Aktuelle Marktberichte

  • Marktbericht KW 38 / 2019


    Die Rapserzeugerpreise klettern weiter nach oben. Zuletzt erreichten sie rund 367 EUR/t im Bundesmittel, womit sie die Vorwochenline um etwa 2 EUR/t übertreffen. Noch wesentlich deutlicher ist der Preisunterscheid gegenüber dem Vorjahr. Während sich die Preise 2019/20 bisher nahezu durchgängig nach oben entwickelt haben, war der Verlauf im Vorjahr ein ganz anderer. Damals waren die Preise zunächst sprunghaft gestiegen, dann aber wieder fast ebenso deutlich zurückgefallen. Vor genau einem Jahr hatten die Rapserzeugerpreise im Bundesdurchschnitt kräftig verloren und rutschten auf 353 EUR/t. Damit haben die Preise aktuell ihren Vorsprung gegenüber dem Vorjahr auf 14 EUR/t ausgebaut. Unterstützung finden die Kassapreise vor allem in den weiter gestiegenen Notierungen für Raps in Paris sowie in den kürzlich sprunghaft gestiegenen Rohölkursen. Was den Handel betrifft, so sind die Meldungen je nach Region uneinheitlich. Insgesamt laufen die Rapsgeschäfte zwar eher ruhig, aber regional flammt die Verkaufsbereitschaft dann doch immer wieder mal auf. Den einen oder anderen Erzeuger motivieren die Preissteigerungen zur Abgabe, andere warten lieber noch ab und setzen auf weitere Befestigung. Ölmühlen sind derweil zumeist ausreichend versorgt, dabei in großen Teilen auch mit Importware. Aber vereinzelt gibt es dann doch Aktivität.

    Ansonsten steht vor allem die Winterrapsaussaat im Fokus: Marktteilnehmer sind gespannt, wie viel Raps angesichts der Trockenheit tatsächlich in den Boden kommt. Aus Rheinland-Pfalz heißt es, dass die Bodenverhältnisse weiterhin viel zu trocken und die jungen Rapsfeldbestände oft lückig und unterentwickelt sind. Und auch im Saarland soll der Raps unter Trockenheit leiden.

    Die Sojaschrotpreise haben auf Wochensicht unabhängig von der Qualität um 4 EUR/t zugelegt. Unterstützung bekamen sie von den Sojaschrotkursen in Chicago und logistischen Engpässen in brasilianischen Häfen, weshalb zuletzt in europäischen Häfen weniger Ware aus Südamerika angeliefert wurde. Mischfutterbetriebe zeigen weiterhin kaum Kaufinteresse für Sojaschrot und sind gut gedeckt. Sie ordern nur kleine Mengen für den dringenden Bedarf.

    Am Rapsschrotmarkt ist die Lage weiterhin ruhig. Auf den vorderen Lieferterminen haben Ölmühlen zwar noch reichlich Rapsschrot im Angebot, Mischfutterbetriebe haben aber ihre Läger voll und sind zeigen wenig Kaufinteresse. Trotz der schleppenden Geschäfte am Rapsschrotmarkt konnten sich die Preise gegenüber Vorwoche leicht befestigen. Rapsschrot hat um 6 auf 183 EUR/t zugelegt.

    Die Nachfrage nach Rapsöl aus der Biodieselindustrie reißt nicht ab und beschert den Rapsölpreisen weitere Zugewinne. Zuletzt wurden 825 EUR/t fob Hamburg genannt, womit die Vorwochenlinie noch einmal um 15 EUR/t übertroffen wird. Weitere Unterstützung bringen schwache EU- und deutsche Rapsernte 2019, die die Rohstoffversorgung limitieren und darüber hinaus die häufig unzureichenden Ölgehalte. Zudem ist fraglich wie gut sich die Rohstoffversorgung in Deutschland in den kommenden Monaten durch Zufuhren aus dem Ausland ergänzen lassen wird. Bisher sieht es günstig aus, weil aus der Ukraine und Kanada deutlich mehr kommt. Andererseits dürfte China stärker als Käufer von ukrainischem Raps in Erscheinung treten und in Australien deutet sich eine erneut schwache Rapsernte an, die dessen Exportmöglichkeiten, auch in die EU, begrenzen dürfte. Weitere Unterstützung erhält Rapsöl von den zuletzt deutlich gestiegenen Mineralölkursen. Binnen eines einzigen Handelstags legten die Notierungen um knapp 15 % zu. Grund ist der Angriff auf Ölanlagen in Saudi-Arabien. Betroffen sind Anlagen der größten Raffinerie des Landes, deren tägliche Ölfördermenge von 5,7 Mio. Barrel um etwa die Hälfte gesunken sein soll. Auch die anderen Pflanzenöle profitieren von den kräftig gestiegenen Rohölkurse. Sojaöl kletterte um 21 auf 699 EUR/t fob Hamburg und profitiert zusätzlich von der Meldung über eine Anhebung der Biokraftstoff-Beimischungsquote in den USA auf 10 % ab 2020, die eine höhere Biodieselproduktion und Sojaölverarbeitung zur Folge haben

    dürfte.

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    Dateigröße: 90 KDatum: 19.09.2019

  • Marktbericht KW 37 / 2019


    Die Rapserzeugerpreise haben sich weiter befestigt. Im Bundesdurchschnitt wurden zuletzt 365 EUR/t genannt, was einem Plus von 3 EUR/t zur Vorwoche entspricht und das Vorjahr sogar um 7 EUR/t übertrifft. Unterstützung bringen festere Terminkurse und die knappere EU-Versorgung. Regional haben jüngste Preisaufschläge die Verkaufsbereitschaft der Erzeuger geweckt, teilweise warten sie aber auch noch ab und hoffen auf weitere Preissteigerungen, gerade wenn sie bereits einen Großteil der neuen Ernte verkauft haben. Ölmühlennachfrage ist derzeit vorhanden, angetrieben vom hohen Rapsölpreisniveau, das attraktive Margen beschert und die Verarbeitung angekurbelt hat. Volle Rappschrotlager erwiesen sich zwar als Bremsklotz, aber die Rohstoffnachfrage der Mühlen hat sich dennoch belebt. Die Nachfrage der Verarbeiter konzentriert sich auf Termine ab Dezember – das zeigt sich in entsprechenden Preisaufschlägen gegenüber dem Fronttermin. Vorne sind die meisten recht gut gedeckt. Begrenzt wird der Preisauftrieb am Kassamarkt durch das umfangreiche Angebot aus der Ukraine. In Mecklenburg-Vorpommern werden bis zum Ende der aktuellen Handelswoche Rapszufuhren vom Schwarzmeer in eine Gesamthöhe von 80.000 t erwartet. Die Winterrapsaussaat ist in manchen Regionen noch nicht abgeschlossen, aber jüngste Regenfälle schaffen günstige Voraussetzungen dafür. Wenn es um die Aussaatfläche geht, so sind die Meldungen uneinheitlich: Mancherorts ist die Rapsfläche weiter zurückgegangen, teilweise aber auch im Vergleich zum Vorjahr wieder gestiegen, da Raps in der Fruchtfolge kaum zu ersetzen ist.

    Die Lage am Rapsschrotmarkt ist weiterhin unverändert. Ölmühlen haben viel im Angebot und würden gerne verkaufen. Käufer sind am Markt aber kaum zu finden: Sie sind besonders auf den vorderen Positionen gut gedeckt. Das spiegelt sich auch in schwächeren Preisen wider. Marktteilnehmer berichten, dass der Markt für die Liefertermine November/Januar und Februar/April Boden gefunden hat. Allerdings weniger, weil auf den Terminen rege Nachfrage besteht, sondern eher weil Mühlen auf diesen Positionen wegen geringer Marge nicht verkaufen wollen. Am Sojaschrotmarkt ist es weiterhin ruhig. Ein großes Angebot steht geringem Kaufinteresse gegenüber, da die Mischfutterbetriebe auch mit Sojaschrot gut gedeckt sind. Marktteilnehmer vermuten, dass ab Anfang Oktober etwas leben in den Markt zurückkehren könnte. Unterstützung bringen auch die Sojaschrotkurse in Chicago nicht, diese haben um umgerechnet 15 auf 567 EUR/t nachgegeben.

    Rapsöl hat sich auf Wochensicht um 6 auf 810 EUR/t verteuert. Auftrieb bringen weitere Kursgewinne für Raps in Paris. Zusätzliche Unterstützung liefert die stetige Nachfrage aus dem Biodieselsektor, Rapsmethylester steht neben dem allseits gefragten UCOME im Käuferfokus. Doch auch von der Angebotsseite gibt es Unterstützung. Ölmühlen haben Schwierigkeiten ihre Rapsschrotvorräte aufzulösen, obwohl sie bereits Preiszugeständnisse machen. Die Ware verscherbeln will dann aber auch keiner, sodass die Verarbeitung durch volle Rapsschrotlager teilweise verlangsamt wird. Sojaöl gab um 3 auf 678 EUR/t fob Hamburg nach.

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    Dateigröße: 87 KDatum: 12.09.2019

  • Marktbericht KW 36 / 2019


    Ölmühlen in Deutschland sind zumeist gut mit Raps gedeckt, darunter jede Menge Importware, besonders aus der Ukraine. Deshalb ist die Nachfrage auf den vorderen Terminen zurückhaltend, auf späteren Positionen wenigstens etwas lebhafter. Nur im Süden Deutschlands war prompte Ware zuletzt gefragter und es wurden einige Partien vermarktet. Erzeuger können Gebote um 360 EUR/t aber zumeist nicht zur Abgabe motivieren. Diese Preise liegen zwar über der Vorjahreslinie, aber unter den Vorstellungen der Landwirtschaft, vor allem bei der noch wesentlich kleineren Rapsernte 2019. Die meisten konzentrieren sich aktuell auf die Herbstaussaat. In Mecklenburg-Vorpommern ist die Winterrapsaussaat im Gange. Der Wetterwechsel gepaart mit Niederschlägen schafft gebietsweise gute Bedingungen. In Brandenburg kommen selten Neugeschäfte zustande; den Markt beschäftigen Trockenheit und flächendeckend ungünstige Aussaatbedingungen für Winterraps. Im Osten Niedersachsens sind die Aussaat- und Auflaufbedingungen oft ungünstig. An vielen Standorten ist es bislang zu trocken. In Rheinland-Pfalz ist die Rapsaussaat unter meist viel zu trockenen Bodenverhältnissen abgeschlossen worden. Schwache Feldaufgänge und weiter rückläufige Flächen werden befürchtet.

    Das Angebot am Rapsschrotmarkt ist auf den vorderen Terminen weiterhin sehr groß. Nicht nur deutsche Mühlen, sondern auch einige Seestationen wollen Importware aus Tschechien und Polen los werden. Das große Angebot spiegelt sich auch in den Preisen wider. Diese haben im Vorwochenvergleich deutlich nachgegeben und erreichten einen neuen Tiefpunkt seit Dezember 2017. Das große Angebot für Liefertermine im September beeinflusst auch die Forderungen für Ware im Oktober, die im Vorwochenvergleich ebenfalls nachgegeben haben. Ab November rechnen Marktteilnehmer damit, dass der Angebotsdruck etwas nachlässt. Käufer gäbe es genug auf diesen Positionen; es kommt auch immer wieder zu Geschäftsabschlüssen. Der Großteil wartet allerdings auf Preisnachlässe. Dem Sojaschrotmarkt bringen festere US-Sojakurse Unterstützung. 44er Sojaschrot hat um 7 auf 297 EUR/t zugelegt, 49er Ware kostete zuletzt mit 322 EUR/t ebenfalls 7 EUR/t mehr als in der Vorwoche.

    Den Pflanzenölmärkten mangelt es an Impulsen, sodass sich die Preise zur Vorwoche fast nicht geändert haben. Die Rapsölpreise haben auf Wochensicht um 2 auf 804 EUR/t fob Hamburg nachgegeben und sich damit auf dem erreichten hohen Niveau knapp behauptet. Der Preisabstand zu den anderen, konkurrierenden Pflanzenölen bleibt groß, allein zum Sonnenblumenöl sind es schon 114 EUR/t, vor drei Wochen waren es noch 82 EUR/t Unterschied. Marktteilnehmer sprechen von geringen Umsätzen, obwohl es nach wie vor Kaufanfragen, sowohl aus der Biodieselindustrie, als auch aus dem Speisebereich, gibt. Sojaöl hat sich derweil um 4 auf 681 EUR/t fob Hamburg verteuert. An der Börse in Chicago haben sich Sojabohnen – und Sojaölkurse in den vergangenen Tagen nach oben entwickelt, was auch den Kassapreisen hierzulande Unterstützung bringt.

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    Dateigröße: 87 KDatum: 05.09.2019

  • Marktbericht KW 35 / 2019


    Die kleine EU-Rapsernte 2019 hat den Importbedarf der EU deutlich erhöht. Mehr Ware könnte dabei aus Kanada importiert werden, da viele kanadische Farmer die EU-Kriterien bereits erfüllen. Auch aus der Ukraine dürften große Mengen Raps geliefert werden. Bisher sind auch die meisten Ölmühlen in Deutschland noch gut gedeckt, teilweise sogar bis ins neue Jahr hinein. Marktteilnehmer gehen deshalb davon aus, dass sich der Markt erst ab 2020 wieder spürbar beleben wird. Es sei denn, es gibt unvorhersehbare Preissprünge an der Terminbörse in Paris. Durch die Unterstützung der Börsenkurse in Paris, die in den vergangenen zwei Tagen fester tendierten, konnten sich auch die Rapspreise leicht befestigen. Sie lagen zuletzt mit 363 EUR/t im Bundesdurchschnitt rund 1,50 EUR/t über Vorwochenlinie.

    Die Lage am Rapsschrotmarkt ist unverändert: Es wird viel prompte Ware von den Mühlen angeboten, wofür sich kaum Käufer aus der Mischfutterindustrie finden lassen. Dadurch entsteht zumindest auf den vorderen Terminen ein Angebotsüberhang, der Druck auf die Preise ausübt. Gleiches gilt für die Preise für Lieferungen im November/Januar. Ab Februar 2020 halten sich die Mühlen mit dem Verkauf von Rapsschrot noch zurück. Das Kaufinteresse der Mischfutterhersteller an Sojaschrot ist nach wie vor gering. Besonders für 2019 wird kaum Ware nachgefragt, etwas mehr dagegen für 2020 bis einschließlich Oktober. Wenn überhaupt gehen für diese Termine aber auch nur geringe Mengen über den Tisch. Da die Preise für Sojaschrot schon seit Anfang Juni rückläufig sind und seitdem für 44er Sojaschrot fob Hamburg um 36 EUR/t nachgegeben haben spekuliert der, der nicht unbedingt kaufen muss, auf weitere Vergünstigungen.

    Die Rapsölpreise haben sich auf hohem Niveau weiter befestigt. Nach dem kräftigen Sprung in der Vorwoche konnten sie das erreichte Niveau nicht nur halten, sondern sogar noch um weitere 4 auf 806 EUR/t fob Hamburg ausbauen. Unterstützung bringt nach wie vor die lebhafte Nachfrage aus der Biodieselindustrie, auch wenn sich diese etwas abgekühlt haben soll und die gut gedeckten Ölmühlen in Deutschland die zusätzliche Nachfrage gut decken können. Preisauftrieb geben auch die teilweise schwachen Rapsernten in Europa – jüngst korrigierte der EU-Prognosedienst MARS seine Ertragsschätzung für die EU sogar nochmals nach unten. Knappe Inlandsversorgung auf der einen und ungewöhnlich lebhafte Nachfrage aus dem Biodieselbereich auf der anderen Seite bleiben die wichtigsten Impulsgeber am Rapsölmarkt.

    Die Sojaölpreise widersetzen sich dem Aufwärtstrend der anderen Pflanzenöle. Zu sehr verunsichert die neuerliche Eskalation zwischen China und den USA. Am hiesigen Kassamarkt wird von abwartender Haltung und geringen Umsätzen berichtet.

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    Dateigröße: 86 KDatum: 29.08.2019

  • Marktbericht KW 34 / 2019


    Die Rapspreise haben sich weiter leicht befestigt und sind um 3 auf 361,50 EUR/t im Bundesdurchschnitt gestiegen. Die Vorjahreslinie wird damit nur noch um rund 2 EUR/t verfehlt. Vor einem Jahr hatten die Rapserzeugerpreise in der 34. Kalenderwoche ein Topp erreicht, wie sich dann in den Folgemonaten zeigen sollte, war es sogar das höchste Preisniveau im gesamten Wirtschaftsjahr 2018/19. Schon in den Folgewochen war es damals steil bergab gegangen. Dem folgte zwar eine Phase der Befestigung, aber 364 EUR/t frei Erfasserlager sollten im Bundesdurchschnitt bis zum Wirtschaftsjahresende nicht mehr erreicht werden – zur Überraschung und Enttäuschung deutscher Rapserzeuger. Marktteilnehmer spekulieren nun, wie es preislich weitergeht. Weitere Befestigung oder Preisrutsch wie im Vorjahr? Das ist schwierig zu beurteilen. Zwar ist die Marktlage mit einer noch sehr viel kleineren Inlandsernte ganz anders, mit den gestiegenen Importmöglichkeiten aus der Ukraine, dann aber auch doch wieder nicht. Zumindest gab es zuletzt Unterstützung vom Terminmarkt, wo der Widerstand von 380 EUR/t wieder durchbrochen wurde. Bleibt die Tendenz fest, wird das auch den Kassamarkt nach oben ziehen.

    Deutliche Preissteigerungen sind aber wohl nur mit Kaufimpulsen der Ölmühlen möglich. Doch auch hier hat sich das Bild gewandelt. Hohe Rapsölnachfrage aus der Biodieselindustrie treibt die Verarbeitung und damit den Rohstoffbedarf in die Höhe, sodass Ölmühlen als Käufer aktiver geworden sind. Doch auch hier bliebt die Frage, ob die Nachfrage anhält.

    Die Rapsschrotpreise befinden sich momentan im freien Fall und erreichten zuletzt einen neuen Tiefstand seit Januar 2018. Aus Wochensicht ist das zwar nur ein leichter Rückgang, seit Beginn des Jahres 2019 hat der Preis allerdings um 52 EUR/t nachgegeben. Grund für die jüngste Entwicklung ist der Angebotsdruck am Rapsschrotmarkt. Nahezu alle Ölmühlen bieten große Mengen an, während es kaum Nachfrage gibt. Das Kaufinteresse von Mischfutterherstellern ist gering, da Veredelungsbetriebe kaum Ware nachfragen. Dadurch entsteht ein Angebotsüberhang an Rapsschrot, der die Preise schwächeln lässt. Am Sojaschrotmarkt ist die Lage ruhig, was saisonbedingt zwar üblich, normalerweise aber nicht ganz so schleppend ist. Kaufinteresse besteht kaum, da die Läger der Mischfutterhersteller gut gefüllt sind. Die Sojaschrotpreise hierzulande orientieren sich deshalb in dieser Woche hauptsächlich an den Sojaschrotkursen in Chicago.

    Die Rapsölpreise zogen kräftig an und legten innerhalb von sieben Tagen um 43 auf 810 EUR/t zu. Das zog auch die anderen Pflanzenölpreise mit nach oben. Unterstützung bietet das geringe Angebot an Rapsöl. Schwache Ernten in vielen Teilen Europas lassen die Rapsofferten sinken, weshalb auch das Angebot an Nachprodukten geringer wird, was im Gegenzug die Preise antreibt. Zudem stützt auch die lebhafte Nachfrage nach Rapsöl aus der Lebensmittelbranche und dem Biodieselsektor. Ein weiterer stützender Faktor sind die Rapsterminkurse in Paris. Diese haben um rund 5 auf 378,50 EUR/t zugelegt. Sojaöl hat ebenfalls um 4 EUR/t auf 685 EUR/t zugelegt und widersetzt sich damit der schwächeren Tendenz der Sojaölkurse in Chicago, die um umgerechnet 14 auf 569 EUR/t nachgegeben haben.

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    Dateigröße: 87 KDatum: 22.08.2019

  • Marktbericht KW 33 / 2019


    Die Erzeugerpreise für Raps haben sich gegenüber Vorwoche kaum bewegt und lagen zuletzt bei 359 EUR/t. Viele Verkäufer üben sich in Zurückhaltung und haben den Großteil ihrer Rapsernte 2019 eingelagert, da das aktuelle Preisniveau nicht ihren Vorstellungen entspricht. Auch die Börsennotierungen in Paris geben nur wenig Unterstützung, sie haben in der Berichtswoche nur um knapp 2 auf 375,50 EUR/t zugelegt. Die Rapsernte in Deutschland ist mittlerweile in den meisten Regionen abgeschlossen, im Osten Niedersachsens müssen noch kleine Restflächen geerntet werden. Bisher wird von durchschnittlichen Erträgen berichtet, die sogar besser ausfallen als im Vorjahr, aber trotzdem unter dem Schnitt der vergangenen Jahre liegen. Die Ölgehalte liegen bis zu 1 % unter den Vorjahresergebnis.

    Die Rapsschrotpreise bleiben auf niedrigem Niveau und lagen zuletzt bei 195 EUR/t, zwischenzeitlich sanken sie sogar auf den tiefsten Stand seit Januar 2018. Das Kaufinteresse am Rapsschrotmarkt hat sich in den vergangenen Handelstagen etwas belebt. Angetrieben wurde es durch einige Druckpartien der Ölmühlen auf den vorderen Terminen. Im gesamten Bundesgebiet, vor allem aber in Norddeutschland, wird auch schon Ware für den Zeitraum Februar bis Juli 2020 angefragt und teilweise kontrahiert. Die Nachfrage nach Sojaschrot auf den vorderen Terminen hat gegenüber der Vorwoche etwas nachgelassen. Landwirte sind aktuell mit Erntearbeiten beschäftigt und als Käufer von Mischfutter selten aktiv. Das wiederum bremst die Ölschrotnachfrage der Mischfutterhersteller. Vorsorglich ordern sie keine größeren Mengen, das passiert erst, wenn Kontrakte mit Veredelungsbetrieben geschlossen werden. Häufig lebt die Nachfrage dann kurzfristig auf.

    Die Sojaölpreise sind kräftig gestiegen, mit 681 EUR/t fob Hamburg wurden die Forderungen gegenüber der Vorwoche um 20 EUR/t angehoben. Das Plus ist nach Aussage von Marktteilnehmern vor allem mit dem für Sojabohnen bullischen USDA-Report zu begründen, der zum Wochenauftakt veröffentlicht wurde. Darin hat das US-Landwirtschaftsministerium seine Prognose zur US-Sojaerzeugung und infolgedessen auch die globale Schätzung gekürzt. Die Erzeugung wird den Bedarf bei weitem nicht decken können und wird die Vorräte deshalb schrumpfen lassen. Rapsöl profitierte nur leicht und stieg um 5 auf 770 EUR/t fob Hamburg. Größere Sprünge werden durch die verhaltene Rapsölnachfrage aus der Biodieselindustrie verhindert. Saisontypisch dürfte die Marktbelebung noch bis September auf sich warten lassen. Für Sonnenblumenkerne und deren Nachprodukte fiel der neuste USDA Bericht bärisch aus, mit 52,6 Mio. t könnte eine neue Rekordernte zustande kommen. Das dürfte zum Preisrückgang in Rotterdam beigetragen haben.

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    Dateigröße: 86 KDatum: 15.08.2019

  • Marktbericht KW 32 / 2019


    Am deutschen Rapsmarkt zeigt sich in der aktuellen Handelswoche das, was Erzeuger bereits vor zwei Wochen angemerkt haben – ihnen werden in der Regel nicht mehr als maximal 360 EUR/t geboten. In der Vorwoche hatten sie diese Marke erreicht und sind jetzt aber wieder um 1 EUR/t zurückgefallen. Es gilt damit ein Preisniveau, dass sich in den letzten Monaten der Vorsaison viele gewünscht hätten. Aber jetzt, in der neuen Saison und angesichts schwacher deutscher und EU Rapsernte, entspricht das Niveau den Vorstellungen der Erzeuger nicht. Die meisten wollen höhere Preise sehen, um sich von größeren Mengen aus der neuen Ernte zu trennen, aber die Ölmühlen bleiben zurückhaltend. Sie beharren auf ihren Preisvorstellungen. Das haben sie 2018/19 schon getan und letzten Endes waren es dann eher die Erzeuger die Zugeständnisse machen mussten, um alterntige Ware loszuwerden. Denn bei guter Importversorgung saßen die Verarbeiter tendenziell am längeren Hebel. Gleiches deutet sich mit der Aussicht auf ein großes Exportangebot aus der Ukraine in der Saison 2019/20 erneut an. Eine preiswirksame Versorgungslücke muss sich bei guter Importversorgung nicht auftun. Was die deutsche Rapsernte 2019 betrifft, so sind die Ergebnisse hinsichtlich Ertrag und Qualität im Süden Deutschlands enttäuschend, werden aber Richtung Norden besser, melden Marktteilnehmer. Dennoch liegen die aktuellen Ernteschätzungen in fast allen Bundesländern deutlich unter Vorjahr, schon wegen des deutlichen Flächenrückgangs.

    Am Sojaschrotmarkt hat sich die Nachfrage in den vergangenen Tagen belebt. Auslöser waren die attraktiven Preise, diese haben im Vorwochenvergleich sowohl für Sojaschrot mit 49 % Pro-Fettgehalt als auch für Sojaschrot mit 44 % Pro-Fettgehalt um 6 auf 318 EUR/t bzw. 293 EUR/t nachgegeben. Zudem fragen Mischfutterbetriebe aktuell mehr Ware nach, da sie ihre Produktion, aufgrund umfangreicherer Käufe seitens der Landwirte, angekurbelt haben. Die Rapsschrotpreise haben in den vergangenen sieben Tagen um 5 auf 196 EUR/t nachgegeben. Grund dafür ist die geringe Nachfrage nach Rapsschrot, die besonders auf den vorderen Terminen großen Preisdruck erzeugt. Das wirkt sich aber auch auf spätere Positionen aus. Für September/Oktober sind die Forderungen ebenfalls um 5,50 EUR/t gesunken, Liefertermine ab November gaben im Schnitt um 2,80 EUR/t nach.

    Am Pflanzenölmarkt geht es ruhiger zu. Das lässt sich an den Preisen ablesen, die sich zumeist kaum verändert haben. Rapsöl kostet aktuell 765 EUR/t fob Hamburg und hat sich damit gegenüber der Vorwoche um 3 EUR/t vergünstigt. Druck erzeugt Marktbeobachtern zufolge die gestiegene Verkaufsbereitschaft, nachdem sich die Preise vor zwei Wochen sprunghaft befestigt hatten. Der aktuelle Rückgang muss nun aber keine Schwächephase einläuten; die Aussicht auf eine kleine EU-Rapsernte 2019 bringt nach wie vor Unterstützung. Zudem gibt es Meldungen über rege Nachfrage nach Rapsöl aus dem Nahrungsmittelbereich im vierten Quartal 2019. Absehbar dürfte ab September/Oktober auch die Nachfrage der Biodieselproduzenten für Rapsöl als Rohstoff für die Herstellung des kältestabileren Rapsmethylesters (Winterware) aufleben. Die Sojaölpreise haben sich gegenüber der Vorwoche am stärksten verändert, 661 EUR/t fob Hamburg entsprechen einem Nachlass von 9 EUR/t. In Chicago hat der Sojakomplex auf Wochensicht an Wert verloren. Den Markt beschäftigt vor allem die Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China. Das belastet die Notierungen und schlägt bis auf die Kassamärkte durch.

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    Dateigröße: 89 KDatum: 08.08.2019

  • Marktbericht KW 31 / 2019


    In Frankreich und Deutschland wird von schwachen Erträgen und niedrigen Ölgehalten von teilweise nur 37 bis 38 % berichtet und sind die Folge extremer Hitzewellen im Juni und Juli. Außerdem haben die EU-Kommission sowie das französische Analysehaus Tallage ihre Rapsernteprognosen für die EU gekürzt. Doch all das scheint dem Terminmarkt keine weitere Unterstützung zu bringen. In Paris sind die Kurse seit drei Handelstagen rückläufig, zuletzt haben sie mit minus 5 EUR/t binnen eines Tages sogar deutlich an Wert verloren. Am Kassamarkt hierzulande macht sich die schwächere Tendenz noch nicht bemerkbar, auf Wochensicht sind die Rapserzeugerpreise im Bundedurschnitt um 4 auf 360 EUR/t gestiegen. Doch die Abgabebereitschaft bleibt verhalten, da Erzeuger angesichts der schwachen Ertragsund Qualitätsergebnisse in vielen Regionen sowie der weiter zurückgenommen EU-Ernteschätzungen höhere Preis sehen wollen. Das Spekulieren um den richtigen Zeitpunkt zum Verkauf erster größerer Mengen aus der neuen Ernte hat begonnen.

    Am Rapsschrotmarkt herrscht Stillstand, sowohl was die Umsätze, als auch was die Preise betrifft. Juli-Ware wird schon seit der Monatsmitte kaum noch offeriert und zum Monatsende ist nun kaum noch eine Parität mit Angebot am Markt. Das liegt aber auch daran, dass sich die Käuferseite sehr bedeckt hält und allenfalls sporadisch Ware anfragt, dann aber häufig für spätere Termine im vierten Quartal 2019, teilweise auch schon für das erste Quartals 2020. Doch im Prinzip wartet der Markt auf Nachfragebelebung. Die Sojaschrotpreise tendieren zwar auf Wochensicht leicht fester, aber die Nachfrage bleibt abwartend. Vor allem die Sojabohnenernte in den USA interessiert den Markt, da Deutschland große Mengen Sojabohnen und Schrot von dort erhält. Der Umfang der dortigen Ernte hat im Zuge der internationalen Handelsstreitigkeiten und Verschiebung der Warenströme eine entscheidende Bedeutung für den Preisverlauf am hiesigen Kassamarkt bekommen.

    Die Rapsölpreise sind auf 768 EUR/t gestiegen und liegen damit rund 3 EUR/t über Vorwochenlinie. Unterstützt werden sie durch die schwachen EU-Ernteprognosen, die zuletzt für Deutschland und Frankreich, aber auch für die gesamte EU nochmals heruntergesetzt wurden. Ein knapperes Rohstoffangebot könnte die Verarbeitung der Ölmühlen begrenzen, was zu einem knapperen Angebot an Nachprodukten führen könnte. Sojaöl hat sich gegenüber Vorwoche um 15 auf 670 EUR/t verteuert und folgt damit den Vorgaben der Sojaölkurse in Chicago, die zuletzt mit umgerechnet 559,55 EUR/t rund 6,90 EUR/t über Vorwochenlinie schlossen. Zudem hat Ägypten einen Sojaöltender über 30.000 t zur Lieferung im September ausgeschrieben, was den Preisen zusätzlich Auftrieb gibt.

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    Dateigröße: 88 KDatum: 01.08.2019

  • Marktbericht KW 30 / 2019


    Im Süden Schleswig-Holsteins werden seit Mitte der 30. Kalenderwoche bereits die ersten Rapsbestände lagertrocken eingefahren. Spätestens zum Wochenende werden dann wohl auch die anderen Regionen folgen. Zum Ertragsniveau gibt es noch keine stichhaltigen Angaben. Das Statistikamt Nord erwartet aber zufriedenstellende Rapserträge für Schleswig-Holstein. Auch in Mecklenburg- Vorpommern wurden erste Partien Raps eingebracht, die Bandbreite der Erträge und Qualitäten ist, je nach Standort und Niederschlagsverteilung, groß. Erste Rapserträge liegen zwischen 25 und 40 dt/ha mit Ölgehalten zwischen 39 und 42,5 %. Im östlichen Niedersachen zeigen erste Rapspartien – wie erwartet – zumeist schwache Erträge. In Sachsen-Anhalt liegen die Rapserträge bislang zwischen 20 und 30 dt/ha; die Ölgehalte sind häufig nicht zufriedenstellend. Auch in Sachsen enttäuschen Erträge und Qualitäten. Aus Südbaden werden niedrige 30 dt/ha gemeldet. In Bayern ist die Rapsernte bereits in vollem Gange, die Erträge streuen bisher stark. Von unterdurchschnittlichen Druschergebnissen und niedrigen Ölgehalten von unter 40 % wird berichtet. Nur aus Hessen sind die Meldungen bislang recht positiv, mit Erträgen von rund 40 dt/ha bei guten Ölgehalten. Die zumeist schwachen Erträge und enttäuschenden Ölgehalte animieren aktuell nicht gerade zum Verkauf. Erzeuger warten mehrheitlich ab, über welche Mengen und Qualitäten sie am Ende verfügen. Niemand möcht sich bei Kontraktabschlüssen verkalkulieren oder Preissteigerungen verpassen. Schließlich zeigen die Notierungen in Paris nach oben, wenngleich der Kassamarkt zuletzt nicht so recht mitzog und die Preise lediglich stabil zur Vorwoche sind. Doch solange die Preise nicht den Rückwärtsgang einlegen, dürften Erzeuger auch weiterhin nur sporadisch aus der neuen Ernte anbieten.

    Am Rapsschrotmarkt ist die Lage weiterhin ruhig. Rapsschrot wird zuletzt mit 201 EUR/t bewertet. Zu Beginn der Berichtswoche wurden die Rapsschrotpreise von den Rapskursen in Paris unterstützt und stiegen kurzzeitig auf 208 EUR/t. Dieses Niveau konnten sie aber nicht lange halten. Die Nachfrage nach Rapsschrot ist verhalten. Aktuell sind in 14 von 16 Bundesländern Sommerferien, weshalb kaum Akteure am Markt sind. Rapsschrot wird derzeit eher von Handelsunternehmen gekauft und weniger von Mischfutterherstellern. Die Sojaschrotpreise haben sich stabilisiert. Ware mit 49 % Pro-Fettgehalt wird genau wie in der Vorwoche mit 321 EUR/t bewertet, Sojaschrot mit 44 % Pro-Fettgehalt liegt bei 295 EUR/t. Der Sojaschrotmarkt befindet sich in einem Sommerloch, Marktteilnehmer gehen davon aus, dass der Markt erst Anfang bis Mitte September wieder in Schwung kommen wird. Angebot aus Übersee ist reichlich vorhanden.

    Die Rapsölpreise sind kräftig gestiegen. Fob Hamburg wurden zuletzt 765 EUR/t erreicht, was einem Plus von 31 EUR/t oder 4,2 % zur Vorwoche entspricht. Zudem ist es das höchste Preisniveau seit fast 9 Monaten. Auftrieb geben die im Juli fast durchgängig gestiegenen Rapsterminkurse in Paris, mit über 374 EUR/t liegen diese auf einem 6-Monatshoch. Der kräftige Kursanstieg ist auf die schwachen Ernteprognosen zurückzuführen, besonders in Deutschland und Frankreich, aber auch für die EU insgesamt. So steht die Gemeinschaft vor der kleinsten Rapsernte seit 13 Jahren, Meldungen über sehr geringe Ölgehalte im Süden und Südosten Europas trüben das Bild zusätzlich und liefert weiteren Kurs- und damit Preisauftrieb, der auch bei den Nachprodukten ankommt. Von der Aufwärtstendenz beim Rapsöl zeigen sich die anderen Pflanzenöle unbeeindruckt. Sojaöl fob Hamburg kostet mit 655 EUR/t aktuell 5 EUR/t weniger als vor einer Woche. Auslöser sind schwächere Notierungen für Sojabohnen und Nachprodukte an der Börse in Chicago, nachdem sich der Handelskonflikt zwischen den USA und China erneut zugespitzt hat und nun bereits seit einem Jahr währt. Eine Beilegung des Konflikts ist nach wie vor nicht in Sicht. Es bleibt bei gelegentlich versöhnlicheren Tönen, aber ein wirkliches Entgegenkommen gibt es von beiden Seiten nicht.

    © AMI GmbH 2019

    Dateigröße: 89 KDatum: 25.07.2019

  • Marktbericht KW 29 / 2019


    Am deutschen Rapsmarkt passiert weiterhin nicht viel, die Umsätze bleiben verhalten. Unsicherheit über Umfang und Qualität der laufenden Ernte bremsen das Geschäft, noch gibt es zu wenig Informationen über Ölgehalte und tatsächliche Erträge. Als Bremsklotz erweist sich aber auch die Aussicht auf steigendes Rapsangebot aus der Ukraine in den kommenden Monaten. Mancher rechnet wegen der jüngst beschlossenen Umsatzbesteuerung ukrainischer Exporte ab 2020 mit massivem Angebots- und Preisdruck von dort. Schwarzmeer-Exporteure dürfte das veranlassen, möglichst viel Raps bis Jahresende 2019 abzustoßen. Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) schätzt die Rapsernte 2019 in Deutschland aktuell auf 2,97 Mio. t und damit 19 % kleiner als im bereits schwachen Vorjahr. Im Juni hatte der Verband noch mit 3,07 Mio. t gerechnet, doch wegen der Hitzewelle in der zweiten Monatshälfte, die Ertragsspitzen gekostet haben dürfte, wurde die Schätzung nun noch einmal gekürzt. Deutsche Landwirte haben nach Angaben des DRV bis zu 10 Tage früher mit der Rapsernte begonnen als im langjährigen Durchschnitt, heißt es, aber noch sei es zu früh für stichhaltige Qualitätsschätzungen, zumal die Ergebnisse von Region zu Region stark variieren.

    Am Rapsschrotmarkt geht es ruhig zu. Mischfutterhersteller halten sich mit dem Kauf weiterer Partien oder dem Abschließen von Kontrakten für den Herbst oder später zurück, obwohl die Zeichen eigentlich auf Preisanstieg stehen. Schließlich dürfte die Rohstoffversorgung mit absehbar kleiner EU-Rapsernte knapper ausfallen, doch noch scheint das niemanden nervös zu machen. Das liegt aber auch daran, dass sich viele schon vor Wochen zu vergleichswiese hohen Preisen für die Monate August bis Oktober 2019 eingedeckt haben. Dadurch kommt kein Druck bei den Käufern auf und die letzten Lücken in der Herbstversorgung wollen viele nun zu möglichst niedrigen Preisen füllen. Daher setzt sich die Zurückhaltung weiter fort, wenigstens so lange, bis die Preise mal einen deutlichen Sprung nach oben machen. Zwar haben sich die Rapsschrotpreise gegenüber Vorwoche um 4 auf rund 200 EUR/t im Bundesdurchschnitt befestigt, aber das reicht nicht aus, Mischfutterhersteller zum Kauf zu bewegen.

    Die Rapsölpreise haben sich etwas befestigt, 734 EUR/t fob Hamburg sind nur 2 EUR/t mehr als vor einer Woche. Preisunterstützung bringen Meldungen über etwas größere Biodieselnachfrage. So werden bereits erste Gespräche über Winterware, Rapsmethylester, für den Herbst geführt, wenngleich noch ohne Geschäftsabschlüsse. Auftrieb geben aber vor allem die schwachen Ernteprognosen für Raps in der EU und in Deutschland. Mit Beginn der Rapsernte scheinen sich schwächere Erträge zu bestätigen und dass die Anbaufläche deutlich geschrumpft ist, war ja ohnehin schon bekannt. Die EU-Rapsernte könnte unter 18 Mio. t ausfallen, die deutsche Ernte nur rund 3 Mio. t erreichen, so die aktuelle Schätzung. Sojaöl kostet aktuell 660 EUR/t fob Hamburg und damit 10 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Unterstützung bringen feste Sojaölkurse in Chicago, die sich seit nunmehr sechs Handelstagen in kleinen Schritten, aber beständig, nach oben entwickeln. Ein wesentlicher Grund ist der deutliche Rückgang der Sojabohnenverarbeitung in den USA, der die Sojaölvorräte schrumpfen lässt, den Markt entlastet und dadurch Kursunterstützung bringt.

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    Dateigröße: 89 KDatum: 19.07.2019

  • Marktbericht KW 28 / 2019


    Die Rapsernte in Deutschland ist angelaufen, sodass in manchen Regionen bereits erste neuerntige Mengen verfügbar sind. Im Durchschnitt für Nordrhein-Westfalen, Westfalen-Lippe, Rheinland- Pfalz, Bayern und Südbaden ergibt sich ein Erzeugerpreis von 342 EUR/t, der stabil zur Vorwoche ist und dem Vorjahresniveau entspricht. Stabile Preise, aber noch zurückhaltende Umsätze charakterisieren den neuerntigen Rapsmarkt in Deutschland. Noch immer werden alterntige Kontrakte abgewickelt. Manche Ölmühle soll für den Herbst bereits reichlich Importraps aus der Ukraine in den Büchern haben. Das könnte Nachfrage und Preisentwicklung in den kommenden Wochen bremsen.

    Am Rapsschrotmarkt liefen die Geschäfte in der vergangenen Berichtswoche ruhig ab, der Fokus liegt auf der neuen Ernte. Diese abwartende Haltung spiegelt sich auch in den Preisen wider, die sich innerhalb der vergangenen sieben Tage kaum bewegt haben. Wenn Kaufinteresse besteht, konzentriert es sich zumeist auf August/Oktober, spätere Termine werden kaum besprochen. Üblicherweise bewegt sich um diese Zeit im Jahr wenig am Rapsschrotmarkt. Die meisten Marktteilnehmer sind anderweitig beschäftigt, mehr mit der Logistik als mit dem Handel. Das Rapsschrotangebot ist vorhanden, aber nicht überreichlich. Es reicht aber aus, um den Bedarf zu decken. Wenn gekauft wird, dann nur kleine Mengen gekauft. Am Sojaschrotmarkt geht es weiterhin ruhig zu. Die Nachfrage ist gering und es gibt kaum Impulse, die die Käufer zum handeln bewegen. Auch das Angebot an Sojaschrot ist reichlich vorhanden und kann das Kaufinteresse nicht schüren.

    Die Rapsölpreise tendieren fester. Zuletzt wurden 732 EUR/t fob Hamburg verlangt, das waren 6 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Unterstützung bringt die Aussicht auf eine kleine deutsche sowie EU-Rapsernte 2019 und entsprechende Versorgungslücken. Die Ernte hat in weiten Teilen Europas begonnen, nun kommt es auf die Erträge an und auf die Zufuhrmöglichkeiten aus anderen Ländern, vor allem aus der Schwarzmeerregion. Unterstützung erhielten die Rapsölpreise auch durch feste Sojaölpreise. Fob Hamburg wurden zuletzt 650 EUR/t gefordert und damit 13 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Aussaatverzögerungen für Sojabohnen in den USA dürften Ertragseinbußen folgen, eine kleinere US-Ernte 2019 den überversorgten globalen Sojamarkt entlasten.

    © AMI GmbH 2019

    Dateigröße: 85 KDatum: 11.07.2019

  • Marktbericht KW 27 / 2019


    Vergleichsweise hochpreisig startet die Saison 2019/20. Die Rapserzeugerpreise frei Erfasserlager lagen im Bundesdurschnitt Anfang Juli bei 350 EUR/t, ein leichter Rückgang von 1 EUR/t zur Vorwoche, aber das Vorjahr wird deutlich übertroffen. Zum Saisonauftakt 2018/19 hatten die Preise nur bei 337 EUR/t gelegen, allerdings waren sie in den Wochen danach kräftig gestiegen. Ein solcher Verlauf muss sich 2019/20 nun erst einmal zeigen. Doch das bereits zu Beginn höhere Preisniveau und die avisiert noch kleinere Rapsernte 2019 in Deutschland und der EU heben die Erwartungen der Erzeuger an eine Hausse und ähnlichen Preisverlauf wie im Vorjahr. Dagegen spricht jedoch die gegenüber dem Vorjahr noch einmal sehr viel größere ukrainische Ernte. Marktteilnehmer rechnen mit massivem Exportdruck von dort. Ähnlich dem Vorjahr dürfte Schwarzmeerware Versorgungslücken schließen und die Preise deckeln. Der Anteil Importware an der Verarbeitung könnte weiter steigen, die Verwendung von Inlandsraps gleichzeitig zurückgehen.

    Die Nachfrage nach Sojaschrot ist stetig, aber nicht besonders hoch. Dies ist saisonbedingt aber üblich, da mit Beginn der neuen Ernte andere Produkte in den Fokus der Mischfutterhersteller rücken. So wird Rapsschrot mit Beginn der Rapsernte oft attraktiver, weil es im Vergleich zum Sojaschrot günstiger wird. Mischfutterbetriebe sind zudem hauptsächlich an vorderer Ware interessiert. Die Sojaschrotpreise haben zuletzt stark nachgegeben, Grund für den Preisrückgang sind die gesunkenen Sojaschrotkurse in Chicago. Die Rapsschrotpreise sinken stetig und erreichten zuletzt das niedrigste Niveau seit Januar 2018. Trotz niedriger Preise ist die Nachfrage nach Rapsschrot verhalten. Für diese Jahreszeit ist das aber eher unüblich. Die Nachfrage konzentriert sich auf August/Oktober. Mit Beginn der Rapsernte in der EU und der laufenden Ernte in der Ukraine ist das Angebot an Rapsschrot hierzulande alles andere als knapp, berichten Marktteilnehmer.

    Rapsöl hat im Wochenverlauf deutlich an Wert verloren und kostete zuletzt 726 EUR/t fob Hamburg, was einem Rückgang von 15 EUR/t zur Vorwoche entspricht. Druck erzeugt eine zurückhaltende Nachfrage; zudem hat sich die Stimmung an der Börse in Paris verdunkelt: Die Rapsterminkurse sind seit 8 Handelstagen rückläufig und fielen zuletzt auf ein 6-Wochentief. Die Kassapreise für Raps und Nachprodukte lässt dies ebenfalls schwächeln. Auch die Sojaölpreise tendieren schwächer, auf Wochensicht haben sie um 8 auf 637 EUR/t fob Hamburg nachgegeben. Als Zugpferd des Pflanzenölmarktes trägt diese Entwicklung zum Rückgang der Raps- und Palmölpreise bei. Die Sojaölpreise zeigen in ihrem Verlauf eine starke Abhängigkeit von den Entwicklungen der internationalen Terminkurse für Sojabohnen und Nachprodukte und die haben zuletzt den Rückwärtsgang eingelegt.

    © AMI GmbH 2019

    Dateigröße: 87 KDatum: 04.07.2019