 591 EUR/t gesunken. Fob Rotterdam sind sie hingegen auf dem Vorwochenniveau von 600 EUR/t stabil. Die Kurssteigerungen an den Börsen wurde hauptsächlich durch technische Käufe hervorgerufen, ansonsten herrschte dort eher pessimistische Stimmung. US-Präsident Trump drohte China mit neuen Zöllen, was das fragile Handelsabkommen deutlich ins wanken brachte.

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    Dateigröße: 88 KDatum: 07.05.2020

  • Marktbericht KW 18 / 2020


    Am Rapsmarkt geht es auch in dieser Berichtswoche so weiter wie in den vergangenen. Die Nachfrage der Ölmühlen ist sehr verhalten, da sie ihre Verarbeitung gedrosselt haben und die Vermarktung von Rapsöl momentan schwierig ist. Dieses wird von den Biodieselherstellern kaum geordert, da sie ihre Produktion aufgrund der Corona-Krise zurückgefahren haben. Wie lange diese Situation noch andauert ist unsicher, einige Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die Nachfrage der Biodieselhersteller erst im frühen Sommer wieder aufleben wird. In den meisten Regionen halten sich aber auch die Erzeuger mit Verkäufen zurück. Die alte Ernte ist ohnehin schon verkauft und auf Terminen ab August bieten die Erzeuger nur wenig Ware an. Nur im östlichen Niedersachsen scheint sich der Handel mit Vorkontrakten etwas belebt zu haben. Die Trockenheit hat in vielen Gebieten Deutschlands die Entwicklung der Feldbestände beeinträchtigt. In Mecklenburg-Vorpommern wird davon berichtet, dass die Düngergaben durch die ausbleibenden Niederschläge nicht wirken, und dass Pflanzenschutzmittel deshalb nicht ausgebracht werden können. Zwar sind in den kommenden Tagen Niederschläge prognostiziert, wann und in welcher Menge diese eintreffen, ist aber unklar. Deshalb wollen die meisten Landwirte keine Lieferverpflichtungen für die kommenden Ernte eingehen, da die Erträge schwer abzuschätzen sind. Die Rapspreise sind im Vorwochenvergleich um 1,40 auf 350,50 EUR/t zurückgegangen, die Vorkontraktpreise im gleichen Zeitraum um 2,50 auf 354 EUR/t.

    Am Sojaschrotmarkt ging in es überwiegend ruhig zu. Mischfutterhersteller haben Ende März und Anfang April rege Ware gekauft und sind auf den vorderen Terminen deshalb gut gedeckt. Marktteilnehmern zufolge steigen üblicherweise die Preise im Mai eines jeden Jahres, da das Sojaschrot aus der neuen Ernte in Südamerika oftmals erst ein paar Wochen später in Deutschland eintrifft. Das ist in diesem Jahr aber nicht der Fall, da stattdessen die Ölmühlen in Europa ihre Produktion hochgefahren haben, um diese Lücke zu schließen.

    Am Rapsschrotmarkt läuft der Handel schleppend. Auf den vorderen Terminen wird nur sporadisch Ware nachgefragt und der Bedarf kann bedient werden. An Ware zur späteren Lieferung ist kaum einer interessiert. Marktteilnehmer warten die weiteren Entwicklungen im Zuge der Corona-Krise ab. Zudem erschwert die Massenquarantäne die Arbeitsabläufe vieler Marktteilnehmer, die sich deshalb nur auf das Nötigste konzentrieren.

    Am Rapsölmarkt haben die Preise im Vorwochenvergleich auf allen Terminen nachgegeben. Kurioserweise haben Ölmühlen in dieser Woche wieder Ware für die Liefertermine Mai bis Juli auf Anfrage im Angebot. In den Vorwochen war das nicht der Fall. Da die Preise so stark zurückgegangen sind und die Nachfrage insbesondere aus dem Biodieselsektor eingebrochen ist, müssen sie auf den vorderen Terminen anscheinend noch Rapsöl los werden. Auf den Terminen Mai bis Juli werden für Rapsöl 695 EUR/t festgestellt. Für Ware zur Lieferung im Zeitraum August bis Oktober sind die Preise im Vorwochenvergleich um 12 auf 703 EUR/t gesunken. Druck erzeugen auch die Terminkurse in Paris sowie die schwächeren Palm- und Rohölnotierungen. Zudem steigt die Verunsicherung welche Entwicklungen der Nachfrageeinbruch auf die Vorräte hat. Daher warten Marktteilnehmer vorerst ab. Unter Druck stand in der Berichtswoche auch das Sojaöl. Zuletzt kostete es 611 EUR/t und damit 9 EUR/t weniger als in der Vorwoche. Grund dafür ist die geringe Nachfrage und Verbrauch von Sojaöl. In den USA ist der inländische Sojaölverbrauch in den vergangenen 30 Tagen um 50-60 % eingebrochen, was die Sojaölvorräte deutlich nach oben treibt. Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die US-Lagerbestände zum Ende des Wirtschaftsjahres 2019/20 noch über die des vom USDA geschätzten, 830 Mio. t steigen könnten. Das belastet auch die Sojaölkurse in Chicago, an denen sich auch die hiesigen Preise orientieren.

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    Dateigröße: 89 KDatum: 30.04.2020

  • Marktbericht KW 17 / 2020


    Rapserzeuger bleiben dem Markt weiterhin nahezu gänzlich fern. Die Ernte 2019 ist längst vermarktet, mittlerweile sind nicht einmal mehr Restmengen zu finden. Gleichzeitig sind die Ölmühlen bis Saisonende 2019/20 gut versorgt. Mit Kontrakten ex Ernte 2020 finden derzeit ebenfalls so gut wie keine Geschäfte statt. Wegen Trockenheit, Frostschäden und Schädlingsbefall sind Rapserzeuger in Deutschland in Sorge bzw. verunsichert über die Rapsernte 2020 und halten sich mit Offerten daher zurück. Niemand möchte Lieferverpflichtungen eingehen, die er am Ende nicht einhalten kann. Gleichzeitig ist die Nachfrage der Verarbeiter bisher nicht drängend. Trotzdem schaffen die Erzeugerpreise mit Unterstützung der auf Wochensicht festeren Terminkurse ein leichtes Plus. Ex Ernte 2020 gelten 357 EUR/t im Bundesdurchschnitt, was einer Steigerung von 2 EUR/t zur Vorwoche entspricht, die Niveaus vergangener Monate aber nach wie vor deutlich verfehlt.

    Die Sojaschrotpreise in Deutschland sind im Vergleich zur Vorwoche leicht zurückgegangen. Damit koppeln sie sich von den Sojaschrotkurse in Chicago ab, die auf Wochensicht leicht zugelegt haben. Über dem Sojaschrotmarkt schwebt dennoch die Sorge um einen möglichen Nachfragerückgang aus der Mischfutterindustrie. Vor drei Wochen deckten sich die Mischfutterhersteller in Deutschland zwar per Hamsterkauf ein, das hat aber spürbar nachgelassen.

    Die Rapsschrotpreise sind zu Beginn der Berichtswoche gestiegen, was hauptsächlich auf den Anstieg der Rapskurse in Paris bis zum 20.04.2020 zurückzuführen ist. Zuletzt deutete sich Marktteilnehmern zufolge aber wieder eine Preisschwäche an. Für Ware zur Lieferung im Zeitraum Mai bis Juli halten sich Nachfrage und Angebot auf dem deutschen Kassamarkt die Waage. Auf Terminen ab August sieht das etwas anders aus: Ölmühlen bieten kaum Ware an und Käufer warten auf Preisnachlässe.

    Rapsöl erzielt stabile 782 EUR/t fob Hamburg. Zwar belasten wirtschaftliche Sorgen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie und die verhaltene Nachfrage nach

    Rapsöl aus dem Biodieselsektor. Auftrieb geben aber die reduzierten Erwartungen an die EU-Rapserzeugung 2020. So fällt die Ernteschätzung zwar größer als im Vorjahr, aber erneut unterdurchschnittlich aus. Jüngste Frostereignisse und lokaler Regenmangel – manche Standorte benötigen mittlerweile dringend Wasser – schüren die Sorge, dass die EU-Rapsernte am Ende sogar noch kleiner ausfallen könnte, als bisher angenommen. Schon jetzt scheint absehbar, dass die Gemeinschaft auch in der Saison 2020/21 stärker auf Rohstoffzufuhren aus dem Ausland, vor allem aus der Ukraine, Australien und Kanada, angewiesen sein wird.

    Der Sojaölmarkt bleibt von Unsicherheiten geprägt. In den USA ist die Sojaölnachfrage aus dem Speiseölsektor weiterhin rückläufig, dafür ist die Nachfrage von Biodieselherstellern überraschend hoch, aber die Frage ist wie lange noch bzw. wie nachhaltig dieses Interesse ist. Der USDA-Report vergangene Woche brachte dem Sojaölmarkt eher bärische Impulse: Zwar wurde die globale Produktionsschätzung etwas gekürzt, aber auch die Verbrauchsprognose zurückgenommen. Die Prognose zu den Vorräten zum Saisonende 2019/20 wurde angehoben, 4,05 Mio. t wären sogar 22 % mehr als vor einem Jahr. Hierzulande hat Sojaöl mit 620 EUR/t fob Hamburg zur Vorwoche rund 0,8 % an Wert verloren.

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    Dateigröße: 88 KDatum: 23.04.2020

  • Marktbericht KW 16 / 2020


    Alterntiger Raps spielt am Markt keine Rolle mehr. Offerten gibt es kaum noch und die Nachfrage ist schon vor Wochen auf Liefertermine ex Ernte 2020 umgeschwenkt. Die Osterfeiertage lähmten den ohnehin bereits sehr ruhigen Rapsmarkt zuletzt noch zusätzlich. Mit Kontraktabschlüssen über die kommende Ernte halten sich Erzeuger weiterhin sehr zurück, zum einen wegen der Unsicherheit über die diesjährige Rapsernte. Regional werden Frostschäden gemeldet, vereinzelt auch von vermehrtem Schädlingsbefall durch Rapsglanzkäfer- und Kohlschotenrüssler berichtet. Zum anderen animiert das aktuelle Preisniveau nicht gerade zum Verkauf, vor allem, wenn man auf vergangene Wochen zurückblickt, als noch wesentlich mehr erzielt werden konnte. Wenngleich sich die Erzeugerpreise für Raps in Deutschland weiter befestigt haben, so sind vergangene Niveaus damit noch nicht wieder erreicht. Dafür mangelt es derzeit auch an der Verhandlungsbereitschaft der Ölmühlen. Wegen der nachlassenden Biodieselnachfrage und entsprechend rückläufigen Rapsölumsätzen, fahren sie ihre Verarbeitung zurück, sodass entsprechend weniger Rohstoff benötigt wird.

    Rapsschrot zur Lieferung im Mai hat sich im Vergleich zur Vorwoche vergünstigt. Zu begründen ist er mit einer deutlich schwächeren Nachfrage. Die Kaufwelle, die, angestoßen von der panischen Bevorratung vieler Veredelungsbetriebe, Ende März und Anfang April die Ölschrotpreise, kräftig nach oben trieb, ist spürbar abgeflaut. Vorerst sind sowohl die Veredelungsbetriebe mehr als reichlich versorgt und auch die Mischfutterindustrie hat ihre Bestände aufgestockt, um ihren Lieferverpflichtungen nachkommen zu können. Zusätzlich wird die Nachfrage durch die Osterfeiertage beruhigt.

    Auch die Sojaschrotnachfrage hat sich weiter abgekühlt, gleichzeitig sind die Angebotssorgen ein Stück weit verflogen. Denn sowohl Brasilien als auch Argentinien haben gesetzliche Regelungen geschaffen, die den Sojatransport und die -verarbeitung im Land und damit letztlich auch den Export von Sojabohnen und Nachprodukten in Krisenzeiten aufrechterhalten sollen.

    Rapsöl steht unter Druck der geringeren Nachfrage, insbesondere aus der Lebensmittelindustrie. Diese hat im Zuge der Corona-Krise deutlich nachgelassen. Zudem ist das Kaufinteresse aus dem Biodieselsektor besonders für Ware zur Lieferung in den kommenden Monaten verebbt. Marktteilnehmer gehen von einem Nachfragerückgang um rund 70 % aus. So haben die Rapsölpreise im Vergleich zur Vorwoche um 13 auf 715 EUR/t nachgegeben. Sie liegen damit aber noch 7 EUR/t über dem Vorjahresniveau. Für Sojaöl wurde in Deutschland hingegen mit 625 zuletzt 5 EUR/t mehr verlangt als in der Vorwoche. Leichte Unterstützung bringen die stabilen Sojaölnotierungen. Bis vor kurzem hatte die lebhafte Sojaschrotnachfrage die Verarbeitung von Sojabohnen in den USA noch angekurbelt. Dadurch erhöhte sich auch das Angebot an Sojaöl. Diese Situation hat sich in der Berichtswoche aber umgekehrt. Da das Kaufinteresse an Sojaschrot deutlich gesunken ist, sind auch die Sojaschrotmargen der Ölmühlen zurückgegangen. Deshalb haben die Ölmühlen ihre Verarbeitung zurückgefahren. Dies lässt auch die Produktion und damit das Angebot an Sojaöl sinken, was die Preise stützt.

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    Dateigröße: 87 KDatum: 16.04.2020

  • Marktbericht KW 15 / 2020


    Unterstützung finden die Rapspreise in Deutschland vor allem in den festeren Terminkursen in Paris. Handel findet auf dem höheren Niveau aber so gut wie nicht statt. Alterntig sind Erzeuger in Deutschland praktisch ausverkauft, neuerntig ist vielen das Preisniveau zu niedrig, zumal es vor wenigen Wochen, im Februar und ganz besonders im Januar, noch sehr viel höher lag. Zudem herrscht Unsicherheit über die Feldbestandsentwicklung, teilweise werden Frostschäden gemeldet. Höhere Preisvorstellungen und die Sorge, Lieferverpflichtungen nicht einhalten zu können, bremsen das Geschäft ex Ernte 2020. Abschlüsse kommen dem Vernehmen nach nur sporadisch zustande.

    Nach zwei Wochen lebhafter Nachfrage und kräftiger Preissteigerungen hat sich der deutsche Rapsschrotmarkt wieder etwas beruhigt. Ware zur Lieferung im April kostet dennoch mehr als vor einer Woche. Denn vordere Ware bleibt knapp, nur sehr vereinzelt gibt es Offerten. Die finden zwar Käufer, aber insgesamt soll die Nachfrage, jetzt, wo Veredelungsbetriebe ihre Mischfutterversorgung langfristig abgesichert haben, an Zugkraft verloren haben. Marktbeobachter berichten, dass sich das Kaufinteresse nun eher auf Lieferungen ex Ernte 2020 verlagert.

    Die Sojaschrotpreise sind die zweite Woche in Folge rückläufig. Auch am Sojaschrotmarkt hat sich die Nachfrage wieder etwas beruhigt, gleichzeitig ist die Stimmung hinsichtlich des Angebotes wieder optimistischer geworden. Natürlich bleibt der Markt Corona-bedingt angespannt, aber jüngste Meldungen, wonach in Argentinien Transportregelungen gefunden wurden, nehmen zumindest ein Stück weit die Angebotssorgen am europäischen Markt.

    Die Rapsölpreise haben ihren Weg nach oben in dieser Berichtswoche fortgesetzt. Zuletzt wurden sie bei 728 EUR/t festgestellt und überschreiten das Vorwochenniveau damit um 25 EUR/t. Unterstützt werden sie von den Rapskursen in Paris, die ihrerseits durch die Sorge um die EU-Rapsernte 2020 nach oben getrieben werden. Marktteilnehmer befürchten, dass die Erträge durch ungünstige Witterungsbedingungen beeinträchtigt werden könnten. Zusätzlichen Preisauftrieb bringen Rapsölverkäufe an China und die stetige Nachfrage nach Rapsöl aus dem Biodieselsektor. Sojaöl hat hingegen im Vorwochenvergleich um 5 auf 620 EUR/t nachgegeben. Marktteilnehmer begründen dies mit einer schwächeren Nachfrage und geringen Exporten. Die auf Wochensicht stabilen Sojaölkurse in Chicago halten dagegen.

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    Dateigröße: 86 KDatum: 09.04.2020

  • Marktbericht KW 14 / 2020


    Mit Unterstützung vom Terminmarkt konnten sich die Rapserzeugerpreise in Deutschland weiter befestigen. 342 EUR/t entsprechen einem Plus von 4 EUR/t zur Vorwoche, verfehlen aber die Niveaus vergangener Wochen nach wie vor deutlich. Ex Ernte 2020 liegen die Forderungen bei 346 EUR/t und damit 5 EUR/t über Vorwochenlinie. Diese Gebote entsprechen nicht den Vorstellungen der Erzeuger, die dem jüngsten Anstieg deshalb keine Beachtung schenken. Restmengen alterntiger Raps, sofern überhaupt noch etwas in den Lagern liegt, werden nicht offeriert und das Neugeschäft ex Ernte 2020 ruht ebenfalls. Stärkere Impulse vom Terminmarkt oder Kaufinteresse der Ölmühlen bräuchte es, um die Rapspreise deutlich anzuheben. Aber beides ist derzeit nicht absehbar, zumal es an Unterstützung vom Biodieselmarkt mangelt. Dort findet, wenn überhaupt, UCOME Abnehmer, während RME saisonbedingt aus dem Fokus gerät. Zudem hat sich die Rapsschrotnachfrage mittlerweile wieder etwas beruhigt. Was die Rapsfeldbestände betrifft, so werden regional leichte Frostschäden gemeldet, Rapsschädlinge sind kaum zu beobachten.

    Die kurze, aber heftige Kaufwelle der Mischfutterhersteller, angetrieben von Hamsterkäufen der Veredelungsbetriebe in Deutschland, scheint abzuflauen, da viele nun erst einmal mit Ware versorgt sind. Zumindest die Sojaschrotpreise sind nicht weiter gestiegen und haben sich in den vergangenen Tagen sogar etwas ermäßigt. Sojaschrot mit einem ProFett-Gehalt von 44 % kostete zuletzt 365 EUR/t fob Hamburg und damit 7 EUR/t weniger als vor einer Woche. 48er Ware hat sich in der gleichen Zeit ebenfalls um 7 auf 397 EUR/t vergünstigt. Doch trotz der Rückgänge bleibt das Preisniveau für Sojaschrot relativ hoch und eine weitere Hausse ist nicht auszuschließen. Am Rapsschrotmarkt lässt die Nachfrage der Mischfutterhersteller langsam nach, doch das knappe Angebot auf den vorderen Lieferterminen lässt die Preise weiter nach oben klettern. Wo kurzfristig vordere Ware offeriert wird, erzielt sie sogar kräftige Preisaufschläge gegenüber späteren Terminen.

    Am Pflanzenölmarkt sind die Entwicklungen uneinheitlich. Rapsöl kostete Ende März 703 EUR/t fob Hamburg und damit 8 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Unterstützung bringen die seit vier Handelstagen festeren Rapsnotierungen in Paris, was unter anderem auf der reduzierten EU-Rapsernteprognose. Auftrieb geben außerdem Meldungen über eine lebhafte Rapsölnachfrage aus China und bereits bestätigte EU-Exportlieferungen in größerem Umfang, die den hiesigen Rapsölmarkt entlasten. Zudem wird von einer zuletzt etwas lebhafteren Biodieselnachfrage berichtet. Mehrere Ölmühlen dürften sich in den kommenden Wochen in die jährlichen Werksferien, zwecks Wartung und Instandhaltung der Produktionsstraßen, begeben. Mit dem Wissen, dass Rapsöl dann vorübergehend knapper werden könnte, wollen sich Beimischer noch einmal bevorraten, was in erster Linie Biodiesel, in zweiter Linie aber auch dem Rapsöl Unterstützung bringt.

    Die Sojaölpreise haben sich leicht verringert und widersetzen sich damit dem festen Trend. Vom internationalen Markt kommen keine eindeutigen Impulse und die Befestigung des Sojakomplex an der Chicagoer Börse scheint den EU-Pflanzenölmarkt (noch) nicht erreicht zu haben. Grundsätzlich sorgt die Covid-19-Pandemie fortgesetzt für Verunsicherung am Markt. Hauptgrund für den weiteren Preisnachlass dürfte aber der schwache Euro sein, weil er die Rohstoffimporte verteuert, sodass auch die hiesigen Sojaölpreise steigen müssen.

    © AMI GmbH 2020

    Dateigröße: 88 KDatum: 02.04.2020

  • Marktbericht KW 13 / 2020


    Die Rapserzeugerpreise haben sich wieder etwas befestigt, doch das Niveau bleibt nach den erdrutschartigen Verlusten der vergangenen Wochen aus Erzeugersicht enttäuschend und für den Verkauf vollkommen unzureichend. Zwar spielt die alte Ernte ohnehin keine Rolle mehr, die Restmengen sind vernachlässigbar und das Kaufinteresse der Ölmühlen für vorderen Raps gleich Null, aber auch das Geschäft mit Kontrakten ex Ernte 2020 ruht. Die deutlichen Preisrückgänge hatten bereits in der Vorwoche die Verkaufsbereitschaft der Erzeuger komplett auf Eis gelegt und daran ändert auch die jetzt festere Tendenz nichts. Um die Abgabebereitschaft anzukurbeln, wären noch sehr viel deutlichere Preissteigerungen nötig, doch volatile Börsen und verunsicherte und daher zurückhaltende Käufer setzen nicht die nötigen Impulse dafür. Landwirte in Deutschland bleiben dem Markt deshalb weitgehend fern und konzentrieren sich auf die Feldarbeiten anstatt auf die Vermarktung. Die Rapsfeldbestände sind in den meisten Regionen Deutschlands gut bis teilweise sogar überdurchschnittlich weit entwickelt. Allerdings lassen Nachtfröste von vereinzelt bis zu minus 8°C Ängste um den Raps, der teils schon Knospen trägt, aufkommen. Solche Ereignisse wirken letztlich noch als zusätzlicher Bremsklotz für das neuerntige Rapsgeschäft, da sie die Erzeuger im Hinblick auf die realisierbare Erntemenge verunsichern. Vorsicht ist besser als Nachsicht und deshalb wären preisliche Anreize umso wichtiger, um Ware aus Erzeugerhand zu mobilisieren.

    Die Ölschrotpreise sind in den vergangenen Tagen deutlich gestiegen, besonders die Sojaschrotpreise haben kräftig angezogen. Anbieter in Deutschland berichten von Hamsterkäufen an Mischfutter der Veredelungsbetriebe. Das spornt die Mischfutterherstellung und deren Rohstoffbedarf kräftig an und lässt die Nachfrage nach Proteinkomponenten regelrecht explodieren. Hinzu kommen bullische Einflussgrößen vom internationalen Markt für Sojabohnen und -schrot, darunter der kräftige Anstieg der Sojaschrotkurse in Chicago. In Argentinien hat zudem die Sojaschrotproduktion durch die Insolvenz einer großen Ölmühle einen Dämpfer erhalten und nun bedroht die Corona-Ausbreitung Transporte zu und Verladungen in den Exporthäfen. Für den deutschen Markt bedeutet dies, dass die derzeit sehr lebhafte Nachfrage auf ein Angebot trifft, das nicht so groß ist, wie es sein könnte. Im äußersten Fall sind Lieferengpässe möglich, sollte Corona die Transportlogistik lahmlegen. Genau dieser Gefahr wollen viele durch Vorratskäufe vorbeugen. Nichts anderes als das, treibt auch die Rapsschrotpreise nach oben.

    Die weltweite Ausbreitung des Coronavirus hält die Märkte nach wie vor in Bann und sorgt für volatile Pflanzenölpreise. Im Transportsektor wird aufgrund der schleppenden Geschäfte weiterhin weniger Diesel verbraucht als üblich und auch in anderen Branchen wird deutlich weniger eingesetzt. Durch den schrumpfenden Kraftstoffabsatz geht auch der Einsatz von Biodiesel zurück. Das hat vor allem Einfluss auf prompte Ware und setzt die vorderen Preise unter Druck. Ab August sind die Preise im Vorwochenvergleich indes gestiegen, da Marktteilnehmer befürchten, dass das Angebot an Rapsöl ab dann schrumpfen könnte. Zwar wird in der EU eine etwas größere Rapsernte erwartet als im Vorjahr, sie dürfte aber trotzdem unterdurchschnittlich ausfallen. Dadurch könnte das Angebot an Nachprodukten, wie Rapsöl, ebenfalls sinken. Die Preise für Sojaöl haben sich im Vergleich zur Vorwoche ebenfalls befestigt. Unterstützung erhielten sie von den festen Sojaölnotierungen in Chicago. Diese wurden von den sprunghaft gestiegenen Sojaschrotkursen nach oben katapultiert.

    © AMI GmbH 2020

    Dateigröße: 87 KDatum: 26.03.2020

  • Marktbericht KW 12 / 2020


    Die Rapserzeugerpreise haben deutlich nachgegeben. Die alte Ernte wird mit 336 EUR/t bewertet, ex Ernte 2020 liegen die Forderungen bei 332 EUR/t im Bundesdurchschnitt – in beiden Fällen ein Rückgang von 22 EUR/t oder mehr als 6 % zur Vorwoche. So wenig wurde zuletzt im Juli 2018 genannt. Hauptgrund für die deutlichen Preisrücknahmen ist die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland und Europa und die damit einhergehenden Rezessionen. Die Verkaufsbereitschaft ex Ernte 2020 friert komplett ein, alterntig geht ohnehin schon seit Wochen nichts mehr, da Erzeuger so gut wie ausverkauft sind und Ölmühlen ihren Anschlussbedarf längst gedeckt haben. Neugeschäfte haben daher Seltenheitswert. Die Erzeuger zieht es stattdessen auf die Felder. Dort wo der Acker befahrbar ist, wird gedüngt, gedrillt und gespritzt.

    Am deutschen Rapsschrotmarkt gibt es aktuell jede Menge Anfragen für vordere Ware. Doch nicht nur die Zahl der Gesuche, sondern vor allem die angefragten Mengen liegen weit über der Norm, sodass viele Paritäten nicht in Frage kommen. Vordere Ware ist kaum noch verfügbar, sodass von einem deutlichen Nachfrageüberhang gesprochen werden kann, der den Preisen zuletzt auch wieder Unterstützung brachte. Sie schafften es sogar, sich gegen die schwachen Vorgaben vom Terminmarkt zu stemmen. Am Sojaschrotmarkt werden in den kommenden Tagen enorme Preissteigerungen erwartet. Das hat mehrere Gründe. Wegen des Rückgangs der Rohölpreise schränken die US-Amerikaner ihre Biodiesel- und Ethanol-Produktion ein, was damit auch zu einem Rückgang der Getreide- und Ölsaatenverarbeitung und infolgedessen zu geringerem Schrotangebot führt. Hierzulande registrieren die großen Ölmühlen nicht nur für Rapsschrot, sondern auch für Sojaschrot Hamsterkäufe der Mischfutterunternehmen. Das Angebot ist gleichzeitig nicht so groß, wie es sein könnte, äußern Marktteilnehmer, da Schiffsladungen aus Argentinien verzögert eintreffen und auch insgesamt weniger Sojaschrot von dort an den europäischen Markt gelangt.

    An den Pflanzenölmärkten geht es in der aktuellen Handelswoche ausgesprochen ruhig zu. Die Corona-Pandemie erzeugt Druck an den Finanz- und Rohstoffmärkten und zieht auch die Kassapreise für Rohstoffe und Nachprodukte nach unten. Speziell für die Pflanzenöle kommt noch ein weiterer Faktor hinzu: Im Zuge der Corona-Ausbreitung laufen Handel und Lieferungen schleppender, sodass im Transportsektor weniger Dieselkraftstoff verbraucht wird. Auch in der Baubranche, wo mit den Temperaturanstiegen die Saison jetzt eigentlich richtig losgehen könnte, drückt Corona das Geschäft und damit auch den Kraftstoffeinsatz. Der Dieselabsatz in Deutschland ist stark zurückgegangen, die Preise sind weiter kräftig gesunken. Dadurch verringert sich auch der Biodieseleinsatz, sodass entsprechend der Bedarf der Biodieselhersteller an Pflanzenöl nachgelassen hat. Rapsöl kostete zuletzt 690 EUR/t und damit 6,1 % weniger als in der Vorwoche, Sojaöl hat sich um 5,5 % auf 605 EUR/t vergünstigt, nicht zuletzt, weil Soja- und Rapskurse in Chicago bzw. Paris deutlich nachgegeben haben.

    © AMI GmbH 2020

    Dateigröße: 87 KDatum: 19.03.2020

  • Marktbericht KW 11 / 2020


    Am deutschen Rapsmarkt sind die Aktivitäten so gut wie zum Erliegen gekommen. Ölmühlen sind bis Saisonende versorgt und in einem Markt mit rückläufigen Preisen sind die Ambitionen, Rapskontrakte ex Ernte 2020 abzuschließen, gering. Weitere Preisnachlässe werden geduldig abgewartet. Gleichzeitig ist die Abgabebereitschaft der Erzeuger nahezu komplett eingefroren. Die alte Ernte ist durch, für die kommende, die jetzt eigentlich im Fokus steht, ist die Verkaufsbereitschaft nach den deutlichen Preisrückgängen der vergangenen Wochen erlahmt. Die Unsicherheit über die weitere Feldbestandsentwicklung wirkt ebenfalls als Bremsklotz, wenn es um Neugeschäfte ex Ernte 2020 geht. In einem beiderseitig ruhigen Markt würden sich die Preise eigentlich kaum bewegen, wären da nicht die starken bärischen Einflüsse vom Weltmarkt: Das Coronavirus breitet sich aus, Rohölnachfrage und Notierungen sind eingebrochen und die Agrarrohstoffmärkte beugen sich dem Druck. Das gilt auch für die Rapsnotierungen in Paris, die sich zuletzt zwar wieder etwas fangen konnten, aber nicht desto trotz ein Wochenminus von 15 EUR/t verbuchen. Im Verlauf der Berichtswoche waren die Notierungen zwischenzeitlich unter 368 EUR/t gerutscht. Die Rapserzeugerpreise in Deutschland liegen aktuell bei 358 EUR/t im Bundesdurschnitt und damit rund 10,50 EUR/t unter Vorwochenniveau. Die Vorkontraktpreise haben um 7,50 auf 354 EUR/t nachgegeben.

    Die Preisprognosen für die kommenden Wochen sind düster. Marktteilnehmer hatten für die aktuelle Berichtswoche zwar mit einem Rückgang gerechnet, diesen aber längst nicht so stark eingeschätzt. Solange die Corona-Krise währt und die Rohölkurse unter Druck bleiben, dürften die Kassapreise ihre Schwächetendenz fortsetzen. Nachfrageseitig sind von den gut gedeckten Ölmühlen in einem fallenden Markt vorerst keine Impulse zu erwarten, die eine Trendumkehr einleiten könnten. An der Zurückhaltung und den schwachen Umsätzen dürfte sich daher vorerst nichts ändern.

    Die Preise für Sojaschrot sind in den vergangenen sieben Tagen deutlich abgerutscht. Trotzdem sind am deutschen Kassamarkt kaum Käufer zu finden. Marktteilnehmer sind verunsichert und warten die weiteren Entwicklungen am Sojaschrotmarkt erstmal ab. Das USDA hat zwar in seiner jüngsten Prognose einen weltweiten Sojabohnenvorrat von 102 Mio. t prognostiziert, was zunächst einmal komfortabel erscheint, da genügend Rohstoff für die Sojaschrotproduktion zur Verfügung steht. Die Produktion und Vorräte an Sojaschrot dürften allerdings etwas kleiner ausfallen als bisher erwartet. Besonders das argentinische Angebot ist begrenzt. Dadurch halten sich Mischfutterhersteller zurück, zu Panikkäufen führt dies aber noch nicht.

    Am Rapsschrotmarkt geht es hauptsächlich ruhig zu, Mischfutterhersteller sind in den meisten Regionen auf den vorderen Positionen gut gedeckt. Nur hier und da locken die Preisrückgänge Käufer an den Markt. Die schwachen Raps- und Sojanotierungen erzeugen zusätzlichen Druck.

    Rapsöl hat kräftig an Wert verloren, 735 EUR/t fob Hamburg entsprechen einem Rückgang von 7 % zur Vorwoche. Druck erzeugen die eher verhaltene Nachfrage und die rückläufigen Preise für Biodiesel in Deutschland und der EU. Doch vor allem die äußerst schwachen internationalen Rohölkurse zeigen Wirkung und ziehen die hiesigen Pflanzenölpreise mit nach unten. Die New Yorker Rohölnotierungen hatten bereits am vergangenen Freitag einen Tagesverlust von mehr als 10 % eingefahren. Am Montag ging es dann um weitere fast 25 % abwärts. Mit 31,13 USD/bbl beendeten die Kurse den Handel am 09.03.2020 auf dem tiefsten Stand seit Februar 2016. Ausschlaggebend sind die wirtschaftlichen Auswirkungen des Corona-Virus, die sich in einem spürbaren Rückgang der globalen Rohölnachfrage manifestieren, während gleichzeitig wichtige Ölfördernationen wie Saudi-Arabien die Ausweitung ihrer Ölförderung erwägen, was das Marktungleichgewicht und damit den Preisverfall noch weiter vorantreibt.

    Die Corona-Auswirkungen zeigen sich an den großen Agrarrohstoffbörsen. So haben unter anderem die Rapskurse in Paris und der Sojakomplex in Chicago kräftig Federn gelassen, was sich auch auf die Kassapreise für Rohstoffe und Nachprodukte hierzulande überträgt. Sojaöl verliert mit 640 EUR/t fob Hamburg im Vergleich zur Vorwoche 4,5 % an Wert.

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    Dateigröße: 90 KDatum: 12.03.2020

  • Marktbericht KW 10 / 2020


    Die Rapserzeugerpreise sind in der Berichtswoche weiter gefallen. Gehandelt wird kaum etwas, da das Preisniveau für die meisten Erzeuger unattraktiv ist. Seit Mitte Januar 2020 haben die Preise 29 EUR/t an Wert eingebüßt, was den Handel quasi zum Stillstand gebracht hat. Zuletzt lagen Die Erzeugerpreise bei 369 EUR/t und damit rund 7 EUR/t unter Vorwoche. Damit sind sie auf den tiefsten Stand seit Anfang November 2019 gerutscht. Auch die Preise der neuen Ernte sind weiter zurückgegangen und zwar um ebenfalls 7 auf 362 EUR/t. Deswegen hat erzeugerseitig auch das Interesse an Kontrakten deutlich nachgelassen und geht gegen Null. Marktteilnehmern zufolge sind die Ölmühlen bis zur neuen Ernte gut gedeckt. Sie können es sich leisten, auf weitere Preisnachlässe zu spekulieren.

    Preisdruck erzeugen die schwachen Terminkurse in Paris und Chicago, die aufgrund der Corona-Krise im Vorwochenvergleich nachgegeben haben. Die wirtschaftliche Auswirkung der globalen Ausbreitung ist immer noch unsicher.

    Die Wintersaison war in weiten Teilen Deutschlands sehr mild und nass. Die anhaltenden Regenfälle sind aber aufgrund der Dürre in den vergangenen zwei Jahren weiter willkommen. Es dauert noch, bis auch die tiefen Schichten durchfeuchtet sind. Die Feldarbeiten müssen aufgrund der starken Niederschläge aber vielerorts wegen unbefahrbarer Böden noch warten.

    Die Sojaschrotpreise am deutschen Kassamarkt haben sich in der Berichtswoche unabhängig von der Qualität um 7 EUR/t befestigt. Unterstützt wurden sie von den Sojaschrotkursen in Chicago, die im Vorwochenvergleich um fast 10 auf 301 EUR/t zulegten. Auftrieb gaben dabei die geplante Anhebung der argentinischen Exportzölle auf Sojabohnen, -öl und -schrot von 30 auf 33 %. Zusätzliche Unterstützung kommt, wie schon in den Vorwochen, von den geringeren Schiffslieferungen aus Argentinien, die das Sojaschrotangebot am deutschen Kassamarkt schmälern.

    Am Rapsschrotmarkt hat sich in der vergangenen Woche kaum was getan. Das spiegelt sich auch in den Preisen wider, die unverändert zur Vorwoche bei 224 EUR/t liegen. Grund für den seit Wochen schwachen Markt ist das nach wie vor geringe Kaufinteresse der Mischfutterhersteller. Marktteilnehmer sind zudem von der Ausbreitung des Coronavirus verunsichert und warten deshalb erstmal mit dem Kauf ab.

    Bereits in der vergangenen Handelswoche hatten die EU-Pflanzenölpreise deutlich an Wert verloren, nur Sojaöl widersetzte sich dem bärischen Einfluss von Coronavirus und Konjunktursorgen und konnte sich behaupten. Doch in der aktuellen Handelswoche haben die Pflanzenölpreise durch die Bank nachgegeben. Den vergleichsweise stärksten Rückgang verzeichnet mit 7,6 % zur Vorwoche Palmöl cif, es folgen Sojaöl (-5,6 %), Sonnenblumenöl (-3,9 %) und Rapsöl (-2,5 %) fob. Das Coronavirus lässt die Preise weiter sinken, dabei ist die Wirkung eher indirekt: So kommt es nicht nur im LEH sondern auch an den Rohstoffmärkten offenbar zu Hamsterkäufen. Die Nachfrage nach Pflanzenöl, Raffinat und Biodiesel sei kurzfristig gestiegen, melden Marktteilnehmer. Offenbar möchten sich manche eindecken, um möglichen logistischen Engpässen vorzubeugen. Druck erzeugen außerdem die im Zuge des Coronavirus stark gesunkenen Rohölkurse und auch der Euro/Dollar-Kurs wirkt bärisch: Die Teuerung des Euro gegenüber dem US-Dollar erhöht die Kaufkraft der EU-Importeure, was den Warenstrom an Pflanzenöl und Raffinat aus Drittstaaten in die EU grundsätzlich ankurbelt.

    Für Rapsöl gibt es den vergleichsweise geringsten Preisnachlass, da zum einen die Rapsterminkurse in Paris zuletzt wieder den Weg nach oben fanden und damit ihren Rückgang zumindest unterbrochen haben. Zum anderen aufgrund des begrenzten Angebots an Rapsöl bzw. Raffinat am EU-Markt, was die Konsequenz einer knappen Rohstoffversorgung infolge der enttäuschenden EU-Rapsernte 2019 ist.

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    Dateigröße: 89 KDatum: 05.03.2020

  • Marktbericht KW 09 / 2020


    Die Ausbreitung des Coronavirus und die Gefahr einer Pandemie, einschließlich negativer Effekte auf die globale Wirtschaftsentwicklung, haben den Agrarrohstoffnotierungen zugesetzt. Dem Druck müssen sich auch die hiesigen Kassamärkte beugen. So haben die Rapserzeugerpreise entlang der schwächeren Vorgaben aus Paris an Wert verloren. Die Abgabebereitschaft der Erzeuger, die im Zuge vorwöchentlicher Preisbefestigung noch einmal aufgelebt war, hat sich damit wieder komplett abgekühlt. Neugeschäfte kommen nur noch selten zustande, aber das liegt nicht nur am Preisrückgang: Alterntig ist kaum noch Ware vorhanden, die gehandelt werden könnte, neuerntig wird die Abgabebereitschaft zusätzlich durch die Unsicherheit über die Feldbestandsentwicklung gebremst. Außerdem mangelt es, alt- wie neuerntig, am Kaufinteresse der Ölmühlen. Bis zur Ernte 2020 ist die Rohstoffversorgung der meisten Verarbeiter gesichert. Das Interesse an Vorkontrakten ist grundsätzlich vorhanden, aber offenbar nicht drängend.

    Am Rapsschrotmarkt war es sehr ruhig und es wurde kaum Ware nachgefragt. Da die Mischfutterbetriebe aber in den Vorwochen umfangreiche Käufe getätigt haben, kam dies Marktteilnehmer zufolge nicht überraschend. Viele Marktteilnehmer aus NRW waren zudem wegen Karneval nur selten aktiv. Druck erzeugen ebenfalls die schwächeren Raps- und Sojabohnenkurse. Am Sojaschrotmarkt wird für Ware zur Lieferung im März zwar stetig aber nicht besonders lebhaft Ware geordert. An Sojaschrot zur Lieferung im Februar ist so gut wie keiner mehr interessiert. Zusätzlichen Preisdruck übt der schwächere Sojakomplex in Chicago aus. Dort haben die Kurse aufgrund der globalen Ausbreitung des Coronavirus deutlich nachgegeben. Der Preisrückgang am hiesigen Kassamarkt wird allerdings durch das geringere Angebot aus Argentinien begrenzt. Dort ist die Verarbeitung von Sojabohnen und die Verschiffung von Sojaschrot wegen des Ausfalls einer großen Ölmühle zurückgegangen.

    Die Pflanzenölpreise standen in der Berichtswoche deutlich unter Druck. Belastet wurde der Pflanzenölmarkt wie auch schon in den Vorwochen von der Ausbreitung des Coronavirus und der Gefahr einer Pandemie. Neue Infektionen, jetzt auch vermehrt in Europa, schüren die Sorge um eine weltwirtschaftliche Abschwächung. Im Zuge dessen sind die Rapsölpreise im Vorwochenvergleich deutlich um 35 auf 810 EUR/t zurückgegangen. Zudem hat die Nachfrage nach Rapsöl aus dem Biodieselsektor nachgelassen. Die Angst vor einer Pandemie ist mittlerweile sogar dort spürbar. Der Preisrückgang bei Rapsöl wird aber durch die Fundamentaldaten abgebremst: Durch die knappe Rohstoffversorgung, die sich auch im kommenden Wirtschaftsjahr fortsetzen dürfte, wird voraussichtlich auch das Angebot an Nachprodukten wie Rapsöl knapp bleiben. Die Käufer werden weiterhin auf Importe zur Bedarfsdeckung angewiesen sein. Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Rapsöl in den kommenden Monaten anziehen wird, was das Angebot weiter zusammenschrumpfen lassen könnte und somit wieder zu Preisauftrieb führen könnte.

    Die Sojaölpreise konnten sich dem Druck vom Weltmarkt widersetzen und lagen zuletzt unverändert bei 710 EUR/t. Dabei tendiert der gesamte US-Sojakomplex im Vorwochenvergleich schwächer. Auch hier ist das Coronavirus ausschlaggebend. Zudem bleiben Neugeschäfte mit China seit der Unterzeichnung des Phase-1 Deals weiterhin aus. Die Preise für Pflanzenöle liegen trotz des starken Preisrückgangs in den vergangenen Wochen noch deutlich über dem Vorjahresniveau: Rapsöl +16 %, Palmöl +28 %, Sonnenblumenöl +8 % und Sojaöl +7 %.

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    Dateigröße: 88 KDatum: 02.03.2020

  • Marktbericht KW 08 / 2020


    Im Fahrwasser festerer Rapsterminkurse haben auch die Erzeugerpreise hierzulande wieder den Weg nach oben gefunden. Damit lassen sich, wenn auch sehr vereinzelt, noch einmal Restmengen aus der Ernte 2019 mobilisieren. Doch im Großen und Ganzen ist das Geschäft mit der alten Ernte gelaufen. Erzeuger sind zumeist ausverkauft oder haben jüngste Preisbefestigung zur Abgabe letzter Partien genutzt, während gleichzeitig die Ölmühlen für alterntige Ware nur noch sporadisch als Käufer am Markt auftauchen. Das Geschäft schwenkt nun immer deutlicher auf Lieferungen ex Ernte 2020 um. Verarbeiter sind aufgrund der avisiert weiterhin knappen Inlandsversorgung mit Raps in der Saison 2020/21 früher bzw. stärker als in anderen Jahren daran interessiert, Vorkontrakte abzuschließen. Ex Ernte 2020 scheitert es daher nicht am Kaufinteresse der Ölmühlen, sondern eher an der mangelnden Verkaufsbereitschaft der Erzeuger. Das ist zwar nicht überall der Fall und je näher die Rapsernte 2020 rückt, desto abgabebereiter werden die Landwirte, sodass zuletzt auch einige Abschlüsse in die Bücher geschrieben wurden. Aber im Großen und Ganzen bleibt es ein ruhiger Vorkontrakthandel. Das könnte auch noch eine Weile so bleiben. Denn die Feldbestände haben sich bei mildem Wetter schnell entwickelt und sind damit anfällig für Frost, mit dem noch bis in den April hinein gerechnet werden muss. Solange sich die Landwirte in Deutschland ihrer Erträge nicht sicherer sind, werden sie keine zu großen Mengen vertraglich binden, um nicht Gefahr zu laufen, diese am Ende nicht liefern zu können. Die Rapserzeugerpreise lagen zuletzt bei 380 EUR/t im Bundesdurchschnitt, was einer Steigerung von 4 EUR/t zur Vorwoche entspricht. Die Kontraktpreise liegen bei 372 EUR/t und damit ebenfalls 4 EUR/t höher als zuvor.

    Am Rapsschrotmarkt sind die Preise im Vergleich zur Vorwoche gestiegen. Rapsschrot kostete zuletzt mit 225 EUR/t rund 2 EUR/t mehr. Gestützt wurden die Preise durch die festeren Sojaschrot- und Rapsnotierungen. Am Sojaschrotmarkt ist das Kaufinteresse besonders an vorderer Ware momentan eher zurückhaltend. Die Nachfrage der Mischfutterbetriebe konzentriert sich mehr auf spätere Termine. So ist der Markt ruhig und wartet auf richtungsweisende Impulse. Aus Argentinien kommen aufgrund des Ausfalls einer insolventen Ölmühle weiterhin weniger Schiffe mit Importware. Der Fokus vieler Marktteilnehmer richtet sich momentan auf die laufende brasilianische Sojabohnenernte, die bisher in Rekordhöhe avisiert wird. Preisauftrieb bringen neben der Sorge um Angebotsengpässe die festen Sojaschrotkurse in Chicago. Das überträgt sich auf die hiesigen Kassapreise.

    Erst zwei Wochen Rückgang, dann zwei Wochen Stagnation – nun haben sich die Rapsölpreise überraschend befestigt. Überraschend deshalb, weil sich fundamental wenig verändert hat. Das Coronavirus sorgt nach wie vor für Verunsicherung was die chinesische, aber auch was die Weltwirtschaftsentwicklung betrifft. Die Aussichten auf die EU-Rapsernte 2020 sind tendenziell etwas besser als im herausragend schwachen Vorjahr, flächenbedingt jedoch keineswegs gut. Auch wenn sich die Rapsfeldbestände bei mildem Wetter bisher gut bis sehr gut entwickelt haben, sind sie dadurch zugleich umso anfälliger für Frost, sodass Erzeuger sehr vorsichtig agieren, wenn es um Vorkontrakte geht. Die Versorgungslage beim Rapsöl für das kommenden Wirtschaftsjahr wird als knapp eingeschätzt, was an den geringen Rohstoffvorräten liegt. Vom Biodieselmarkt kommen ebenfalls keine neuen Impulse, nach lebhaftem Januar-Geschäft ist die Nachfrage im Februar deutlich abgeflaut. All diese Einflüsse sind nicht neu und die anderen Pflanzenöle tendieren schwächer. Die Unterstützung dürfte somit von den Rapsterminkursen in Paris kommen, die sich seit vier Handelstagen im Plus bewegen und zuletzt wieder über die Marke von 400 EUR/t geklettert sind. Das zieht die Rapsölpreise fob Hamburg um 39 EUR/t auf 845 EUR/t und damit auf ein 4-Wochenhoch. Der Sojaölmarkt, international wie auch hierzulande, wird von der Unsicherheit über die Auswirkungen des Coronavirus auf Nachfrage, Logistik und Märkte weiterhin unter Druck gehalten. Fob Hamburg gaben die Preise auf Wochensicht um 22 EUR/t auf 710 EUR/t nach. Schwache Palmölpreise und die Meldung über einen Rückgang der US-Biodieselnachfrage belasten zusätzlich.

    © AMI GmbH 2020

    Dateigröße: 89 KDatum: 20.02.2020

  • Marktbericht KW 07 / 2020


    Die Rapserzeugerpreise haben in der aktuellen Handelswoche weiter nachgegeben. Druck erzeugen schwächere Terminkurse gepaart mit mangelndem Kaufinteresse der Ölmühlen, die in der Regel bis Saisonende über Kontrakte versorgt sind. Erst im Übergang auf die neue Ernte könnten Lücken aufkommen, die das Kaufinteresse kurzfristig beleben. Rapserzeuger sind auf dem erreichten schwächeren Preisniveau kaum noch zur Abgabe alterntiger Restmengen bereit; die meisten sind allerdings mittlerweile ohnehin ausverkauft – nur wenige schieben noch Restmengen vor sich her. Das war zur gleichen Zeit des Vorjahres anders gewesen. Und nicht nur weil die Versorgung seinerzeit weniger knapp war, sondern auch weil die Preisvorstellungen weitgehend unerfüllt blieben. Der typische Preisanstieg, wie er in dieser Saison im November startete und im Januar auf einen Hochpunkt zulief, fand in der Vorsaison nicht annähernd statt, sodass ungewöhnlich große Mengen in der Hoffnung auf Preisbefestigung bis zur neuen Ernte oder auch noch darüber hinaus in Erzeugerhand blieben. Am Rapsmarkt schwenkt der Fokus nun langsam auf die Ernte 2020 um. Das zeigt sich auch in der Preisentwicklung: Alterntiger Raps wird zu 375,70 EUR/t und damit 2,60 EUR/t unter Vorwochenlinie gehandelt. Vorkontrakte haben sich derweil um 2,00 auf 368,20 EUR/t verteuert. Immer mehr Kaufanfragen für Rapskontrakte ex Ernte 2020 werden registriert und führen teilweise auch zu Geschäftsabschlüssen. Doch häufig scheitern diese noch an der Verkaufsbereitschaft der Erzeuger. Die blicken nämlich durchaus besorgt oder wenigstens mit Vorsicht auf die Entwicklung ihrer Feldbestände. Diese sind vielerorts ungewöhnlich weit entwickelt, was positiv ist, jedoch mangelt es den Kulturen dadurch an Winterhärte. Vergangene Jahre haben gezeigt, dass noch bis in den April hinein mit Frosteinbrüchen gerechnet werden muss, die alles ändern können. Niemand möchte sich jetzt verkalkulieren und zu große Mengen vertraglich festsetzen, die er am Ende nicht liefern kann.

    Am Sojaschrotmarkt sind die Preise gegenüber Vorwoche deutlich gestiegen. Grund hierfür sind feste Sojaschrotkurse in Chicago und der gefallene Euro. Zudem gibt die Sorge um einen Angebotsrückgang in Argentinien Preisauftrieb. Dort ist schon seit einigen Wochen eine wichtige Ölmühle aufgrund von Liquiditätsengpässen ausgefallen, weshalb dort vorerst keine Sojabohnen mehr verarbeitet werden. Die Nachfrage der Mischfutterbetriebe in Deutschland beschreiben Marktteilnehmer als stetig bis rege. Zum Ende der vergangenen Woche ist das Kaufinteresse der Mischfutterhersteller am Rapsschrotmarkt aufgelebt. Besonders Ware zur Lieferung im Zeitraum Februar bis Juli ist gefragt. Dieses Kaufinteresse ist in den vergangenen zwei Tagen aber wieder etwas abgeflaut. Viele Marktteilnehmer haben auf die Veröffentlichung der USDA-Schätzung gewartet. Die Rapsschrotpreise am hiesigen Kassamarkt haben sich gegenüber Vorwoche leicht um 3 auf 222 EUR/t befestigt.

    Die Rapsölpreise haben sich weiter stabilisiert. Noch vor zwei Wochen hatten sie kräftig nachgegeben, doch nun stützt die Befestigung beim Soja- und Palmöl, außerdem die wieder lebhaftere EU-Biodieselnachfrage, die sich Marktteilnehmern zufolge vor allem auf Rapsmethylester richtet. Darüber hinaus wird von einem regional knappen Angebot an rohem Rapsöl berichtet, sodass die Ware teilweise gesucht wird. Marktteilnehmer begründen dies mit der knappen EU-Rapsversorgung und einer geringeren Verarbeitung. Zudem sind auch die Erwartungen an die EU-Rapsernte 2020 gering, sodass die Rohstoffversorgung knapp bleiben dürfte. Fob Hamburg wurden für Rapsöl zuletzt 806 EUR/t und damit 4 EUR/t mehr als in der Vorwoche verlangt. Die Sojaölpreise hatten in der Vorwoche einen kräftigen Rückgang hingelegt, diesen in der aktuellen Berichtswoche aber zum Teil wieder ausgeglichen. 733 EUR/t fob Hamburg entsprechen einer Steigerung von 23 EUR/t oder 3,2 %. Marktteilnehmer sehen darin eine Korrektur, nachdem die Panik rund um die Verbreitung des Coronavirus Terminmarktkurse und Kassapreise in der Vorwoche auf Talfahrt geschickt hatte. Zudem hat der kräftige Preisrückgang der Vorwoche einige Käufer auf den Plan gerufen, deren Nachfrage nun ebenfalls Unterstützung liefert.

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    Dateigröße: 90 KDatum: 13.02.2020

  • Marktbericht KW 06 / 2020


    Im Sog der aus Wochensicht deutlich schwächeren Rapsterminkurse in Paris haben auch die Kassapreise hierzulande verloren. Die Rapserzeugerpreise lagen im Bundesdurchschnitt zuletzt bei 378 EUR/t und damit 8 EUR/t unter Vorwochenlinie. Mit den Preisrückgängen der vergangenen Woche und den so gut wie geräumten Lagerbeständen in Erzeugerhand hat sich die Verkaufsbereitschaft deutlich verringert; die Geschäfte haben sich spürbar beruhigt. Erzeuger ergreifen erste Düngermaßnahmen und sind ansonsten in Sorge um ihre Bestände, entweder weil die Wassersversorgung regional unzureichend ist oder es den Kulturen an der nötigen Winterhärte mangelt, sollte es in den kommenden Wochen noch zu Frosteinbrüchen kommen. Während die Abgabebereitschaft für Restmengen der Ernte 2019 nun äußerst zurückhaltend ist, kommen auch von der Nachfrageseite keine Impulse. Das Kaufinteresse der Verarbeiter bleibt dem Vernehmen nach gering. Marktteilnehmer vermuten wesentlich kleinere Restbestände der alten Ernte in Erzeugerhand als vor einem Jahr. Kleinere Ernte gepaart mit kräftigem Preisauftrieb im Januar hatte die Vorräte kräftig schrumpfen lassen. Die meisten Landwirte dürften mittlerweile ausverkauft sein. Viele haben die Hochpreisphase zum Verkauf genutzt und sind rückblickend auch froh darüber. Mancher bereut allerdings, das hohe Preisniveau nicht auch schon für umfangreichere Vorkontraktabschlüsse genutzt zu haben.

    Die Ölschrotpreise haben sich in der Berichtswoche unterschiedlich entwickelt. Während die Sojaschrotpreise nachgaben, hat sich Rapsschrot leicht befestigt. Die Sojaschrotpreise werden von den schwachen Sojaschrotkursen in Chicago belastet. Diese hatten den tiefsten Stand seit Anfang September 2019 erreicht. Die Ausbreitung des Coronavirus und eine damit verbundene mögliche Abschwächung der chinesischen Wirtschaft und Nachfrage, erzeugte im Verlauf der Berichtswoche weiterhin Druck. Am Rapsschrotmarkt sind die Preise zum Ende der vergangenen Woche gestiegen, da eine Ölmühle in Nordostdeutschland überraschend ihre Produktion stoppen musste. Zwischenzeitlich lagen die Preise auf dem höchsten Stand seit Anfang April 2019. Zuletzt gaben die Forderungen für Rapsschrot aber wieder leicht nach, da die hohen Preise viele Anbieter an den Markt gelockt haben. Da seitens der Mischfutterbetriebe aber nur sehr wenig Kaufinteresse besteht, bremste dies den Preisauftrieb.

    Obwohl der Druck vom Weltmarkt momentan hoch ist, haben sich die Rapsölpreise im Vorwochenvergleich leicht befestigt. Zuletzt wurden 802 EUR/t verlangt, das waren 5 EUR/t mehr als in der Woche zuvor. Im Grunde ist die Stimmung am Pflanzenölmarkt aber weiterhin gedämpft, da die Ausbreitung des Coronavirus die Angst vor einer Abschwächung der chinesischen Wirtschaft schürt. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach Biodiesel, die in der ersten Januarwoche noch ungewöhnlich hoch war, kräftig gesunken. Die Preise für Sojaöl sind deutlich um 60 auf 710 EUR/t abgerutscht. Hauptbelastungsfaktor ist der mögliche Nachfragerückgang Chinas. Sojaöl kostete damit zuletzt genau so viel wie Sonnenblumenöl.

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    Dateigröße: 87 KDatum: 06.02.2020